Freitag, 14. September 2018

Wiederverwendung

Vor 6 Jahren habe ich ein kleines Dreiecktuch gestrickt, das ich aber so gut wie nie getragen habe.


Also habe ich beschlossen, es einfach aufzuribbeln und das Garn als Kette für einen neuen Webschal wiederzuverwenden.


Weil ich faul bin, habe ich mit das Garn, ohne es vorher zu waschen, gleich vom Knäuel aus weiterverarbeitet und den 30 cm breiten Schulwebrahmen Karin damit bespannt.
Bei einem 40/10er Kamm, ergaben 80 Fäden eine Webbreite von 20 cm.


Beim nächsten Mal würde ich anders verfahren und das aufgeribbelte Garn vorher waschen, um es zu glätten.


So war es etwas schwierig, beim Nachlassen der Kette immer wieder die richtige Spannung einzustellen.


Als Schuss habe ich das schöne weiche Ficolana Arwetta classic ausgewählt, die eine Hälfte in rot, die andere in pink.


Als ich das Gewebe vom Webstuhl nahm zeigte der Schal eine ausgesprochen interessante Struktur, die aber nach einer leichten Handwäsche verschwand.





Freitag, 31. August 2018

Webprobleme


Im Dezember hatte ich meinem neuesten Klappwebstuhl, Lasse Maja, eine Kette für einen Tischäufer verpasst.
Die Anleitung dazu hatte ich in dem 1987 erchienenen Buch Inredningsvävar von Ann-Marie Nilsson gefunden.



Die strenge Geometrie des Musters gefiel mir ausnehmend gut.
Als Kette war 16/2 Baumwolle angegeben, für den Schuss Lintow 6. Die Kette ist mit 18 Fäden pro cm recht dicht eingestellt und ich hätte eigentlich aufmerksam werden müssen, als ich las, dass die schwarz-weißen Ripsbereiche sogar eine Dichte von 54 Fäden pro/cm hatten.


Wenn ich nur ein bisschen nachgedacht hätte, hätte ich nicht einen so leichten Webstuhl gewählt, weil eine so dichte Kette auch einen festen Anschlag erfordert und ich hätte die Kette für die Ripsbereiche gesondert aufgebäumt. Man kann auf dem Bild schon erkennen, wie die dichten Fäden für den Rips sich dicker auf dem Kettbaum aufbauen.


Das Anweben funktionierte dennoch erstaunlich gut.


Aber nach und nach wurde die Ripskette, in die jeweils immer drei Schussfäden eingetragen wurden, immer schlapper.


Und natürlich baute sich das Gewebe am Warenbaum genauso auf, wie die Fäden am Kettbaum, da die Ripsstreifen ja dicker sind als das leinenbindige Gewebe.


Die Anzahl der Hölzer, die ich zum Spannungsausgleich einlegen musste, wurde größer 
und größer.




Zum Schluss habe ich die Ripskette dann einfach durchgeschnitten und an den Anbindestab geknotet.


Jetzt bin ich gespannt, wie beulig das Gewebe sein wird, wenn ich es vom Webstuhl nehme und ob es sich nach einem Entspannungsbad etwas erholt und sich vielleicht doch noch zu einem Läufer verarbeiten lassen wird.







Montag, 6. August 2018

Klapphuset, das Waschhaus in Kalmar

Ab 1857 wurden im schwedischen Kalmar Waschhäuser gebaut, um die Frauen beim Waschen der Wäsche im Meerwasser, vor der Witterung zu schützen.
Kalmar hatte schließlich vier Waschhäuser, von denen nur noch eines erhalten ist, und das als Einziges in ganz Schweden. Es wurde wahrscheinlich 1902 bis 1906 auf Pfählen ins Wasser gebaut.


Das klapphus ist noch heute in Gebrauch und von Mai bis September täglich geöffnet.


Rechts vom Eingang ist eine große Öffnung im Boden mit einer abgeschrägten Hozkante. 
Wenn die Sonne scheint kann man im Wasser sogar Fische schwimmen sehen.


Klappa bedeutet auf deutsch schlagen, klatschen, die Wäsche wurde wohl naß gemacht und immer wieder auf dieses Holz geschlagen um den Schmutz zu lösen.


Links vom Eingang gibt es ein kleineres Bassin, das rundherum begehbar ist.


Durch die vier in den Boden eingelassenen Tonnen, in die man sich hineinstellen kann, wird die Arbeit etwas erleichtert, ist aber immer noch anstrengend genug.

Foto: Monika Carlsson, Sydostvävarna

Und so sieht es aus, wenn dort wirklich gearbeitet wird. 
Im August 2015 hatten sich einige Weberinnen der Sydostvävarna, unserer Regionalgruppe der Riksvävarna,  dort getroffen, um gemeinsamFlickenteppiche zu waschen. 



Aber auch ohne Betrieb ist das klapphus in Kalmar ein sehr interessanter und ausgesprochen stimmungsvoller Ort und wirklich einen Besuch wert.
Es liegt auf Kvarnholmen neben dem Badestrand Kattrumpan am Rand der historischen Innenstadt.




Donnerstag, 26. Juli 2018

Handwerkstag in Virserums Kunsthalle

Seit einigen Jahren veranstaltet die Kunsthalle in Virserum im Sommer einen Kunsthandwerkertag.
Da auch die Kunsthalle auf dem sog. Bolaget-Gelände situiert ist und unsere vävstuga sogar genau gegenüber liegt, hatten wir beschlossen, auch unsere Türen für interessierte Besucher zu öffnen.


Im Frühjahr hatte der Trägerverein von Bolaget, Virserums hembygdsgård, vor der vävstuga ein großes Blumenbeet angelegt und eine große Holzterasse gebaut.


Diese Terasse, direkt an unserem Eingang, eignete sich natürlich wunderbar dazu, einen Teil der Weberei nach draußen zu verlegen.


Ich hatte zwei kleine Tische mitgebracht für je einen Drehstabwebrahmen 


und meinen 30 cm kleinen Webrahmen mit Gatterkamm.


Dazu kam noch mein 60er Webrahmen, für den ich ein Untergestell habe. 



Alle drei Rahmen waren mit Resten meiner Sockenstrickerei bespannt.


Einige Schals, die ich auf diesen einfachen Geräten bereits gewebt hatte, dekorierten unseren Stand.


Margarete hatte bisher immer nur auf großen Webstühlen gewebt, kam aber schnell mit dem kleinen Gatterwebrahmen zurecht und half mir beim Vorführen dieser Technik.


Am Tag darauf, fanden wir dann in den Nyheterna Östra Småland einen ganzseitigen
Bericht über den Kunsthandwerkertag der Kunsthalle in Virserum. 
Abgebildet waren darin auch unser einfachstes und unser kompliziertestes Webgerät, 
ein netter Gegensatz: der Drehstabrahmen und der Damastwebstuhl.


Vom Handwerkermarkt habe ich nicht so viel mitbekommen, direkt am Anfang hatte ich mal schnell die Runde gemacht, bin aber später nicht mehr dazu gekommen, ein paar Fotos zu machen, weil ich die ganze Zeit in der vävstuga aktiv war. Ich kann daher nur ein Bild meines Einkaufs machen, ein Reißverschluss-Täschchen aus einem wiederverwerteten kleinen Bildgewebe von syNanny.


 

Freitag, 29. Juni 2018

Schulwebrahmen Karin




Als ich im Frühjahr bei Ebay und Ebay Kleinanzeigen nach Drehstabwebrahmen suchte, gab es auch immer wieder Angebote älterer Webrahmen mit Gatterkamm.


Interessant fand ich dabei die kleinen Rahmen und schließlich habe ich zwei Stück mit einer Webbreite von 30 cm gekauft, jeweils für unter 20 € inkl. Porto.


Der Schulwebrahmen Karin stammt wahrscheinlich aus den 60er Jahren und ist ein sog. Eitorfer Webrahmen, hergestellt von K. Born in Eitorf/Sieg. Entsprechende Rahmen und Zubehör kann man heute immer noch bei der Firma Kircher bekommen. Auch Ashford bietet einen Rigid Heddle Loom mit 30 cm Webbreite an, den man u.a. in Deutschland bei Flinkhand verkauft wird.


Ich denke, von der Funktion her macht es keinen Unterschied, ob man mit einem preiswerten alten oder einem wesentlich teureren, neuen Webrahmen arbeitet. 
Eine Kleinigkeit ist bei den neueren Rahmen aber geändert worden, die Löcher sind heutzutage eher Langlöcher und damit ist das Einfädeln etwas komfortabler geworden. Mit dem richtigen Hilfsmittel, z.B. einem Fadenlasso geht es aber auch bei kleinen Löchern gut und schnell.


Die Kämme meiner kleinen Rahmen haben die Einteilung 40/10, also 4 Fäden pro cm und sind somit gut für Sockenwolle geeignet.



Für meinen ersten Versuch habe ich Hjerte Sock 4 in Kette und Schuss verwendet


und zusätzlich das Effektgarn Smilla der schwedischen Firma Järbo.


Dabei habe ich darauf geachtet, das Effektgarn mit seinen Verdickungen nur in die Schlitze des Kamms einzuziehen, um Probleme beim Anschlagen zu vermeiden.


Beim Weben gab es dann auch keinerlei Schwierigkeiten.


Der Rahmen ist so klein und handlich, dass er wirklich kein Untergestell braucht. 
Bei größeren Rahmen finde ich es nicht so toll, wenn man sie nur gegen eine Tischkante lehnt, bei diesem kleinen Teil ließ es sich aber wirklich gut und gemütlich so arbeiten.


Mit dem Resultat bin ich auch sehr zufrieden.





Auch auf dem noch kleineren Drehstabrahmen ist wieder ein Schal fertig geworden.


Ein Rest gemusterte  Sockenwolle und ein paar unifarbene Randfäden reichten für die Kette.


Als Schussmaterial hatte ich noch etwas Drops Alpaca in zwei Grüntönen von einem älteren Schalprojekt übrig.









Dienstag, 29. Mai 2018

Weitere Schals auf dem Schulwebrahmen


Seit meinem letzten Post ist viel Zeit vergangen aber relativ wenig davon habe ich dem Weben gewidmet.
Ende April sind wir eine Woche lang auf Bornholm gewesen, und haben dort in einem sehr kleinen aber nett und praktisch eingerichteten, sowie nah am Meer gelegenen Häuschen in Hasle gewohnt.


Natürlich hatte ich den kleinen Schulwebrahmen mit und in der Urlaubswoche dann den angefangenen Schal aus Restegarn zuende gewebt.


Die hellblaue Schussfarbe hätte nicht für den ganzen Schal gereicht und daher habe ich mit einem dunkleren Ton die zweite Hälfte abgewebt.


Und so sieht der fertige Schal nun aus:


Von Bornholm aus sind wir dann direkt mit der Fähre  Rönne / Ystad in unser Sommerdomizil nach Schweden gefahren.


Während schon vor der Bornholmreise in Deutschland unsere Magnolie in voller Blüte stand und auch auf Bornholm schon überall der Frühling spürbar war, sah es bei unserer Ankunft  in Virserum noch recht karg aus und die erste Woche war so kalt, dass wir noch heizen mussten.


Dann aber wurde es so warm, dass in kürzester Zeit der Flieder erblüte und bald danach schon wieder verblüht war und mittlerweile alle Pflanzen unter Trockenheit leiden.


Gut war dieses Wetter aber natürlich für die noch anstehenden Anstricharbeiten am Haus und so habe ich die meiste Zeit damit verbracht mal wieder alte Farbe abzukratzen, um danach den neuen Leinölanstrich anbringen zu können.


Dabei kam das Weben leider zu kurz, aber der kleine Schulwebrahmen ist ja schnell bestückt und so habe ich ihn mit Sockenwolle, die ich auf Bornholm gekauft hatte, neu bespannt.


Draußen auf dem förstukvist hatte ich einen idealen Webplatz.


Die sechs äußeren Kettfäden an den Rändern und die Schüsse zu Beginn und  Ende des Schals sind aus einfarbigen Restgarnen, Kette und Schuss ansonsten aus der gemusterten Sockenwolle.