Montag, 19. März 2012

Dach, Schornstein und Kamin

Gemäß der Devise das Wichtigste zuerst, mussten so schnell wie möglich Reparaturen an Dach und Schornsteinen aussgeführt werden, da andernfalls größere Schäden der Bausubstanz drohten.
Die beiden Schornsteine des Anbaus haben wir abgerissen, ohne sie später zu ersetzen. Sie waren schon lange undicht und hatten in den darunter liegenden Räumen erhebliche Feuchteschäden verursacht.

Schorsteinanschluss im Schlafzimmer

Schornsteinanschluss im Badezimmer
Da wir die beiden Räume später als Bad bzw. Schlafzimmer nutzen wollten, haben wir hier  elektrische Heizkörper eingeplant.
Die beiden Hauptschornsteine mußten schnellstens neu verfugt werden, das hat mein Mann selbst gemacht.





Auf diesem Bild kann man ganz gut erkennen, dass wir unbedingt ein neues Dach brauchten.
Das Dachdecken haben wir aber lieber Fachleuten überlassen, im heißen Juni 2008 rückten die Handwerker der Virserumer Firma Bygg och Handel an, um mit der Arbeit zu beginnen.




Nachdem die mürben Ziegel abgetragen waren, wurde es im Obergeschoss heller und man konnte gut die Innenseite des Daches erkennen. Unter den Ziegeln lagen kleine Holzschindeln, das sog. sticketak  und darüber befand sich eine Verschalung mit einfachen Schwarten. Ausgetauscht wurde diese Konstruktion nur an einigen wenigen Stellen, im Großen und Ganzen war sie noch gut erhalten.


Nach dem Aufbringen der Dachfolie


und dem Anbringen der Verlattung 


kamen endlich die neuen Ziegel aufs Dach.


Uns blieb die Aufgabe, das alte Blechdach zu entrosten und mit Leinölfarbe in Englischrot frisch anzustreichen.



Im Herbst desselben Jahres waren die Kamine an der Reihe. Der Schornsteinfeger hatte nach seiner Besichtigung ein absolutes Feuerungsverbot ausgesprochen. Die Schornsteine hatten keinerlei Zug, sie hatten offenbar all die Jahre, die das Haus leer stand den zahlreich vorkommenden Dohlen als Nistplatz gedient und waren von oben bis unten verstopft mit unzähligen Nestern und altem Dreck. 


Einzügiger Schornstein des offenen Ziegelofens

Alles war so fest zusammengebacken, dass es nötig wurde im Haus, oben beginnend immer wieder Löcher in die beiden Kamine zu meißeln, um so den Kuchen aus Lehm und Astwerk entfernen zu können, eine unglaublich staubige, dreckige Angelegenheit, bei der auch drei mumifizierte Dohlen zum Vorschein kamen.

Dreizügiger Schornstein für Küchenherd, geschlossenen Ziegelofen und Gästezimmerofen




Die Wand hinter dem vedspis musste gleich an mehereren Stellen geöffnet werden.



Auch die beiden Ziegelöfen mussten aufgehackt werden, hier der geschlossene rörspis im Wohnzimmer, vorher und nachher.
 














und der offene rörspis im Frühstückszimmer.






Glücklicherweise war der Virserumer  Maurer, der diese Arbeiten ausführte auf die Renovierung alter Öfen spezialisiert, so dass man ihnen später diesen brutalen Gewaltakt nicht mehr ansah.

Die Öfen mußten auch deshalb geöffnet werden, da der Schornsteinfeger verfügt hatte, dass in beide Kamine in jeden Zug Edelstahlrohre einzuziehen seien, um den Brandschutz zu gewährleisten.  Der Rohranschluss musste dann jeweils oben in die Öfen eingemauert werden.

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Auf diesem Bild, das den Ofenanschluss im Gästezimmer zeigt, kann man ganz gut sehen, wie so ein Edelstahlrohr aussieht.


Die Rohre wurden von oben durch die Schornsteine eingeführt.



Nach der Montage innen und außen verfüllte unser Fachmann dann den Raum zwischen Rohren und  gemauertem Kamin mit Vermikulit, einem natürlich vorkommenden, mineralischen Dämm-Material.


Und, wie man sieht, hat sich all die Mühe gelohnt!





Kommentare:

  1. Wieder ein sehr interessanter Vorher-Nachher-Artikel! Die Bilder weckten Sehnsucht nach unserem Sommerparadies. Da haben wir nicht so gründlich restauriert wie ihr, aber die Reparaturen an Dach und Schornstein sieht recht bekannt aus:-)

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  2. Immerhin haben heute wir schon Frühlingsanfang, der Sommer rückt näher und somit auch Dein Paradies :-))
    Uns blieb gar nichts anderes übrig, als so gründlich zu restaurieren, weil das Haus sonst nicht bewohnbar gewesen wäre.

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  3. Du meine Güte, was für eine Schweinerei! Aber das Haus sieht so süüüß aus! Von außen, finde ich. Und die Öfen sind total schön. Bei unserem Altbau waren die alten Kachelöfen leider weg, vermutlich von irgendwelchen Vorbesitzern verkauft :-( Vermutlich schaffen wir uns irgendwann so einen Eisenofen an. Viele Grüße aus Cusco, Petra

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    1. Es war wirklich grauenvoll, vor allem der ganz feine Staub, man mußte die ganze Zeit mit Mundschutz arbeiten und der Dreck hat sich im ganzen Haus verteilt.
      Mit Grüßen
      maliz

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