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Mittwoch, 3. Dezember 2014

Krinkelschal

Gewebt, abgeschnitten und gewaschen, der erste Krinkelschal ist fertig.


Das Weben machte keinerlei Problem, wenn das Crepegarn gut gespult war.


Für das Garn, das ich verwebt habe, war der Tipp aus Lotte Dalgaards Buch, die Spule in ein Gefäß zu legen, ganz hervorragend. Dadurch gab es etwas Reibungswiderstand und der Faden verzwirbelte sich nicht bei Aufspulen.


Den Schal habe ich aus Restgarnen gewebt, aber ich hatte vorher nicht berechnet, wieviel ich für den Schuss benötigen würde. Als ich die erste Hälfte hatte, war ich mir nicht sicher, ob mein Garn reichen würde. Darum habe ich mit einem anderen Farbton den Rest abgewebt. Ich habe das schon oft bei Schals so gemacht, in diesem Fall war es aber nicht so geplant. Das Ergebnis gefällt mir aber gut.

Vorm Waschen

Eingestellt war eine Webbreite von ca. 70 cm, nach dem Abschneiden vom Webstuhl habe ich 56 cm gemessen, die Länge betrug ca. 2 m.

Nach dem Waschen

Nach der Wäsche in 60° warmem Wasser ist der Schal auf eine Breite von 36 cm zusammengeschrumpft und nur noch 1,80 m lang.



Das glatte, mercerisierte Baumwollgarn in Kette und Schuss hat entgegen meinen Befürchtungen nach der Wäsche ein recht stabiles Gewebe ergeben. Ich werde daher für den Schuss des zweiten Schals das gleiche Material verwenden.



Hier noch ein weiteres empfehlenswertes Buch zum Thema : Weaving Textiles that Shape Themselves von Anne Richards, 2012 erschienen und 192 Seiten stark.


Neben Grundlegendem zu den speziellen Garnen gibt es viele interessante Beispiele und etliche Webpatronen in diesem Buch.



Und wer gerne mit magischen Garnen stricken möchte, mit Hand oder mit Maschine, dem sei das dänische Buch Strik med garner som ter sig  von Susanne Rishede, Lisbeth Degn und Paulette Adam empfohlen.


Es ist im Pro-Sit Verlag erschienen und zeigt auf 72 Seiten etliche Schals, Stolen, Mützen und Pulswärmer, die mit aktiven Garnen gestrickt werden.


Falls es jemandem aufgefallen ist, den gewaschenen Schal habe ich heute morgen tatsächlich im Schnee fotografieren müssen. Mittlerweile ist der meiste Schnee aber wieder abgetaut und ich bin ganz froh darüber.






Samstag, 22. November 2014

Neugier

Als ich im August in Deutschland war, hatte ich eine Kette für Handtücher auf meinen Webstuhl aufgezogen, deren Streifenmuster ich mit Hilfe der Fibonacci-Zahlen entwickelt habe.


In den letzten Tagen habe ich daran gewebt, bis wirklich keine Fachbildung mehr möglich war, passenderweise war gleichzeitig auch gerade die Schuss-Spule leer.


Ich wollte gerne schnell etwas Neues anfangen.


Bisher hatte ich mich eigentlich nie für die sogenannten magischen Garne interessiert. Garne, die sich entweder durch die Art, wie sie versponnen sind oder durch elastische Anteile wie Lycra, nach dem Weben und Waschen zusammenziehen und dadurch mehr oder weniger dreidimensionale Gewebe bilden.
Doch dann hatte ich die fertigen Schals gesehen, die in der Kristdala Vävstuga entstanden waren und daraufhin habe ich mir beim Besuch der Webtage in Glimåkra eine kleine Kone Uldcrepe Z von Magiske Garner besorgt.


Der Schal, den ich nun weben möchte ist in der Väv 1/07 auf S. 41 zu finden. Entworfen hat ihn die dänische Weberin Lotte Dalgaard, die das Buch Magical Materials To Weave geschrieben hat.


Das Buch ist 2007 in Dänemark erschienen, die englische Ausgabe stammt von 2011.
Es werden darin die verschiedenen Garntypen beschrieben, es gibt Webvorschläge und eine Menge wertvoller Tipps im Umgang mit aktiven Garnen.


Eigentlich sollte die Kette aus sehr dünnem Leinen bestehen, Nm 17/1. Da ich so feines Leinen nicht in meinem Vorrat habe, webe ich nun den Schal mit mercerisiertem Baumwollgarn in Kette und Schuss. Ich bin sehr gespannt, wie dieser erste Versuch ausfallen wird.


Die Spule des linken Schiffchens enthält das feine Wollkreppgarn in dunkelblau, das alternierend mit dem "stabilen" Baumwollgarn eingeschossen wird.


Ich war so neugierig darauf, zu sehen, wie sich die Garne verweben lassen, dass ich die Fertigstellung meiner Handtücher erst einmal hintan gestellt habe.


Als nächstes werde ich mich aber endlich mal an die Nähmaschine setzen müssen, denn auch die in der vävstuga gewebten Stoffe sind immer noch nicht verarbeitet.



Mittwoch, 1. Januar 2014

Downton Abbey Strick

In Ankis Blog Rosa Tulpan, habe ich den Hinweis auf ein interessantes Musterheft mit vintageinspirierten Strickmodellen gefunden.



Interweave Store vertreibt die Publikation, aufgrund von Copyright-Einschränkungen allerdings leider nur innerhalb der USA. Es war allerdings möglich, die 148 Seiten  als digitale Version zu kaufen.

Stilistisch sind die Strickmuster inspiriert von der Mode der Zeit, in der die Serie Downton Abbey spielt.
In Ankis zweitem Post zum Thema könnt ihr euch einige dieser Modelle ansehen.

Das Heft beschränkt sich aber nicht nur auf Strickmuster, sehr gut gefallen mir auch die dort veröffentlichten bebilderten  Aufsätze, die historische Einblicke rund um die im Film vorkommenden Ereignisse geben.
So wird über die Geschichte von Highclere Castle berichtet, dem Schauplatz des Films, sowie über die Tatsache, dass zwischen 1878 und 1914 Dutzende reicher amerikanischer Erbinnen Ehen mit Mitgliedern des englischen Adels schlossen, bei denen es mehr um Geld und Prestige als um Liebe ging.

Ich habe Mrs. Beeton kennengelernt, die in England offenbar ein Markenzeichen ist, seit im Jahre 1861 die erste Auflage von Beeton´s Book of Household Management erschien, 1.112 Seiten stark.

Ich habe etwas über das Leben der Frauenrechlerin Lady Denman gelernt, die eine große Rolle in der Women´s Land Army spielte, einer Art Landwirtschaftshilfe. Da zu viele Männer im Krieg waren, lagen die Felder brach und etliche Höfe konnten nicht mehr bewirtschaftet werden, es drohte der Ernährungsnotstand, in dieser Situation übernahmen u.a. Frauen aus der Mittelklasse die notwendigen Arbeiten.

Und es gibt einige Auszüge aus dem Buch Comforts for the Men, erschienen 1917, einem Buch mit Strickanleitungen für Socken, Handschuhe, Spezialanfertigungen für verletzte Gliedmaßen, wärmende Mützen und Schals und natürlich auch einem Wärmflaschenüberzug, wie er auch wieder im modernen Anleitungsteil zu finden ist.


Samstag, 14. Dezember 2013

Tudor Roses

Durch EvaL8s Blog Tålamodspåsen bin ich vor ein paar Tagen auf Alice Starmores Neuveröffentlichung von Tudor Roses aufmerksam geworden.
Nachdem ich mir bei Virtual Yarns einige Abbildungen angesehen hatte, war klar, dass ich bald ein neues Buch haben würde.


Heute morgen ist es aus England gekommen, in ein paar Tagen wird es auch in Deutschland, zum Preis von 29,75 €, zu erhalten sein. Für mich ist das Buch wirklich sein Geld wert. Es ist sehr schön aufgemacht, 34 x 28 cm groß wirkt es im schwarzen Leineneinband ausgesprochen edel.  Auf dem Titelbild ist das nach Jane Seymour benannte Modell zu sehen.




Als ich das Buch sah, kamen mir sofort die beeindruckenden Bilder des japanischen Fotografen Hiroshi Sugimoto in den Sinn. Sugimoto hatte 1999 Wachsfiguren abgelichtet, die Henry VIII und seine sechs Frauen darstellen. Das abgebildete Foto zeigt Jane Seymour, die dritte Frau Heinrich VIII. und stammt aus dem Ausstellungskatalog Sugimoto Portraits, Deutsche Gugggenheim Berlin, 2000.



Alle Strickmodelle sind nach weiblichen Mitgliedern der Tudor Dynastie benannt und von von Jade Starmore, Alice Starmores Tochter, mit ausgesuchten Darstellerinnen sorgfältig in Szene gesetzt worden.



Jade Starmore zeichnet auch für vier der vierzehn Entwürfe verantwortlich, für die Stola, Lady Mary und die Jacke Katharine of Aragon, oben links im Bild,


sowie die Modelle Anne of Cleves (links) und Katherine Howard (rechts).


 Alle anderen Strickmuster hat Alice Starmore entworfen.

 
Schon 1998 hatte Alice Starmore ein Buch mit dem Titel Tudor Roses veröffentlicht, das mittlerweile vergriffen ist.  Auf Ravelry kann man sich aber die zwölf Strickmuster angucken und sehen, dass im neuen Buch einige der früheren Entwürfe überarbeitet wurden, aber auch neue Modelle dazu gekommen sind.


Das neue Hardcover ist ein wunderschönes Bilderbuch, zu jeder Strickanleitung gibt es gleich mehrere Modellfotos und im Vorwort kann man sogar etwas über die Tudors lernen.

Alice Starmore, Tudor Roses, 2013






Samstag, 7. Dezember 2013

Das Eiderstedter Garnkontor


Anfang dieser Woche war ich zwei Tage lang an der Westküste Schleswig Holsteins in dem idyllisch gelegenen Städtchen Tönning.


Wir hatten uns zu viert auf den Weg gemacht. Die Weberin Anna Warsow, die mit ihren beiden Mitarbeiterinnen das Eiderstedter Garnkontor besuchen wollte, hatte mich eingeladen, mitzufahren. Anna hatte dieses Jahr ihren Garnhandel und Web-Zubehörshop, Garne & Mehr an Ulrike Helferich übergeben, die dann Anfang Oktober ein neues Ladengeschäft mitten in Tönning eröffnete.



Im vorderen Teil des Ladens ist eine überwältigende Fülle wunderschöner Strickgarne zu finden. 
Ungewöhnlich finde ich die große Lagerhaltung. Ich habe es schon oft erlebt, dass man sich ein schönes Garn aussucht, von dem aber dann leider nicht genug für einen Pullover vorhanden ist und man muss erst eine Nachbetellung abwarten. Ich glaube, das wird im Garnkontor nicht so oft passieren. 
Desweiteren hat mich die große modeunabhängige Farbpalette beeindruckt und die Tatsache, dass viele Garnqualitäten in verschiedenen Stärken angeboten werden. 
Für Maschinenstricker ist das Garnlager ein Paradies, noch nie habe ich so viele feine Naturgarne mit so großen Lauflängen in einer solchen Farbenvielfalt gesehen.


600 m pro 100 g hat z.B. das reine Wollgarn Semilla extrafino der dänischen Firma BC Garn.
Ich möchte es auf der Toyota-Doppelbettmaschine mit dem Jacarder verstricken, der es möglich macht mehrfarbige Muster ohne Spannfäden auf der Rückseite herzustellen.


Aber es geht noch viel feiner, das Kammgarn Veera hat eine Lauflänge von 900 m und Kampavillanka, das sich auch phantastisch als Zwirngarn beim Spinnen eigenet, sogar 1600 m Lauflänge. Beide Garne werden von der finnischen Firma Wetterhoff hergestellt. Die meisten Garne im Wollkontor stammen wohl aus Skandinavien, neben Dänemark und Finnland ist Schweden mit Garnen von Karin Öberg und dem Ullcentrum Öland vertreten.


Und natürlich mit seinen Webgarnen, hier Bockens Baumwollgarn 16/2 von Holma-Helsinglands AB.


 Diese 4 Farbtöne habe ich mir dieses Mal ausgesucht.


Venne Colcoton stellt eine Reihe interessanter Spezialgarne her, Kreppgarn, Colcolastic aber auch wunderschöne feine Seide. Irgendwann muss ich auch das mal ausprobieren.



Dieses Mal habe ich noch eine große Spule Nialin gekauft, in dieser Aufmachung ist es ja doch erheblich preiswerter und den Naturton verarbeite ich sehr oft. 
Dazu kam noch eine Rolle dünnes Baumwollkettgarn 32/6  in schwarz, das ich für ein Papiergewebe nutzen möchte.



Und dann konnte ich bei den Tencel- und Chenillegarnen von Toika nicht widerstehen.



Tencel besteht aus Lyocell, einer sehr glatten, glänzenden Cellulosefaser und  das Chenillegarn ist aus 100 % Viskose hergestellt. 


Ich will mit diesen beiden Garnqualitäten und einigen Wollresten eine Kette für einen Schal schären.
Für den Schuss habe ich mir feines Alpaca Bouclé von BC Garn mitgebracht.


Auch dieses Garn ist sehr fein und läuft 500 m pro 100 g, daher denke ich, dass ich es auch noch als Schussmaterial für einen Schal aus Kunstgarn der dänischen Firma Hjertegarn einsetzen kann. 
Kunstgarn ist ein schönes weiches Farverlaufgarn aus 75 % Wolle und 25 % Polyamid, es hat eine Lauflänge von 420 m, ist also auch gut fürs Sockenstricken geeignet.


Ich denke dieses Garn trägt seinen Namen zu Recht: Blickfang, eines der vielen handgefärbten Garne aus dem Atelier Zitron


Diesen Wollstrang habe ich mir auch mitgebracht als Anregung zum Spinnen.
Schon vor einiger Zeit hatte ich mir neue Literatur zu diesem Thema besorgt.



Sarah Anderson, The Spinner´s Book of Yarn Designs, Storey Publishing 2012.


Das Spinnen von Effektgarnen ist mir bisher eigentlich eher zufällig "passiert". Ich würde so etwas in Zukunft aber lieber kontrolliert einsetzen und denke, dass das Buch auf seinen 255 Seiten viele, viele gute Anleitungen und Tipps enthält.


Als Erinnerung an unseren Ausflug auf die Halbinsel Eiderstedt, habe ich mir schließlich noch das Buch 
Die Farben des Nordens mitgenommen, verfasst von Jutta Bückner, erschienen 2013 im MV Verlag.




Auf 136 Seiten gibt es nicht nur Strickmuster sondern auch schöne Aufnahmen der norddeutschen Küstenlandschaft.



Übrigens, außer Garnen und Zubehör stehen auch wunderschöne Webereien von Anna Warsow aus Wolle, Leinen und Papiergarn  zum Verkauf,




Ein paar Tage vor uns waren Marianne und Wiebke in Tönning zu Besuch. Marianne hat in ihrem Blog Kristdala vävstuga von diesem Ausflug berichtet, auch wer nicht schwedisch spricht, kann hier eine Menge schöner Fotos aus dem Laden finden und sich so einen weiteren Eindruck vom Eiderstedter Wollkontor verschaffen.