Dienstag, 30. Juni 2020

Electric Eel Wheel

Nach meinem letzten Zwirn-Marathon war ich wild entschlossen, mir einen Elektrospinner zu kaufen.
Nach kurzer Marktforschung habe ich die Idee dann allerdings wieder verworfen.
Ich habe insgesamt 6 Spinnräder, ein Louet S10, das ich mir 1980 gekauft habe, einen louetähnlichen Selbstbau, der etwa 5 Jahre später entstanden ist, das Victoria Reisespinnrad von Louet sowie drei wunderbare, alte schwedische Spinnräder und alle funktionieren einwandfrei. Unter diesen Umständen kam es mir unsinnig vor, gut 600 Euro für einen Elektrospinner auszugeben, nur weil ich keine Lust auf das Dauertreten beim Zwirnen hatte.
Aber während meiner Recherchen war ich irgendwann auf der Seite von Maurice Ribble gelandet und war dort auf eine preiswertere Alternative gestoßen, das Electric Eel Wheel 6. Das Problem dabei, diesen E-Spinner gibt es leider noch gar nicht. Maurice Ribble finanziert den Bau seiner Spinnräder über Crowdfunding bei Kickstarter und die voraussichtliche Lieferung soll erst ab Februar 2021 erfolgen.


Es gibt  allerdings ein Vorgängermodell, das Electric Eel Wheel Nano. Wie schon aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich dabei um einen sehr kleines Gerät und zu meiner ursprünglichen Idee, mir einen E-Spinner zum Zwirnen meiner Garne zu kaufen, passte es eigentlich nicht und es passte schon mal gar nicht zu der Tatsache, dass ich ohnehin schon sechs Spinnräder habe.

Aber irgendwie faszinierte mich dieser Zwerg und je mehr ich darüber bei Ravelry und Facebook las und bei You Tube sah, desto stärker wurde mein Wunsch auch so ein Nano zu besitzen.



Leider versendet Maurice Ribble seine Spinnräder nicht mehr nach Deutschland, da es hier immer wieder zu Problemen mit dem Zoll gekommen ist. Dafür gab es offenbar unterschiedliche Gründe, u.a. soll es das Fehlen einer gedruckten Bedienungsanleitung gewesen sein, es liegt aus Kostengründen nur ein Kärtchen bei mit der Webadresse für die anleitung bei, sowie die Tatsache, dass ein amerikanischer Stecker montiert ist, den man in Europa nur mit Reiseadapter zu benutzen kann.


Aber es gibt ja meist für alles eine Lösung, Bei Wollokaal in Holland sind die kleinen E-Spinner verfügbar und es hat nach der Bestellung keine Woche gedauert und mein Paket war da, liebevoll verpackt und u.a. mit etwas wunderbar weicher, türkisfarbener Wolle zum Probespinnen versehen. 

Der amerikanische Stecker ist für mich überhaupt kein Problem, weil ich es sowieso viel angenehmer finde, ortsunabhängig meine Powerbank zu benutzen, für die eine Zuleitung mit USB-Stecker zum Lieferumfang gehörte. 

Zusätzlich hatte ich mir gleich Fadenführer aus Kunststoff für etwas dickeres Garn mitbestellt und noch zwei zusätzliche Spulen, so dass ich nun immerhin 8 Stück habe. 
Wer einen 3D-Drucker hat, kann sich Spulen und weitere Zubehörteile, wie z.B. eine Lazy Kate, auch selber drucken.  Bei Thingiverse hat Maurice Ribble die Dateien dazu eingestellt.



Das Spinnen klappte von Anfang an ohne Probleme und auch das Verzwirnen machte keinerlei Schwierigkeiten.


Zuerst habe ich orangefarbene Landschafwolle gesponnen und gezwirnt.


25 g des gezwirnten Garns passten auf eine Spule.



Dann habe ich angefangen meinen Vorrat an Garn zu zwirnen, den ich im Laufe der Zeit mit meiner kleinen Kreuzspindel gesponnen hatte. Nun verspinne ich gerade das schöne Garn aus Holland.


Da ich schon im Vorfeld viel über das Nano gelesen und gesehen hatte, habe ich gleich als erstes ein paar Tipps von Vampy umgesetzt, um den kleinen E-Spinner so leise wie möglich zu machen.


Bei meinem Nano haben drei Dinge gereicht, ich habe die Achse mit feinem Sandpapier abgezogen, um ev. Grate zu entfernen, vorn und hinten, dort wo die Spule anliegt, je ein Stück Tesafilm aufgeklebt und aus Polarvlies zwei Ringe geschnitten, die dafür sorgen, dass die Spule kein Spiel auf der Achse hat und damit ist jedes Klackern verschwunden.


Jetzt fehlte nur noch eine passende Tasche, denn das Eel Wheel Nano ist, ausgestattet mit einer Powerbank, wirklich der perfekte Reisebegleiter.


Die kleine Kühltasche fasst alles, was ich zum Spinnen unterwegs brauche. In dem selbstgebastelten, gepolsterten Trennungsteil steckt die Powerbank, daneben haben meine sieben Spulen Platz,und Spinnmaterial kann ich einfach noch in den Deckel packen.


Die Tasche ist nur 24 cm breit,  17 cm hoch, 17 cm tief .








Samstag, 30. Mai 2020

Einrichten des kleinen Kontermarschwebstuhls


Der selbstgebaute Lotta - Webstuhl wird nun zum Weben eingerichtet.




Ich beginne damit, Texsolvschnüre abzulängen und rate dringend dazu, die angegebenen Längen nur als ungefähre Werte zu sehen und beim eigenen Webstuhl lieber vorher nachzumessen, ob die Maße wirklich passen. Durch kleine bauliche Veränderungen kann sich da einiges geändert haben. Wer andere Maße braucht, sollte immer ein bisschen Länge zugeben, damit Material zum Justieren übrig ist.
Zuerst werden die Kontermarschwippen festgestellt, indem man die passenden Metallstangen in die Löcher im Kontermarschkasten steckt, dann bekommen die Wippen ihre Schnüre.

Für meinen 6-schäftigen Webstuhl habe ich 6 Stücke Texsolvschnur auf  31 cm Länge geschnitten und an den Enden mit Hilfe einer Feuerzeugflamme angeschmolzen. So mache ich es mit allen Texsolvschnur-Enden, damit nichts aufribbeln kann.

Texsolv: Schnur, 2 Anker, 1 Pfeilstecker

Mit diesen kurzen Schnurstücken verbinde ich nun die Wippen in der Mitte und stecke sie mit den sog Ankern oder Klammerbolzen der Firma Texsolv fest.
Dann brauche ich 6 lange Schnurstücke, à 65 cm, die ich jeweils um eine der Verbindungsschlaufen schlinge und dadurch befestige, dass ich das eine Ende durch eines der Löcher am anderen Ende ziehe. Fertig sind die Heber-Schnüre, die später durch die Mittellöcher jedes 2. Querschemels gesteckt werden.


In die äußeren Löcher der Wippen kommen die Schnüre, an denen die Schäfte hängen. 
Das richtige Maß ermittelt man dadurch, dass man einen Schaft provisorisch aufhängt, einen festen Faden, z.B. Teppichkettgarn, durch eine Litze und den Kamm zieht, den Faden über die beiden Streichbäume leitet und an beide Enden ein Gewicht hängt. Jetzt justiert man solange die Länge der Texsolvschnur bis der simulierte Kettfaden durch die Mitte des Litzenauges und durch die Mitte des Kamms geht.



Meine 12 Schnüre waren jeweils 23 cm lang, als ich sie durch das Loch in der oberen Schaftlatte gezogen hatte.




Mittlerweile habe ich Schraubhaken an die oberen Schaftleisten geschraubt und ich bräuchte nur noch 20 cm Schnur. Ich stecke einfach die Schnüre durch die Wippenlöcher rechts und links, befestige sie jeweils mit einem Anker und hänge die Schäfte in der richtigen Höhe mit ihrem Haken in die Schnur. 
Bevor ich die Schäfte aufhänge, habe ich sie natürlich mit der benötigten Anzahl Litzen bestückt. Mein Webstuhl ist mit Texsolvlitzen 280/12 ausgerüstet, Das sind die sog. Standardlitzen, auch einfach 28er genannt
.



An den oberen Schaftleisten können die Litzen nicht abrutschen, weil die kleinen Haken für die Aufhängung, die außerhalb der Webbreite angeschraubt sind, sie daran hindern. Den unteren Schaftleisten verpasse ich eine Gummischnur mit Metallsplinten, um das Abrutschen der Litzen zu verhindern. Meine Gummischnur hat einen Durchmesser von 1,5 mm.



 Nun kommen wir zu den Anlängerschnüren.



Hinten am Webstuhl ziehe ich durch jedes der 5 Löcher am Warenbaum je ein Stück Texsolvschnur, das so lang ist, dass es fast an die Litzen reicht. Ich befestige die Schnüre am Anlängerstab, indem ich sie einmal um den Stab lege und jeweils das Ende der Schnur durch eines der Löcher ziehe. Dann ziehe ich eine Polyesterkordel durch das Loch in den überstehenden Endstückchen und befestige die Kordel rechts und links mit einem Knoten am Anlängerstab.
Wenn ich die Kette aufziehe, nehme ich alle Schnüre ab, bis auf die äußere, rechts oder links, lege dann den Stab in die Schlinge meines Fadenkreuzes und mache das gegenüberliegende Ende provisorisch mit einem Pfeilstecker wieder fest.

Die Verbindung zum vorderen Anlängerstab mache ich mit einer langen Polyesterkordel. Hier werden später die offenen Kettenden angebunden, darum muss ich hier keine lösbare Verbindung haben. Damit die Kette nicht schief aufgewickelt wird, muss man beim Anbringen dieser Schnur darauf achten, dass sie immer in gleicher Richtung durch die Löcher gezogen wird und entsprechend um den Anlängerstab geführt wird. Die Enden der Schnur habe ich mit einem Knoten in den Bohrungen des Stabes befestigt.


Jetzt kann ich die Kette am Schärbaum ablängen.


Mein erstes Gewebe auf dem fertigen Webstuhl soll ein Stoff für eine leichte Jacke werden.
Ich hatte in meinem Vorrat noch Konen mit Merinowolle in zwei verschiedenen Stärken.



Einzeln wäre mir das Garn zu dünn gewesen, so habe ich beschlossen, die beiden Konen zu mischen. Es handelt sich  einmal um schwarze Wolle Nm 27/2, die verzwirnt ist und um gefachte Wolle mit 3 Fäden à Nm 40/2.


Meine neu gebildetes Garn hat je einen Faden von den beiden Konen und ich habe die Kette mit sechs dieser zusammengesetzten Fäden pro Zentimeter geschärt. Ich mache beim Schären nur ein Fadenkreuz und kein Gangkreuz, sondern gehe stattdessen mit dem Garn nur um den Wendezapfen an meinem Schärbaum herum. Außerdem lege bei jedem neuen Umgang den oder die Fäden immer wieder über die bereits geschärten. Gelernt habe ich das einmal anders, für mich hat sich dieses Vorgehen aber als praktischer erwiesen.


Die Schlinge des abgebundenen Fadenkreuzes lege ich um den Anlängerstab, dann stecke ich die Fadenkreuzlatten ins Kreuz und befestige die Latten am Webstuhl.
In Jane Staffords Online Guild habe ich eine praktische Art gelernt, die Kreuzlatten so zu befestigen dass sie bei Bedarf horizontal und vertikal verschiebbar sind.




Ein Stück Schnur wird doppelt genommen und als Schlinge z.B. um den Mittelbalken des Webstuhls gelegt. 
Die beiden Enden werden nun nacheinander so durch die Löcher der Kreuzlatten gezogen, dass dabei eine Verkreuzung entsteht.


Das passiert, wenn man das erste Schnurstück von oben durch die 1. Latte fädelt und auch von oben durch die 2. Latte. Dann nimmt man das 2. Schnurstück und fädelt es von unten durch Latte 1 und auch von unten durch Latte 2. Die beiden Enden kann man dann mit einem aufziehbaren Knoten am Streichbaum befestigen. Die Kreuzlatten haben jetzt einen guten Abstand voneinander und lassen sich durch die Reibung auf der Schnur in jede gewünschte Stellung schieben.


Nachdem ich die Knoten aufgelöst habe, die das Fadenkreuz sicherten, kann ich nun meine Kettfäden im Reedekamm verteilen. Der Reedekamm hat eine Zentimetereinteilung, es kommen also 6 Fäden in jede Abteilung.


Meine Kette ist 80 cm breit und 5 m lang. Ich habe jetzt schon zum 2. Mal erfolgreich Jane Staffords sehr einfache Methode angewandt, die Kette allein aufzuziehen, nur mit Hilfe von einn paar schweren Büchern.


Jane legt Papier ein, beim Aufwickeln des Kettbaums, ich habe meine Kettleisten benutzt.




Wenn man sich mit einem Stuhl vor den Webstuhl setzt, kann man recht bequem den Litzeneinzug machen.


Beim Blattstechen sitze ich lieber etwas höher auf meiner Webbank, so hat man einen guten Überblick.


Nun zur Trittverschnürung. 
Die Kontermarschwippen sind noch festgestellt.
Als erstes werden die Schäfte mit den Querschemeln verbunden.
Ich sitze dabei vorne vorm Webstuhl auf einer Fußbank.

Für mein Gewebe brauche ich 4 Schäfte und 6 Tritte. Ich setze also 8 Querschemel auf die entsprechende Achse. Die Querschemel sollen nach der Anschnürung waagerecht stehen.
Da die Querschemel alle in gleicher Höhe angebracht sind, ist es nicht so einfach, diejenigen für die Hebungen und jene für die Senkungen auseinanderzuhalten. Eine gute Möglichkeit wäre die farbige oder sonstige Markierung jedes zweiten Querschemels.
Ich habe mit verschiedenfarbigen Schnüren gearbeitet.
Seit einiger Zeit kann man in Schweden  Texsolvlschnur  in den Farben schwarz, rot, blau und gelb kaufen. Ich habe mir letztes Jahr eine Rolle in blau direkt bei Texsolv bestellt. Das Porto nach Deutschland dürfte aber so hoch sein, dass man vielleicht erst einmal hier bei den einschlägigen Händlern anfragt, ob sie farbige Texsolvschnur verkaufen oder mitbestellen können.
Eine andere Möglichkeit wäre es, sich die abgelängten Schnüre selbst einzufärben. Das soll ganz gut mit Jacquard iDye Poly funktionieren. Normale Stofffarbe haftet auf der Kunststoffschnur nicht gut.



Natürlich kann man die Schnüre auch alle weiß lassen, aber es erleichtert die Sache, wenn man in die unteren Schaftlatten Schnüre in einer abweichenden Farbe einzieht, sie mit jedem 2. Querschemel verbindet und dadurch, wie hier, z.B. die Senker markiert.

Auf den beiden Bildern kann man die Reihenfolge gut sehen:  Die lange Schnur, die von der Mtte der Wippen kommt, wird vor den Litzen nach unten geleitet und unter dem Mittelloch des ersten Querschemels mit einem Anker befestigt.  Der zweite Schemel wird mit der unteren Schaftlatte durch eine farbige Schnur verbunden, der 3. mit einer langen weißen usw. Die Schemel 1,3,5,7 sind also weiß verschnürt, die mit geraden Zahlen blau. Die langen Schnüre gehen jeweils vor ihrem Schaft lang und mitten durch die Kette, dabei sollen sie die Kettfäden nicht beiseite drücken.

 


Jetzt sollen die Querschemel mit den Tritten verbunden werden.

Ich habe 12 weiße und 12 blaue Schnüre auf 40 cm Länge geschnitten und in jede Schnur provisorisch schon einmal einen Anker gesteckt.
Ich sitze weiterhin vorne vorm Webstuhl und stecke, hinten beginnend, die Ankerschnüre entsprechend meiner Patrone in die Löcher der Querschemel, dabei gehe ich Schaft für Schaft vor.
 

Jedem Schaft sind 2 Querschemel zugeteilt, einer für die Senkung und einer für die Hebung.
Der hinterste Querschemel ist blau angebunden, er ist für die Senkung des Schafts zuständig und bekommt auch blaue Schnüre zu den Tritten.  
Diese Schnüre werden durch die Löcher gesteckt, die in der Webpatrone den leer gebliebenen Kästchen entsprechen und oben mit einem Anker festgeklemmt.

Die langen, weißen Schnüre sind für die Hebung zuständig. Die Querschemel, die weiß angebunden sind, bekommen also weiße Schnüre zu den Tritten. Hier werden die schwarzen Kästchen der Patrone verschnürt.



Die Zeichnung soll die Zuordnung noch einmal verdeutlichen. Hier sind Senkung und Hebung allerdings so dargestellt, wie sie erscheinen, wenn die Querschemel übereinander liegen. Am Lotta-Webstuhl haben wir es ja jeweils mit einem Senker und einem Heber nebeneinander zu tun. 
(Achtung: Das Steckschema der Anker, das auf den Fotos zu sehen ist, entspricht nicht der oben abgebildeten Patrone, u.a. weil ich die Anbindung immer so abändere, dass eine sog. schreitende Trittfolge möglich ist.)



Wenn alle Schnüre eingesetzt sind, kann ich sie mit den Tritten verbinden.
Mein Webstuhl hat ja nicht für jeden Schaft ein Loch in den Tritten sondern je ein Loch für jeden Querschemel. Daher kann ich beim Durchziehen der Schnüre in die Tritte ganz einfach abzählen, Schemel 8, Loch 8, Schemel 7, Loch 7 usw.

Ich gehe Tritt für Tritt vor und befestige die Schnüre unter den Tritten dann mit Kabelbindern.  
Dabei beginne ich wieder von hinten und schiebe den Kabelbinder, als Sicherheitsmaßnahme gegen das Ausreißen, jeweils durch das 2. Loch der Schnüre.  
Durch das Knübbelchen am hinteren Ende und die Schrägstellung der Tritte kann der Kabelbinder nicht rausrutschen.


Zum Schluss  muss ich dann nur noch die Anker oben auf den Querschemeln so feststecken, dass alle Tritte in die gleiche Höhe kommen. Meine Tritte schweben hinten 15 cm über dem Boden.


Jetzt wende ich mich wieder der Kette zu. Ich finde, dass die Verschnürung der Tritte einfacher geht, wenn die Kette noch nicht angeknotet ist, Man hat einfach einen besseren Überblick.


Das Anknoten der Kette an den Anlängerstab mache ich also ganz zum Schluss. Ich setze zuerst nur einen Knoten und kontrolliere noch einmal die Stelle, an der die langen Schnüre, von den Wippen kommend, durch die Mitte der Kette gehen.


Falls die Schnüre nur geringfügig außerhalb der Kettmitte liegen, reicht es, den Kamm etwas in der Kammlade zu verschieben. Werden Kettfäden aber regelrecht beiseitegedrückt von den Mittelschnüren, muss man diese einzeln von den Querschemeln lösen, an der richtigen Stelle durch die Kette führen und wieder befestigen.
Wenn das alles erledigt ist, ziehe ich die Knoten noch einmal fest und setze einen zweiten Knoten darüber.
Nun darf man nicht vergessen, die Feststeller aus dem Kontermarsch zu ziehen, sonst öffnet sich kein Fach.



Der kurze Film zeigt, wie weit sich das Fach öffnet. Ich habe einen geraden Einzug auf 4 Schäften, gleichseitigen Köper und zusätzlich zwei Leinwandtritte angeschnürt. Meine Patrone habe ich umgestellt für eine schreitende Trittfolge. Ich trete im Film Leinwandbindung rechts außen und links außen und dann abwechselnd von außen nach innen die Köpertritte.



Den Stoff für die Jacke habe ich in Leinwandbindung gewebt.


Für den Schuss habe ich das Kettmaterial verwendet und in regelmäßigen Abständen Streifen aus Sockenwolle in pink/lila Tönen eingewebt.


Die Köperbindung hatte ich nur angeschnürt, um den Webstuhl mit mehreren Schäften auszuprobieren. Oben auf dem Probestück sieht man einen Spitzköperstreifen. Meine weiteren Köperversuche waren alle schwarz auf schwarz und im Foto nicht gut zu erkennen.
Aber eins der Streifenmuster gefiel mir ganz gut und ich habe schon wieder eine neue Kette mit dem gleichen Material auf dem Webstuhl.



Zum Schluss noch ein Tipp fürs Weben, der auch wieder von Jane Stafford stammt.

Ein gleichmäßiger Anschlag, besonders bei lockeren Geweben und eine schöne Webkante gehören zu den großen Schwierigkeiten für den Webanfänger und obwohl ich schon seit 1980 webe, kann ich wirklich nicht behaupten, dass ich immer tolle Ränder und gleichmäßige Stoffe zustande bringe.
Seit ich mir aber Janes Art zu weben angewöhnt habe, sehen alle meine Gewebe wesentlich besser aus. 

Jane Stafford Textiles

Ich öffne mein Fach, schieße das Schiffchen durch, schlage mit der Kammlade an und lasse die Lade in dieser Stellung direkt am Gewebe, während ich umtrete. Dann erst geht die Lade im neuen Fach zurück und der nächste Schuss wird eingegeben.
Jane sagt dazu:

 Throw - Beat - Change - Beater back







Mittwoch, 13. Mai 2020

Bauplan für einen kleinen Kontermarschwebstuhl


Ich wollte einen kleinen, handlichen Webstuhl haben, ausgerüstet mit Tritten, weil mir die Handhabung von Hebeln einfach zu langsam geht und mit Kontermarsch für eine gute Fachbildung.


Ich wusste, dass mir 6 Schäfte und Tritte reichen würden, da ich die einfacheren Bindungen bevorzuge. 
Ich mag sehr, sehr gerne die Klarheit der Leinenbindung, einfachen Köper und seine Abwandlungen und habe festgestellt, dass ich tatsächlich öfter 6-schäftige Muster webe als 8-schäftige.
Erfreulicherweise stehen mir einige andere Webstühle zur Verfügung, wenn ich eine höhere Schaftanzahl benötige.
Wer möchte, kann aber diesen Webstuhl auch als 8-Schäfter bauen. Die Tiefe des Webstuhls sollte dafür ausreichen. Es müssten die Seitenteile entsprechend verbreitert  und weitere Maße angepasst werden, um die zusätzlichen Wippen, Schäfte und Querschemel unterzubringen. Um die beiden fehlenden Tritte aufzunehmen reicht eine Verlängerung der Achse.



80 cm Webbreite reichten mir, erfahrungsgemäß ist das ein gutes Maß, wenn man gern Stoffe für Kleidung webt.
Desweiteren sollte mein neuer Webstuhl eine Hängelade haben, weil man einen besseren Blick auf den jeweils letzten Anschlag hat als mit einer Standlade und ich finde es einfacher, ein lockeres Gewebe mit einer leichten und schwingenden Lade zu erzielen. 

Die Kammlade sollte so gebaut sein, dass sie auch längere Kämme aufnehmen kann, so dass es möglich ist, Kämme von größeren Webstühlen mitbenutzen zu können.


Außerdem wollte ich gern einen eingebauten Reedekamm haben, ähnlich wie ich es von meinem kleinen Louet Webstuhl kenne. Es hat mir immer eingeleuchtet, dass es durch die Positionierung des Reedekamms unnötig ist, beim Bäumen die Schäfte zu entfernen.

Also haben mein Mann und ich uns ein paar Gedanken gemacht, wie das Ganze aussehen könnte und aus ein paar vorhandenen Materialien und zugekauftem Holz einen eigenen Webstuhl entworfen und gebaut, dem ich, nach meiner Großnichte, den Namen  Lotta gegeben habe.





Auf der Zeichnung und dem folgenden Foto kann man gut den Grundaufbau des Webstuhls erkennen, der aus drei Hauptteilen besteht.
Das Herzstück bildet ein Webrahmen mit seinen drehbaren Bäumen, den Streichbäumen und einem Verstärkunggsholz im hinteren Bereich.
Dieser Rahmen steht auf einem Unterteil mit Tritten, das auch die Querschemel aufnimmt und darauf aufgesetzt ist der Überbau mit dem Kontermarsch und den Aufnahmen für die Hängelade.




Der Rahmen

 

Im vorausgegangenen Blogbeitrag habe ich geschrieben, dass wir noch Holzteile für den Nachbau eines Kothe Nordia Tischwebstuhls im Keller hatten, und dass wir diese für den Bau des neuen Webstuhls genutzt haben.
Wer einen solchen Webstuhl hat und ihn umbauen möchte, kann sich einen Teil der Arbeit also sparen.


Nachbau des Kothe Nordia Tischwebstuhsl von Varpapuu

Der Rahmen setzt sich zusammen aus den zwei Seitenstücken, die man aber nicht unbedingt, wie hier geschehen, aus jeweils 3 Teilen zusammensetzen muss, sondern auch aus einem Brett sägen kann.


In die runden Löcher werden Kettbaum und Warenbaum gesteckt, oben werden die Streichbäume angeschraubt. Unter den Kettbaum wird noch eine Verstärkung in den gleichen Abmessungen wie die Streichbäume geschraubt. Diese Verstärkung befand sich ursprünglich auch unter dem Warenbaum, wir haben sie dort aber weggelassen, weil ich mit den Knien dort angestoßen wäre und wir den Webstuhl lieber niedrig halten wollten.


Material für den Rahmen
2 Seitenteile 
   im vorliegenden Fall sind die Endstücke 28 mm, das Mittelstück 20 mm stark
2 Streichbäume und
1 Verstärkungsholz je 40 x 30 x 860 mm
2 Bäume, Durchmesser 32 mm, Länge 940 mm, 
   mit 5 Bohrungen für die Anlängerschnüre 
   bei 100 - 285 - 470 - 655 - 840 mm 



2 Sperrklinkenräder mit  Handgriffen und Sperrhaken



Die Zahnräder hat seinerzeit ein Schreiner für uns angefertigt. Ich habe sie - wie den ganzen Rahmen - benutzt, weil ich sie noch hatte und weil sie sich bei unserem Kothe Nordia Nachbau bewährt hatten.
Man kann sich aber aus einem passenden Material wie Sperrholz, Hartholz, Metall oder auch Kunststoff durchaus selber, anders gestaltete Sperrklinkenräder und dazu passende Sperrhaken aussägen. Für den Post über den Bau eines Webrahmens  hat mein Mann die folgende Anleitung verfasst, die man natürlich auch nutzen kann, wenn das Rad ein wenig größer sein soll.

Wie erhalte ich die Kontur für ein Sperrklinkenrad?



Der Kreis könnte z.B. 100 mm groß sein und als Material würde sich 10 mm starkes Sperrholz eignen.


Wir haben die Zahnräder auf der rechten Seite montiert, links ist nur eine Platte angeschraubt, die den Baum am Herausfallen hindert. Der Griff ist ans Zahnrad geschraubt und dieses ist auf eine Verjüngung am Ende des Baum aufgesteckt und festgeleimt worden.



Die Zahnräder und ihre Sperrhaken sind so angebracht, dass Kette und Gewebe so aufgerollt werden,
dass man die Kettleisten beim Bäumen und beim Abdecken des Anlängerstabs und der Anlängerschnüre einfach von vorne einlegen kann, was ich wesentlich praktischer finde.


Das Bild veranschaulicht die Situation am Viktoria Webstuhl von Glimåkra, bei dem ich mir das abgeguckt habe.
Hier sieht man zudem eine preiswerte Alternative für Kettleisten. Ich kaufe alte Innenjalousien aus Holz, deren Lamellen ich auf die jeweils passende Länge für meine Webstühle schneide.



Das Unterteil des Webstuhls



Um eine gute Standfestigkeit zu gewähren, haben wir eine geschlossene Rahmenkonstruktion für den Unterbau gewählt, die im vorderen Bereich die Aufnahmen für die Tritte hat. Bei kleineren Webstühlen ist es wesentlich praktischer die Tritte vorne anzulenken, da das ganze Unterteil dann nicht so hoch gebaut werden muss.


Das linke Seitenteil ist hier bereits einfach von außen angeschraubt worden. Dieses Seitenteil hat im mittleren Bereich schon die Aufnahmen für die Achse der Querschemel, die dem rechten Seitenteil fehlen. Beide Seitenteile haben die aufgesetzte obere Leiste, sie dient als Träger für den eigentlichen Webrahmen.
In die oberen Ausschnitte der Seitenteile wird später der Kontermarschaufbau gesetzt.


Hier sind bereits die Tritte eingesetzt. Um die Achse dafür in den geschlossenen Rahmen zu setzen, hat das rechte Rahmenteil ein kleines Bohrloch, natürlich könnt ihr das Loch auch links oder an beiden Seiten anbringen. 
Die Achsen der Tritte und Seitenschemel haben am Ende je eine kleine Durchbohrung, in die ein Splint gesteckt wird, so dass sie nicht aus ihren Halterungen rutschen können.


Es hat sich gezeigt, dass sich die Tritte besser  treten lassen, wenn sie einen etwas größeren Abstand voneinander haben. Das ist in den Planzeichnungen bereits berücksichtigt. Dadurch sind die Einkerbungen der beiden mittleren Tritte, die auf den Fotos zu sehen sind, dann nicht mehr nötig.


Nun sind auch alle Querschemel auf die dafür vorgesehene Achse aufgefädelt.

Wenn man einen Webstuhl klein halten will, also auch niedrig, ist es sinnvoll, die Querschemel für Senkung und Hebung auf einer Ebene anzubringen, statt wie üblich übereinander.  Der Rita Webstuhl ist so gebaut und hat ein Fach, das sich sehr gut öffnen lässt. Auch der Kaorin kangaspuut und der Aktiv Webstuhl von Glimåkra haben diese Art der Anbringung der Querschemel.


Diese beiden Zeichnungen zeigen die Maße für die Querschemel und Tritte.
Wenn ihr andere Grundmaße für den Webstuhl nehmt, andere Holzstärken benutzt oder einen 8-Schäfter baut, ist es natürlich nötig alle Maße anzupassen, das gilt besonders für die Platzierung der Löcher für die Schnüre zwischen Querschemeln und Tritten und des mittleren Lochs in den Querschemeln.



Die Tritte für meinen 6-schäftigen Webstuhl haben 12 statt 6 Löcher. Das ist so eigentlich nicht üblich und war ursprünglich ein Versehen meines Mannes, der einfach von den 12 Querschemeln zu den Tritten runtergelotet hat und alles mit Bohrungen versehen hatte, bevor ich Zeit hatte, einen Blick darauf zu werfen. Tatsächlich habe ich dann festgestellt, dass es enorm praktisch ist, für jeden der Querschemel das passende Loch zu haben, man kann so viel einfacher abzählen beim Anknoten. Die Schnüre vom Schemel Nr. 1 kommen immer ins 1. Loch, von Nr. 2 ins 2. Loch , von Nr. 3 ins 3. Loch usw. Man kommt nicht so leicht durcheinander als wenn man die beiden Querschemel von Schaft 1 mit der ersten Lochreihe verbinden müsste.



Material für das Unterteil
4 Kanthölzer für den Grundrahmen
2 Seitenteile
2 kleine Holzleisten, die den Grundrahmen tragen
2 Aufnahmen für die Achse der Querschemel
12 Querschemel aus Buchenholz
3  Aufnahmen für die Achse der Tritte
6 Tritte aus Buchenholz
je 1 Achse aus 8 mm Rundstahl für die Tritte und die Querschemel
4 passende Splinte 



Der Überbau mit Kontermarsch und Hängelade

 


Der Überbau besteht im Wesentlichen aus 2 Seitenteilen, die in den Ausschnitt der unteren Seitenteile gesetzt und wie diese am Rahmen verschraubt werden. Anders als auf dem Foto sollte auch der Unterbau mit 2 Schrauben befestigt werden, uns fehlte zum Zeitpunkt der Aufnahme noch die passende Größe.


Im oberen Bereich werden die Seitenteile hinten und vorne durch ein Brett verbunden, diese Konstruktion bildet den Kasten für den Kontermarsch. Den Bau eines Kontermarsch habe ich in einem früheren Blogpost schon einmal ausführlicher behandelt.


Auf den Seitenteilen ist hochkant je in Brett angebracht, das nach vorne herausragt, und an dem seitlich, innen, die Aufnahmen für die Hängelade angebracht sind. Der kleine Überstand vor dem Kerbenblock für die Hängelade soll noch für eine LED-Lichtleiste genutzt werden.


Diese Zeichnung zeigt u.a. die Bemaßung der 12 Kontermarschwippen und insgesamt 12 Schaftlatten.
Die Kontermarschwippen haben jeweils eine Bohrung in der Mitte für die Achse der Wippen und eine an der äußeren Seite für die Feststeller.  Die Mittelachse haben wir fest eingebaut, die Feststeller kann man einfach einstecken und rausnehmen.
Die Schaftlatten  haben Löcher an ihren Außenkanten, hier kann man während des Litzeneinzugs Schaftnadeln einsetzen und später eine Fadensicherung einziehen, damit die Litzen seitlich nicht abrutschen. 
Die oberen Schaftlatten werden bei mir noch kleine Hakenschrauben bekommen, in die ich die Texsolvschnur, die von den äußeren Wippen kommt, einhaken kann. Momentan habe ich die Schnur einfach in die Löcher gefädelt, das ist auf die Dauer aber nicht so praktisch, wenn man die Litzenmenge oder auch die Höhe der Schäfte verändern will.
Ich verwende übrigens in diesem Webstuhl Texsolv Litzen 280/12.




Die unteren Schaftlatten haben ein längsgehendes Mittelloch, das die Schnur aufnimmt, die von der Mitte der Wippen ausgeht.


Die seitlich angebrachten Aufnahmen für die Hängelade sollten aus Hartholz sein, hier ist es Buche,  sie haben mehrere Vertiefungen, so dass es möglich ist, weiter nach vorne oder hinten zu hängen. 

Für eine Höhenverstellung haben wir nichts vorgesehen, deshalb rate ich dazu, zu prüfen, ob ein gespannter Faden, der über die Streichbäume läuft, mittig durch den Kamm kommt und danach, die genaue Stelle für die seitlichen Aufhängungen der Kammlade oder alternativ den Platz für das Kerbenblöckchen zu bestimmen.


Auch die Schwingarme der Lade sind aus Buchenholz gesägt, die Aufhängungen aus Metall gefertigt.



Mein Mann hat dafür ein Stück einer 8 mm starken Gewindestange in das Holz eingesetzt und auf den überstehenden Teil einen Rohrabschnitt mit einem Durchmesser von 10 mm geschoben.



Es ist wichtig, dass die Lade wirklich senkrecht hängt, damit kein schiefes Gewebe entsteht, darum sollte hier sehr sorgfältig gearbeitet werden.



Auf dem oberen Bild kann man sehen, dass es bei der Konstruktion der Lade möglich ist, auch längere Kämme zu nutzen. Das ist sehr praktisch und leider ist das nicht bei allen kleinen Webstühlen der Fall.


Hier sieht man die Kammlade von hinten. Oben haben die senkrechten Teile ein Langloch, damit man die Kämme gut einsetzen kann. An dieser Stelle wäre es sinnvoll, eine Flügelmutter anzubringen, damit man dafür kein Werkzeug braucht, wir hatten leider keine passende zur Hand und werden auch das natürlich nachrüsten.


So sieht das Ganze von der Seite aus.


Weil Kämme durchaus unterschiedlich dicke Bünde haben, ist es sinnvoll, die Nuten, in die der Kamm geklemmt wird, anzuschrägen, so passen alle Größen hinein. 



Nun fehlt noch der Reedekamm, der auf der hinteren Querleiste des Kontermarschkastens sitzt.



Weil ich den relativ kurzen Reedekamm auch bei meinen anderen kleinen Webstühlen einsetzen wollte, haben wir ihn abnehmbar gemacht. Er wird einfach auf einen, in den Kontermarschkasten eingesetzten Stift gesetzt, der auch den Deckel hält.
Der Kamm selbst besteht aus einer Leiste, die im Abstand von 1 cm mit kleinen Metallstiften bestückt ist, die 30 mm hoch herausragen. Auch wenn man kleine Nägel nimmt, sollten die Löcher für die Stifte vorgebohrt werden, da das Holz sonst zu leicht reißt. Wir haben die Stifte zusammen  mit einem Tropfen Holzleim eingetzt.
Die Leisten, die wir benutzt haben sind nut 10 mm stark, ich würde mittlerweile die untere etwas höher machen, um so den Reedekamm höher zu setzen, damit sich die Kettfäden nicht mit den Steckern in den Wippen verheddern können. Der Deckel, den man vorne sieht, hat einfach einen Längsschnitt bekommen. 


Material für den Überbau und die Lade
2 Seitenteile
2 Querhölzer für den Kontermarschrahmen, Buchenholz
12 Kontermarschwippen
2 Achsen für die Kontermarschwippen aus 8 mm Rundstahl
2 Feststeller, z.B. aus 6 mm Rundstahl 
12 Schaftlatten aus leichtem Holz (Fichte, Kiefer)
2  Aufnahmen für die Hängelade, Buchenholz
2 Seitenteile für die Hängelade, Buchenholz
2 Hölzer für die Kammaufnahme der Hängelade
2  Gewindestangen, 8 mm Durchmesser, 49 lang
2  Metallhülsen, 10 mm, 20 mm lang



Zum Webstuhl braucht man nun natürlich noch eine passende Bank.




Ich bin 1,70 m groß und komme mit der gezeigten Höheneinstellung gut klar. Für größere und kleinere Menschen ist die Bankhöhe leicht verstellbar.


Dazu müssen nur die beiden Schlossschrauben entfernt werden, dann werden die Rundhölzer in der gewünschte Höhe eingeschoben und wieder befestigt.



Die meisten Teile des Webstuhls sind aus Nadelholz gebaut.
Damit der Kontermarsch gut funktioniert, ist es wichtig, dass die Schäfte nicht zu schwer sind. Die Wippen, Querschemel und Tritte sind aus dem schwereren Buchenholz, die Schaftlatten aus leichtem Nadelholz.
Bei unserem Prototyp waren die Schaftleisten auch aus Buche und dadurch so schwer, dass die Kontermarschwippen nicht in Waage blieben sondern absackten, nachdem ich die Feststeller der Wippen gezogen hatte. Nach der Materialänderung für die Schaftlatten steht der Kontermarsch auch, ohne dass überhaupt eine Kette aufgezogen ist.  Ich weiß, dass in manchen Fällen nur die Kette dafür sorgt, dass die Wippen nicht zu tief fallen, was für die Kette selbst aber eine unnötige Belastung darstellt.
Für die Seitenteile der Kammlade haben wir auch Buchenholz genommen, weil wir hoffen, dass es sich nicht so leicht verzieht.

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, jede einzelne Schraube anzugeben und hoffe, dass sich keine Meßfehler eingeschlichen haben. 
Die Angaben beschreiben meinen Webstuhl und kleine Änderungen an einer Stelle können weitere nach sich ziehen. Darum empfehle ich, meinen Angaben nicht blind zu folgen, sondern stets den eigenen Bau im Auge zu behalten.
Wer noch Fragen hat, kann mich gern per E-Mail kontaktieren, meine Mailadresse findet ihr im Impressum.

In meinem nächsten Blogpost zeige ich, wie ich die Verschnürung des Webstuhls mache, eine Kette aufziehe und webe.