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Donnerstag, 23. Juli 2026

Erste Versuche mit Sashiko-ori

 

 

Beth Ross Johnson schreibt in ihrer im Januar/Februar 2023 in der Zeitschrift Handwoven erschienen Webbeschreibung, dass Sashiko der Oberbegriff einer japanischen Stickmethode ist, die nicht nur als Dekoration gedacht war, sondern auch zur Verstärkung und Reparatur von Textilien genutzt wurde. 

Der Begriff Sahiko-ori  (sashiko weaving) bezeichnet gewebte Textilien, die diesen Stil nachempfinden.

In der Handweberei werden oft die Muster der sog. Hitomezashi Sticktechnik (one stitch sashiko) benutzt, die sich dadurch auszeichnen, dass geometrische Motive aus einfachen, senkrecht und horizontal verlaufenden Laufstichen gebildet werden. Das lässt sich beim Weben gut durch flottierende Musterfäden in Kette und Schuss abbilden.

Da das Design durch binäre Regeln bestimmt wird, wie Stich oder Lücke, also Nullen und Einsen, lassen sich offenbar recht unkompliziert Computerprogramme zur Mustererzeugung erstellen. Eines davon ist der sehr einfach zu bedienende Hitomezashi Sashiko Pattern Generator


     https://www.forresto.com/sashiko

 

Mary McConnell hat in einem Artikel in der Zeitschrift Handwoven, Spring 2025, diesen Pattern Generator vorgestellt und in einem weiteren Artikel auch gleich Webmuster für Platzdeckchen und einen Tischläufer geliefert.

Ich habe daraufhin ein bisschen mit dem Pattern Generator gespielt, indem ich mir verschiedene Zufallsmuster angesehen, und mir schließlich eines davon ausgesucht habe, um  einen Schal zu weben.

 

                           1 0 0 1 0 1

 

Auf dem Screenshot des Pattern Generator kann man sehen, dass die Zahlen 0 oder 1 für den Verlauf der vertikalen (über dem Muster) und der horizontalen Musterfäden (neben dem Muster) ausgegeben werden. Zuerst muss man sich klar machen, dass beim Weben von Sashiko Vertikales Muster für die Kettfäden steht und Horizontales Muster für die Schussfäden.

Dann muss man wissen, dass 0 für Schaft 5 und 1 für Schaft 6 beim Einzug steht und  entsprechendes auch für die Tritte gilt, also 0 für Tritt 5  und  1 für Tritt 6  

Für das Sashiko Weben habe ich hier mit 6 Schäften und 6 Tritten gearbeitet. Die Schäfte 1 bis 4 sind für Leinwandbindung eingezogen, wobei die Leinwandtritte 1 und 2 zusätzlich mit dem flottierenden Musterschaft 5 verbunden sind und die Leinwandtritte 3 und 4 mit dem flottierenden Musterschaft 6. 

 



Die Leinwandschüsse werden mit der Grundfarbe (hier blau) gewebt, die Musterschüsse auf Tritt 5 und 6 mit der Musterfarbe (hier weiß). 

Um das Muster vom Pattern Generator in eine Webpatrone umzuwandeln, beginne ich mit dem Einzug. 

Die Zahlenfolge für das vertikale Muster, also die Kettfäden, lautet in diesem Fall 100101, übersetzt bedeutet das, dass pro Rapport meine hellen Musterfäden in die Litzen der Schäfte 5 und 6 eingezogen werden sollen und zwar in der Reihenfolge  6,5,5,6,5,6.  

Dazwischen kommen jeweils Kettfäden der Leinwand-Grundbindung abwechselnd auf die Schäfte 1,2,1,2 und 3,4,3,4. Der Einzug und die Trittfolge sehen dann folgendermaßen aus: 1,2,1,2, Mustertritt und 3,4,3,4, Mustertritt. Diese Abfolge wiederholt sich.

Ich beginne also (hier von links) mit den Schäften 1,2,1,2, darauf folgt Schaft 6, dann 3,4,3,4 und Schaft 5,  weiter geht es mit 1,2,1,2,5 - 3,4,3,4,6, - 1,2,1,2,5 - 3,4,3,4, und der erste Einzugs-Rapport ist geschafft. 

 

Für die Trittfolge habe ich die Anweisung 001, übersetzt in 5,5,6.  Das bedeutet, ich trete in der Reihenfolge 1,2,1,2,5,  dann  3,4,3,4,5  und mit 1,2,1,2,6  ist der Tritt-Rapport beendet.

Die Grundbindung wird immer abwechselnd getreten, es geht also weiter mit 3,4,3,4,5  dann  1,2,1,2,5  und  3,4,3,4,6  für den 2. Rapport.

Aus Designgründen habe ich bei der Trittreihenfolge mit einem anderen Musterdetail angefangen und beginne daher tatsächlich mit 3,4,3,4,6, um dann aber im beschriebenen Rhythmus weiter zu machen.

 


 

Nach so viel Theorie die Praxis. Wie schon gesagt, es sollte ein Schal entstehen und weil ich so viel Cottolin in meinem Garnvorrat habe und dazu ein dunkles Blau in einer recht weichen Qualität, habe ich mich für die klassische Farbkombination in Verbindung mit ungefärbtem Cottolin als Musterschuss entschieden. Geschärt habe ich mit 4 Fäden blau und 1 hellen Faden, die Dichte beim Kammeinzug war 8 Fäden/cm.


 

Häufig wird für Sashiko-ori Muster ein dickerer Musterfaden genommen. Da ich nichts Passendes hatte und sowieso keine Vorstellung davon hatte, wie die Wirkung sein würde, habe ich einfach mit zwei gleichen Garnstärken gewebt und ich war sehr überrascht, wie stark der Effekt war.

Erst nach mehreren gewebten Zentimetern habe ich gemerkt, dass ich zwei Einzugsfehler im Gewebe hatte. An einer Stelle waren 4 Fäden statt 2  im Riet und einmal hatte ich 2 Kettfäden nebeneinander auf dem gleich Schaft eingezogen. Ich hatte keine Lust alles zurückzuweben, habe das fehlerhafte Stück abgeschnitten, die Fehler korrigiert und  beschlossen, statt eines Schals nun einfach ein Mustertuch zu weben. 

Weil der Fehler nicht allzu deutlich auffällt, kann ich das erste Stück schon als Musterprobe 1 benutzen.

 

Oberseite beim Weben
 

Was mich sehr freute, ich aber nicht erwartet hatte, war, dass Vorder-und Rückseite des Musters so total unterschiedlich aussehen.

 

Unterseite beim Weben


Mit dem Sashiko Pattern Programm kann man nicht nur Zufallsmuster erstellen sondern auch eigene Zahlenkombinationen sowohl für die Kette (Vertikal Pattern) als auch für den Schuss (Horizontal Pattern) eingeben.

Weil ich den Einzug nicht ändern wollte, habe ich die Reihenfolge 100101 in das Eingabefeld für das vertikale Muster eingegeben und verschiedene Zahlenfolgen im anderen Feld ausprobiert und diejenigen, die mir gefielen per Screenshot gespeichert.




Dieses sehr einfach gestaltete und einfach zu webende 2. Muster kann ich mir gut als Anfangs- und Endborte bei einem Schal, Läufer o.ä. vorstellen. Die Zahlenfolge für den Schuss ist 1,0. Es wird also immer nur 1,2,1,2,6 3,4,3,4,5  wiederholt.


 


 

Muster Nr. 3 ist etwas komplexer:  1,1,0,0,1 = 6,6,5,5,6.  Hier bin ich gespannt, wie die Rückseite aussieht.

 


Es folgt wiederum ein ruhigeres 4. Muster. 

 

 

Es gefällt mir sehr gut in seiner Schlichtheit und ist besonders einfach zu weben, die einzige horizontale Zahl ist die 1, von den beiden Mustertritten wird also nur Tritt 6 genutzt.

Auf diesem Bild sieht man auch recht gut das helle Zwischstück, das die einzelnen Muster voneinander abgrenzt. Ich habe hier einfach mit dem hellen Garn und den Tritten 1 bis 6 gewebt.

 

 

Das vorerst letzte Muster, das ich auf dem Webstuhl habe, hat einen längeren Schussrapport: 1,0,1,1,1,1,1,1.

Es ist noch etwas Kette da, so dass ich wohl noch ein, zwei weitere Proben erstellen kann, danach werde ich mir dann überlegen, wie mein Schal aussehen soll.  


Schon diese ersten Versuche mit der Sashiko Weberei haben mir viel Spaß gemacht und ich freue mich sehr darüber, dass am 17.11.2026 ein Buch zu diesem Thema erscheinen soll.

 



Allein das Titelbild zeigt schon, dass die Mustermöglichkeiten offenbar weit über das hinaus gehen, was ich bisher in dieser Technik gesehen habe. 

Ich finde es wunderbar, dass es beim Weben immer wieder Neues zu entdecken gibt!

 

Nachtrag 25.7.2026
 
Ich habe gerade im Internet einen interessanten neuen Blog gefunden, der von den Autorinnen des im November erscheinenden Buches geschrieben wird: 







Montag, 29. Juni 2026

Fächerkammweben - Mustertücher eine neue Facebookgruppe und ein tolles Buch von Winnie Poulsen

 
 
 
Nachdem ich in der letzten Zeit viel mit meinen Dobbywebstühlen beschäftigt war, hatte ich mir vorgenommen, in Virserum wieder ein Fächerkammgewebe zu machen.
 
 

 

Dafür benutze ich hier immer den Louet W70 Webstuhl, aber ich hatte völlig vergessen, dass ich den, kurz vor unserer Rückkehr nach Deutschland noch mit einer neuen Kette versehen hatte, um ein Probegewebe mit Log Cabin Variationen aus einer frühen Lektion von Jane Stafford´s Weaving School nachzuarbeiten. 

 

 

 

Ich hatte mir dafür kurzerhand 8/4 merzerisierte Baumwolle aus unserem örtlichen Ica-Supermarkt besorgt und das Gewebe im Herbst gerade erst angefangen. Die Kette war nicht sehr lang, aber ich hatte überhaupt keine Lust, daran weiterzuarbeiten, wohl auch, weil sich gerade bei Facebook eine neue Webgruppe zum Thema Onduléweben gebildet hatte.

 

 



Also beschloss ich, das begonnene Musterstück einfach abzuschließen, die Kettfäden aus dem Kamm und die Kammlade aus dem Webstuhl zu entfernen, meinen Kammrahmen mit 3 D gedruckten Fächerelementen zu bestücken und damit dann weiter zu weben.. 


 
 

Dafür war es nötig den Einzug im Mittelstück geringfügig zu verändern, um die Kettfäden an die 24er Teilung eines ganzen Fächers anzupassen. Außerdem habe ich für eine bessere Sichtbarkeit des Welleneffekts im rechten Bereich ein paar schwarze Kettfäden zugefügt. Dann habe ich einfach dieselben Muster noch mal gewebt.  

 

 

Hier ist das neue Aussehen der Abfolge  Dunkel-Dunkel-Hell  (oben), zum Vergleich nebeneinander abgebildet.

Außerdem sieht man welche Effekte bei den Flächen entstehen, die einfarbig weiß oder schwarz geschossen sind. 

 

  

 

Der nächste Vergleich zeigt beim linken Mustertuch ein Log Cabin Muster mit 3D-Eindruck, der dadurch zustande kommt, dass die Stellen der Einrahmung der Quadrate so gewählt sind, dass hell und dunkel wie Licht und Schatten wirken. Bei dem Ondulé-Probestück habe ich diese Einteilung nicht beachtet.

 


Und noch einmal ein etwas größerer Ausschnitt aus dem Wellen-Probestück. 

Das Log Cabin Muster werde ich wohl in irgeneiner Weise bei meinem nächsten Fächerkammgewebe einsetzten.

 



 

Die am Anfang erwähnte Facebookgruppe nennt sich Ondulé Weavers, sie wurde Mitte Mai von Jean Halford-Thompson gegründet. Einigen von euch ist Jean sicher bekannt durch ihr Facebook-Konto JHT Textiles.

 

Bild: Jean Halford-Thompson

 

 

Und nun noch eine Buchempfehlung, auch für Interessenten des Fächerkammwebens. 

Zu diesem Thema gibt es bisher ja kaum Literatur, das Buch Ondulé Textiles von Norma Smayda und Gretchen White habe ich schon in einem früheren Blogbeitrag zum Fächerkammweben vorgestellt.

Seit August 2025 ist das Buch Winnies Vävar  auf dem Markt. Es ist eine Gemeinschaftsproduktion von Tina Ignell, ihrem Mann Bengt Arne Ignell und der dänischen Weberin Winnie Poulsen, erschienen im Verlag TB IGNELL AB, Linköping, und in schwedischer Sprache verfasst.

Schon der Buchumschlag zeigt flächendeckend ein Fächerkammgewebe:

 


Auf 175 Seiten schreibt Winnie Poulsen über ihre Art zu weben, gibt Tipps und veröffenlicht zahlreiche Webanleitungen, darunter viele Fächerkammgewebe.

Das Inhaltsverzeichnis gibt einen guten Überblick, über die ganze Palette der Gewebe, die  hier beschrieben werden:

 

 

Mit Rot habe ich die Inhalte gekennzeichnet, die sich allein mit dem Onduléweben beschäftigen. 

Auf Seite 100 beginnt das große Kapitel über das Weben mit dem "solfjädersked" mit einer Webanleitung eines ikatgemusterten Gewebes, danach beschreibt Winnie auf zwei Seiten sehr genau ihre spezielle Art des Fächerkammwebens und schließlich folgen 16 weitere Anleitungen für Projekte in dieser Technik.

 

Bild aus dem Buch Winnies Vävar, Winnie Poulsen, 2025


Abgesehen davon, ist das Buch voll von phantastischen Geweben in Winnie Poulsens typischem Design und alle Gewebe sind mit Anleitungen versehen, können nachgewebt werden. 

 

 


Zum Schluss möchte ich noch zwei Fotos zeigen, die ich 2022 auf der schwedischen Webmesse in Halmstad gemacht habe, das erste zeigt die recht originelle Höhenverstellung der Kammlade, die Winnie Poulsen dort beim Fächerkammweben an ihrem Webstuhl benutzte. 

Winnie webt nach eigenen Angaben ohne kleinere Zwischenschritte nur in der höchsten und in der niedrigsten Stellung. 

Das Bild zeigt die Kammlade des Webstuhls gerade an ihrer höchsten Stelle und somit liegt die Kette im unteren Bereich des Kammes.  Der obere Stecker kann immer an Ort und Stelle bleiben. Wenn der untere herausgezogen wird, sinkt die Kammlade nach unten und das bewirkt dass die Kette nun im oberen Bereich des Kamms erscheint, diese Situation ist auf dem folgenden Bild zu sehen.

 





 
 

Samstag, 13. Dezember 2025

Ein Schal für Astrid Lindgren

 

Auf dem Rådhustorget in Vimmerby steht seit 2007 eine Bronzestatue, die Astrid Lindgren in ihrem Arbeitszimmer, an einer Schreibmaschine sitzend, darstellt. Wer mag, kann sich zu ihr gesellen, und dass es viele Menschen gibt, die auf dem Stuhl ihr gegenüber Platz nehmen und sich an ihrem Tisch abstützen, kann man gut an den blankgeriebenen Stellen der Bronze erkennen.

Einer Plakette ist zu entnehmen, dass die Statue von Marie Louise Ekman und Studenten der Königlichen Kunsthochschule in Stockholm geschaffen und in Hermann Bergmanns Konstgjuteri AB gegossen wurde.

 

 


Als ich im Juli eine neue Schalkette für meinen Fraens Mini Dobby Webstuhl vorbereitete, habe ich noch nicht an Astrid Lindgren gedacht.

Die Virserumer Vävstuga ist in einem Gebäude einer ehemaligen Möbelfabrik untergebracht und steht damit auf dem gleichen Gelände wie das Kunstmuseum, das alljährlich im Juli einen Handwerkstag veranstaltet.

Aus diesem Anlass  haben sich die Mitglieder der Vävstuga mit einem Tag der offenen Tür beteiligt und ich habe ein bisschen "Schauweben" mit meinem kleinen Dobby gemacht.

 

 
 
Ich habe mir für meinen Schal ein 8-schäftiges, recht bekanntes Muster ausgesucht , das ich bisher aber noch nie gewebt hatte.
 


Für die Kette habe ich dunkelgrünes Cottolin 22/2 ausgesucht, der Schuss war wieder einmal Viskose unbekannter Herkunft vom Flohmarkt, dieses Mal in einem leuchtenden Türkiston.

 


 

Mein 3D gedruckter Fraens Dobby Webstuhl hat bisher nur einen 40er Kamm und die gewählten Garne ergeben bei doppeltem Einzug, also mit 8 Fäden / cm einen Stoff, der gut für Schals geeignet ist. 

 

 

Das entstehende Gewebe ist auch dünn genug, um mit einer Länge von etwa 1,80 noch auf den Warenbaum des kleinen Webstuhls zu passen.

   
 
Der Viskosefaden ist etwas unregelmäßig gesponnen, aber mir gefällt die daraus resultierende  Oberfläche recht gut. 
 
 

 

Auch dieses Mal hatte ich wieder die bekannten Kettspannungsprobleme, die ich im vorangegangenen Post genauer beschrieben habe. Sobald es möglich wurde, habe ich daher die Kette vom Kettbaum gewickelt, sie einfach über den Streichbaum laufen lassen und den Anlängerstab mit Gewichten versehen. 

So konnte ich des Rest zwar nicht mit optimaler Spannung, aber zumindest ohne allzu große Probleme abweben.

 


 

Bei unserem nächsten Besuch in Vimmerby,  einem kühlen Herbsttag im Oktober, habe ich dann Astrid Lindgren mit meinem neuesten Schal geschmückt.



 


 


 

Ich finde, dass der Schal ihr sehr gut steht und seine Farben hervorragend mit der Bronze harmonieren.

 


 

 

 

 

 

Donnerstag, 25. September 2025

Blattmuster

 

Wie beim vorhergegangenen Beitrag, liegt auch meinem neuen, gewebten Schal ein Muster aus dem Atlas de 4000 Armures, Louis Serrure zugrunde.

Unter der Nummer 36871 ist es bei Handweaving.net zu finden. 

20 Schäfte und  26 Wahlleisten werden benötigt, wenn man das Blattmuster auf einem mechanischen Dobby-Webstuhl weben möchte.



 

Ich wollte den Schal mehrfarbig gestalten und hatte mir aus meinen Cottolin  22/2 Vorräten die unten abgebildeten Farben ausgesucht. Für einen locker fallenden Schal wäre Baumwolle 8/2 sicher eine bessere Wahl gewesen, aber ich habe eine wesentlich größere Farbauswahl im Cottolin-Regal.

 

 

Als ich die geschärte Kette im Reedekamm sah, gefielen mir die beiden orangefarbenen Streifen nicht und ich habe das Garn an diesen Stellen durch ein pinkfarbiges ersetzt. 

 


Ursprünglich wollte ich mit sehr hellgrauem Bamboo 8/2 im Schuss weben, stellte aber schon beim Anweben mit dem naturfarbenem Cottolin fest, dass mir auch das wohl farblich nicht gefallen würde.

Daraufhin habe ich das olivgrüne Garn ausprobiert, das ich in den Randfäden der Kette benutzt hatte, entschied mich dann aber für den wesentlich dunkleren Blau-Grünton, der links auf der Farbkarte zu sehen ist.

 


 
Damit hatte ich nun Cottolin 22/2 in Kette und Schuss bei einer Einstellung von 8 Fäden pro Zentimeter.
 
 
 
 
Von meinem Webprogramm lasse ich mir die Tretreihenfolge in Ziffern ausdrucken. Nachdem dann die Stifte nach dieser Vorgabe in die numerierten Löcher der aneinander hängenden Holzleisten eingesetzt sind,  geht das Weben mit einer mechanischen Schaftmaschine erstaunlich schnell. 
 
 

 
Guckt man aus diesem Blickwinkel auf die Dobbykette, ist das Muster schon erkennbar.


 

Es wird immer nur die nächste Holzleiste durch eine Linksdrehung des großen, eckigen Handgriffs (in der Bildmitte) ausgewählt und durch das Treten des einzigen Tritts, werden die von den eingesetzten Stiften ausgewählten Schäfte gehoben.



Ist die Kette gut aufgebracht und gut gespannt, öffnet sich trotz der 20,5 cm kurzen Litzen ein ausreichend großes, sauberes Fach für den Schusseintrag.

 


Nach 175 cm habe ich das Gewebe vom Webstuhl genommen und an beiden Enden von Hand die Fransen gedreht. Bei der Wäsche ist der Schal um gut 5 cm in der Länge geschrumpft.



Hier sieht man die leicht unterschiedliche Musterung von Vorder-und Rückseite des Schals.
 

 

Mit Cottolin in Kette und Schuss kann man keinen weich fallenden Schal erwarten, aber durch das Waschen, das Bügeln und das Hantieren ist der Stoff immerhin so griffig geworden, dass er seinen Zweck erfüllt, nicht kratzt, aber durchaus wärmt.