Samstag, 31. Oktober 2026

Kleine Änderungen

 

 

 Nun habe ich noch einmal fast denselben Schal gewebt, wie im vorangegangenen Post.

 


 

Verarbeitet wurdn wieder farbiges Viskosegarn und schwarze Wolle in Kette und Schuss aber es gibt kleine Unterschiede.

 

 

Die Farben sind in diesem Gewebe symmetrisch aufgeteilt und das Blau ist durch ein leuchtendes Türkis ersetzt.

 


 

Aber der Hauptgrund dafür, dass ich diesen zweiten Fächerkamm-Schal gewebt habe, lag darin, dass das erste Exemplar zwar einen tollen Fall hat und das Gewebe auch ausreichend stabil erscheint, aber mir das Gewebebild in den weiten Bereichen, und dort besonders bei den hellen, gelbgrünen Streifen, nicht so gut gefiel. Es war mir zu "unordentlich" und wirkte, natürlich auch bedingt durch den dort stark kontrastierenden, dunklen Schussfaden, irgendwie verschmutzt.

 


 

Den älteren Schal habe ich mit einem 3D gedruckten 30/10 Fächerkamm gewebt. Da ich jedes Riet mit 2 Fäden bestückt habe, ergab sich eine Kettfadendichte von 6 Fäden pro Zentimeter im Mittelbereich. An den weiten Stellen des Musters war die Gewebedichte natürlich noch lockerer.

 

 

Bei diesem zweiten Versuch habe ich daher meinen 3D gedruckten 40/10 Fächerkamm eingesetzt. Mit zwei Fäden pro Riet ergab das also in der "Neutrallage", die ich am Anfang und Ende das Gewebes genutzt habe, eine Dichte von 8 Fäden pro Zentimeter.

 


 
 Das Gewebebild gefällt mir so tatsächlich besser!

 

 
 
Der Schal ist abgewebt, 
 

 
 mit Fransen versehen worden, gewachen und gebügelt. 
 


Hier sind nun beide Schals, sich leicht überlappend, nebeneinander zu sehen.

 


 
Links der neue Schal mit den beiden türkisfarbenen Streifen, rechts lugt ein Teil des älteren Schals hervor. 
 

Die Unterschiede werden gut in der Detailaufnahme sichtbar.

 


Der ältere Schal, der auf der rechten Seite abgebildet ist, hat eine Kettdichte von 6 Fäden pro Zentimeter. Hier tritt der schwarze Schuss in den bauchigen Stellen der Streifen stärker hervor als im vergleichbaren Bereich des Schals auf der linken Seite, der mit 8 Fäden pro cm in der Kette gewebt wurde.

Weiterhin kann man sehen, dass der schmale Bereich der Streifen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. In dem 30/10 Fächerkamm konnten die beiden Viskosefäden pro Riet noch in engere Bereiche des Kamms vordringen, als in dem ebenso mit 2 Fäden pro Riet bestückten 40/10er Fächerkamm des Schals auf der linken Seite.

 



Für den Griff und den Fall macht der Unterschied in der Dichte erstaunlich wenig aus. Das glänzende Viskosegarn ist so weich und glatt und die Merinowolle so fein, dass wiederum ein ganz leichter, lockerer Schal entstanden ist.

Wegen des verbesserten Gewebebildes würde ich bei Verwendung des gleichen Materials wieder mit 8 Fäden pro Zentimeter weben. 

 

 

 

Wer ein Fächerkammgewebe ausprobieren möchte und Zugang zu einem 3D-Drucker hat, kann sich bei Thingiverse kostenlos unsere 3D-Druckvorlagen für zwei unterschiedliche Fächerkämme herunterladen:

Einteilung 40/10 - https://www.thingiverse.com/thing:6501235

Einteilung 30/10 - https://www.thingiverse.com/thing:6741756 

 

 

Samstag, 26. September 2026

Weben mit Viskosegarn, ein neues Fächerkammprojekt

 
Bisher habe ich das ungleichmässig gesponnene, glänzende Viskosegarn, dass ich vor längerer Zeit auf einem schwedischen Flohmarkt gekauft hatte, im Wesentlichen als Schussgarn genutzt. 
 
 

 
Zum Beispiel in einem Blautürkiston für einen Schal den ich auf dem kleinen Fraens Dobby gewebt habe.
 

 

Da sich die wenigen Kettfäden aus dem Viskosegarn bei diesem Schal aber unproblematisch verweben ließen, habe ich für mein neues Fächerkammprojekt den Hauptteil der Kette aus den vier grünlichen Farbtönen meiner Viskosegarne zusammengestellt, jeweils unterbrochen von vier Fäden dünner Merino-Konenwolle in schwarz. 

 

 

Hier liegt die Kette im eingebauten Reedekamm des alten Louet W70 Tischwebstuhls, den ich in meiner Webwerkstatt in Virserum gerne für Fächerkammprojekte benutze.

 


 Gleich kann gebäumt werden.

 


 

Der Litzeneinzug ist fertig und ich kann nun jeweils zwei Fäden in die Schlitze des 3D gedruckten 30/10 Fächerkamms stechen, um dann mit 6 Fäden/cm meinen Schal zu weben.

 

 

In der Facebook-Gruppe Ondulé Weavers  hat Jean Halford Thompson verraten, welchen Trick sie anwendet, um den Einzug in den Fächerkamm zu erleichtern: 

Durch den Klebestreifen, der unterhalb der Mittellinie des Kamms angebracht wird, hat man gleichmäßig große Schlitze, das erleichtert den Blattstich und macht außerdem die Fehlerkontrolle einfacher.

 


Ich habe mittlerweile bei all meinen Fächerkamm - Elementen die Mitte gekennzeichnet. Das hat nicht nur das Anbringen des Klebestreifens erleichtert sondern ist auch praktisch, wenn man mit dem handgeführten Kamm hin und wieder Abschnitte in der Neutrallage weben will.

 

 

Nach dem Anbinden an die Anlängerleisten kann ich mit dem Weben beginnen. Für den Schuss habe ich das feine schwarze Wollgarn der schmalen Kettstreifen verwendet.

Auch bei diesen Schal habe ich wieder einmal nur die beiden Maximalstellungen des Kamms eingestellt:

Nachdem ich z.B. 10 cm mit tiefgehängtem Kamm, im obersten Kammbereich gearbeitet habe, hänge ich den Kamm so hoch, dass ich den unteren Bereich nutzen kann. Ich setze eine Markierung an den Rand und webe dann Schuss für Schuss bis die Kettfäden in der tiefstmöglichen Stellung im unteren Kammbereich liegen.  Nun webe ich solange weiter, bis ich ab Markierung 10 cm Gewebe messen kann. 

Dann setze ich die Markierung  hoch und hänge den Kamm so tief,  dass ich seinen obersten Bereich nutzen kann, um nun hier Schuss für Schuss die maximal mögliche Stellung zu erreichen, usw...

 

 

Ich habe angewebt und jetzt zeigt sich, dass ich bei meiner Wickelprobe nur auf die Farbzusammenstellung geachtet habe, und nicht an die Form der Streifen bedacht habe.

 

 

Anfangs gefiel es mir nicht, dass die beiden hellgrünen Streifen durch die gewählte Farbabfolge dieselbe Abfolge der Wellenform hatten. 

 

 

Sie wirkten so wie ein Rahmen um die gelbgrüne Form in ihrer Mitte und es irritierte mich, dass diese Gruppe im Gewebebild immer den Blick auf sich zog.

 


Der Schal ist fertig, aber noch unbehandelt, er ist 40-43 cm breit und ohne Fransen 170 cm lang.

 

 

 

Nach der Handwäsche hat sich das, vor allem in den weiten Teilen, sehr lockere Gewebe durch den Wollschuss etwas verdichtet.  Der Schal ist in der Breite dabei aber nur leicht auf  39 - 41cm geschrumpft und er hat aber immer noch die gleiche Länge.   





Und am fertigen Schal gefällt mir jetzt diese leichte Irritation, die durch die sowohl gleichfarbigen als auch  gleichgeformten, hellgrünen Wellen auftritt, sehr gut, weil das Gesamtdesign dadurch in meinen Augen interessanter wird.

 


 

Es ist leichter, fast durchsichtiger, im Licht schimmernder und fließend fallender Schal geworden.

 


 


 

 

Wer ein Fächerkammgewebe ausprobieren möchte und Zugang zu einem 3D-Drucker hat, kann sich bei Thingiverse unsere 3D-Druckvorlagen für zwei unterschiedliche Fächerkämme herunterladen:

Einteilung 40/10 - https://www.thingiverse.com/thing:6501235

Einteilung 30/10 - https://www.thingiverse.com/thing:6741756 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 19. August 2026

Sashiko-ori Schal

Nachdem mein erster Versuch, ein Halstuch in der Sashiko-ori Technik zu weben, wegen eines zu spät erkannten Webfehlers zum Mustertuch mutierte, habe ich nun tatsächlich einen Schal fertigstellen können.

 


Das Muster habe ich mit Hilfe des  Hitomezashi Sashiko Pattern Generators erstellt, den ich im vorangegangenen Post vorgestellt habe.

Für meinen Schal habe ich mir ein etwas komplexeres Design ausgesucht als bei den vorausgegangenen Musterproben. Es ist zwar genauso einfach zu weben wie diese, hat aber einen größeren Rapport. 

Der Pattern Generator hat für die Vertikale, also die Kettfäden, die Zahlen 10100 = Schaft 65655 ausgegeben und für die Horizontale, den Schuss, die Zahlenfolge  010000111 = Tritt 565555666. 

Die ungerade Ziffernfolge bedingt, dass sie sowohl im Einzugs- als auch im Schussrapport zwei mal hintereinander gewebt werden muss, weil die Leinwandschäfte alternieren

Man kann das hier am Beispiel eines Einzugsrapports sehen: 

1212-6-3434-5-1212-6-3434-5-1212-5

3434-6-1212-6-3434-6-1212-5-1212-5 

Dadurch umfasst der Einzugsrapport  50 Fäden und der Schussrapport sogar 90 Fäden. 

 


Gewebt habe ich dieses Mal mit Baumwolle 8/2, das Grundgewebe in einem gedämpften Orangeton, das Muster in schwarz.

 

 

 

Auf dem Bild oben sieht man, dass ich Grundkette und Musterkette getrennt geschärt habe, um nicht alle 4 Fäden einen Musterfaden anknoten zu müssen.

 

 

Beim Einzug ist klar zu erkennen, dass jede Kette ihr eigenes Fadenkreuz hat und die Fäden hier entsprechend der Patrone eingezogen werden: 4 x rote Kettfäden auf Schaft 1 und 2 oder 3 und 4, dann 1 schwarzer Musterfaden auf Schaft 5 oder 6.

 

 

Der Blattstich ist fast fertig.

 


 

Und beim Anweben musste ich links wieder einen Einzugsfehler finden... In diesem Fall konnte ich den falsch gelitzten Faden aber schnell aus dem Gewebe ziehen, mit Hilfe einer Reparaturlitze auf dem richtigen Schaft unterbringen und ihn wieder einstopfen.



 
So erscheint das Muster auf dem Webstuhl, die Rückseite ist in diesem Fall fast identisch. 
Wo auf der Oberseite das Muster im Ornament zwei Quadrate zeigt, ist auf der Unterseite das Doppelkreuz zu sehen und vice versa.
 


 
Gewebt habe ich diesen Schal auf meinem Mini Glimåkra Webstuhl.


 
Der Schal ließ sich wunderbar abweben bis dann gegen Ende die schwarze Kette zu locker wurde. Ich hatte für sie keine extra Spannmöglichkeit vorgesehen, obwohl mir klar war, dass durch die Flottierungen der Musterkette Längenunterschiede entstehen mussten, meine Hoffnung war, dass sich die Unterschiede bei der 2,30 m kurzen Kette nur wenig bemerkbar machen würden.
 
 

 

Das hätte wohl auch geklappt aber ich hatte beide Anlängerstäbe einfach zusammengeknotet und diese Verbindung hatte sich im Laufe der Zeit gelockert. Die abenteuerliche Gewichtung der Kette, die oben im Bild zu sehen ist, half aber dann ganz gut, den letzten Rapport noch vernünftig abzuweben.


 

 

Jetzt werden noch per Hand die Fransen gedreht und nach der Wäsche wird der Schal dann mit einem wesentlich moderneren Bügeleisen geglättet.

 

 

 So sieht der fertige Schal aus. 

Ich habe ihn mit 8 Fäden/cm gewebt und würde beim nächsten Mal eine weniger dichte Einteilung ausprobieren, um einen besseren Fall zu erreichen. Allerdings wird es spannend zu sehen, wie sich dann die flottierenden Musterfäden verhalten. Vielleicht muss man für diese in einem solchen Fall dann doch ein stärkeres Garn als für das Grundgewebe wählen.

 





Donnerstag, 23. Juli 2026

Erste Versuche mit Sashiko-ori

 

 

Beth Ross Johnson schreibt in ihrer im Januar/Februar 2023 in der Zeitschrift Handwoven erschienen Webbeschreibung, dass Sashiko der Oberbegriff einer japanischen Stickmethode ist, die nicht nur als Dekoration gedacht war, sondern auch zur Verstärkung und Reparatur von Textilien genutzt wurde. 

Der Begriff Sahiko-ori  (sashiko weaving) bezeichnet gewebte Textilien, die diesen Stil nachempfinden.

In der Handweberei werden oft die Muster der sog. Hitomezashi Sticktechnik (one stitch sashiko) benutzt, die sich dadurch auszeichnen, dass geometrische Motive aus einfachen, senkrecht und horizontal verlaufenden Laufstichen gebildet werden. Das lässt sich beim Weben gut durch flottierende Musterfäden in Kette und Schuss abbilden.

Da das Design durch binäre Regeln bestimmt wird, wie Stich oder Lücke, also Nullen und Einsen, lassen sich offenbar recht unkompliziert Computerprogramme zur Mustererzeugung erstellen. Eines davon ist der sehr einfach zu bedienende Hitomezashi Sashiko Pattern Generator


     https://www.forresto.com/sashiko

 

Mary McConnell hat in einem Artikel in der Zeitschrift Handwoven, Spring 2025, diesen Pattern Generator vorgestellt und in einem weiteren Artikel auch gleich Webmuster für Platzdeckchen und einen Tischläufer geliefert.

Ich habe daraufhin ein bisschen mit dem Pattern Generator gespielt, indem ich mir verschiedene Zufallsmuster angesehen, und mir schließlich eines davon ausgesucht habe, um  einen Schal zu weben.

 

                           1 0 0 1 0 1

 

Auf dem Screenshot des Pattern Generator kann man sehen, dass die Zahlen 0 oder 1 für den Verlauf der vertikalen (über dem Muster) und der horizontalen Musterfäden (neben dem Muster) ausgegeben werden. Zuerst muss man sich klar machen, dass beim Weben von Sashiko Vertikales Muster für die Kettfäden steht und Horizontales Muster für die Schussfäden.

Dann muss man wissen, dass 0 für Schaft 5 und 1 für Schaft 6 beim Einzug steht und  entsprechendes auch für die Tritte gilt, also 0 für Tritt 5  und  1 für Tritt 6  

Für das Sashiko Weben habe ich hier mit 6 Schäften und 6 Tritten gearbeitet. Die Schäfte 1 bis 4 sind für Leinwandbindung eingezogen, wobei die Leinwandtritte 1 und 2 zusätzlich mit dem flottierenden Musterschaft 5 verbunden sind und die Leinwandtritte 3 und 4 mit dem flottierenden Musterschaft 6. 

 



Die Leinwandschüsse werden mit der Grundfarbe (hier blau) gewebt, die Musterschüsse auf Tritt 5 und 6 mit der Musterfarbe (hier weiß). 

Um das Muster vom Pattern Generator in eine Webpatrone umzuwandeln, beginne ich mit dem Einzug. 

Die Zahlenfolge für das vertikale Muster, also die Kettfäden, lautet in diesem Fall 100101, übersetzt bedeutet das, dass pro Rapport meine hellen Musterfäden in die Litzen der Schäfte 5 und 6 eingezogen werden sollen und zwar in der Reihenfolge  6,5,5,6,5,6.  

Dazwischen kommen jeweils Kettfäden der Leinwand-Grundbindung abwechselnd auf die Schäfte 1,2,1,2 und 3,4,3,4. Der Einzug und die Trittfolge sehen dann folgendermaßen aus: 1,2,1,2, Mustertritt und 3,4,3,4, Mustertritt. Diese Abfolge wiederholt sich.

Ich beginne also (hier von links) mit den Schäften 1,2,1,2, darauf folgt Schaft 6, dann 3,4,3,4 und Schaft 5,  weiter geht es mit 1,2,1,2,5 - 3,4,3,4,6, - 1,2,1,2,5 - 3,4,3,4,6  und der erste Einzugs-Rapport ist geschafft. 

 

Für die Trittfolge habe ich die Anweisung 001, übersetzt in 5,5,6.  Das bedeutet, ich trete in der Reihenfolge 1,2,1,2,5,  dann  3,4,3,4,5  und mit 1,2,1,2,6  ist der Tritt-Rapport beendet.

Die Grundbindung wird immer abwechselnd getreten, es geht also weiter mit 3,4,3,4,5  dann  1,2,1,2,5  und  3,4,3,4,6  für den 2. Rapport.

Aus Designgründen habe ich bei der Trittreihenfolge mit einem anderen Musterdetail angefangen und beginne daher tatsächlich mit 3,4,3,4,6, um dann aber im beschriebenen Rhythmus weiter zu machen.

 


 

Nach so viel Theorie die Praxis. Wie schon gesagt, es sollte ein Schal entstehen und weil ich so viel Cottolin in meinem Garnvorrat habe und dazu ein dunkles Blau in einer recht weichen Qualität, habe ich mich für die klassische Farbkombination in Verbindung mit ungefärbtem Cottolin als Musterschuss entschieden. Geschärt habe ich mit 4 Fäden blau und 1 hellen Faden, die Dichte beim Kammeinzug war 8 Fäden/cm.


 

Häufig wird für Sashiko-ori Muster ein dickerer Musterfaden genommen. Da ich nichts Passendes hatte und sowieso keine Vorstellung davon hatte, wie die Wirkung sein würde, habe ich einfach mit zwei gleichen Garnstärken gewebt und ich war sehr überrascht, wie stark der Effekt war.

Erst nach mehreren gewebten Zentimetern habe ich gemerkt, dass ich zwei Einzugsfehler im Gewebe hatte. An einer Stelle waren 4 Fäden statt 2  im Riet und einmal hatte ich 2 Kettfäden nebeneinander auf dem gleich Schaft eingezogen. Ich hatte keine Lust alles zurückzuweben, habe das fehlerhafte Stück abgeschnitten, die Fehler korrigiert und  beschlossen, statt eines Schals nun einfach ein Mustertuch zu weben. 

Weil der Fehler nicht allzu deutlich auffällt, kann ich das erste Stück schon als Musterprobe 1 benutzen.

 

Oberseite beim Weben
 

Was mich sehr freute, ich aber nicht erwartet hatte, war, dass Vorder-und Rückseite des Musters so total unterschiedlich aussehen.

 

Unterseite beim Weben


Mit dem Sashiko Pattern Programm kann man nicht nur Zufallsmuster erstellen sondern auch eigene Zahlenkombinationen sowohl für die Kette (Vertikal Pattern) als auch für den Schuss (Horizontal Pattern) eingeben.

Weil ich den Einzug nicht ändern wollte, habe ich die Reihenfolge 100101 in das Eingabefeld für das vertikale Muster eingegeben und verschiedene Zahlenfolgen im anderen Feld ausprobiert und diejenigen, die mir gefielen per Screenshot gespeichert.




Dieses sehr einfach gestaltete und einfach zu webende 2. Muster kann ich mir gut als Anfangs- und Endborte bei einem Schal, Läufer o.ä. vorstellen. Die Zahlenfolge für den Schuss ist 1,0. Es wird also immer nur 1,2,1,2,6 3,4,3,4,5  wiederholt.


 


 

Muster Nr. 3 ist etwas komplexer:  1,1,0,0,1 = 6,6,5,5,6.  Hier bin ich gespannt, wie die Rückseite aussieht.

 


Es folgt wiederum ein ruhigeres 4. Muster. 

 

 

Es gefällt mir sehr gut in seiner Schlichtheit und ist besonders einfach zu weben, die einzige horizontale Zahl ist die 1, von den beiden Mustertritten wird also nur Tritt 6 genutzt.

Auf diesem Bild sieht man auch recht gut das helle Zwischstück, das die einzelnen Muster voneinander abgrenzt. Ich habe hier einfach mit dem hellen Garn und den Tritten 1 bis 6 gewebt.

 

 

Das vorerst letzte Muster, das ich auf dem Webstuhl habe, hat einen längeren Schussrapport: 1,0,1,1,1,1,1,1.

Es ist noch etwas Kette da, so dass ich wohl noch ein, zwei weitere Proben erstellen kann, danach werde ich mir dann überlegen, wie mein Schal aussehen soll.  


Schon diese ersten Versuche mit der Sashiko Weberei haben mir viel Spaß gemacht und ich freue mich sehr darüber, dass am 17.11.2026 ein Buch zu diesem Thema erscheinen soll.

 



Allein das Titelbild zeigt schon, dass die Mustermöglichkeiten offenbar weit über das hinaus gehen, was ich bisher in dieser Technik gesehen habe. 

Ich finde es wunderbar, dass es beim Weben immer wieder Neues zu entdecken gibt!

 

Nachtrag 25.7.2026
 
Ich habe gerade im Internet einen interessanten neuen Blog gefunden, der von den Autorinnen des im November erscheinenden Buches geschrieben wird: