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Sonntag, 11. Mai 2014

Schweden

Nun sind wir schon wieder fast eine Woche in Schweden und alle Post, die hier im Laufe des Winters eintrudelte, ist durchgesehen.


Ich freue mich immer darauf, Solvögat, die Mitgliedszeitung der Schwedischen Handwebervereinigung, Riksföreningen för Handvävning, vorzufinden und dieses Mal gab es auch noch einen Brief mit einem Präsent der schwedischen Strickvereinigung, Sticka.


Zum 10-jährigen Bestehen bekam jedes Mitglied eine Tasche mit dem Logo des Vereins zugeschickt.


Außerdem wartete noch ein Set, bestehend aus Küchenhandtuch und Spültuch, von der Firma Växbo Lin auf mich. Das war per Post gekommen, weil ich im letzten Herbst die schwedische Lifestyle-Zeitschrift Lantliv abonniert hatte.

Natürlich waren wir auch schon beim Loppis und ich konnte erfreulicherweise wieder einmal sehr preiswert meinen Garnvorrat vergrößern.


Baumwollgarn in drei verschiedenen Stärken und einen 100g Strang Möbeltygsgarn von Bergå habe ich bei Erikshjälpen in Vimmerby gefunden, die anderen Garne sind vom Loppis in Hultarp, der ganz in unserer Nähe liegt.


Vier Rollen Cottolin von Marks.


Halbleinengarn von Bockens, eine Qualität, der ich noch nie begegnet bin. Man sieht der Banderole aber auch an, dass es wohl aus einer ganz anderen Zeit stammt.
Das Garn besteht aus 50% Baumwolle und 50 % Leinen und unterscheidet sich dadurch von Cottolin, das nur 40% Leinenanteil hat. Es hat aber auch einen viel stärkeren Glanz als Cottolin, vermutlich liegt das nicht nur an der Quantität sondern auch an der Qualität. Für diese Garnmischung ist offensichtlich langfaseriges Leinen verwendet worden.


Vier Rollen Lintow, je 200 g schwer, wahrscheinlich Nel 6 kamen noch dazu und insgesamt 600 g feine Wolle.


Das obere Bild zeigt zweifädiges Redgarn, Nm 20/2, das zweifädige Kammgarn auf dem unteren Bild ist noch feiner, möglicherweise 32/2 oder 36/2.



Zuletzt habe ich noch einen Spinnflügel mit Spule mitgenommen, der hoffentlich auf mein altes Spinnrad passt.


Auch Schweden hatte im April schöne warme Tage, trotzdem sieht es hier immer noch aus wie im zeitigen Frühling, die Bäume auf unserem Grundstück sind teils noch kahl oder sie fangen gerade an sich zu belauben.



Wir werden also wieder einmal den Frühling doppelt erleben, ich finde das wunderbar!


Sonntag, 3. November 2013

Loppisglück

Wahrscheinlich ist es gut, dass wir in ein paar Tagen wieder zurück nach Deutschland fahren, ich habe momentan einfach zuviel Loppisglück. Wenn das so weiterginge, wüßte ich bald kaum noch, wo ich meine Fundstücke alle unterbringen soll.



Am gleichen Tag, als ich meine Kaltmangel  kaufte, habe ich bei Stegen in Hultsfred auch noch ein Bund mit  9 Webkämmen für insgesamt 60 Kronen erstanden. Drei der Kämme sind 100 cm lang mit den Einteilungen 65, 75 und 110/10. Fünf Kämme haben die Einteilungen 50, 60, 80, 90, 100/10 bei einer Länge von 120 cm und der letzte ist 150 cm lang und hat 70 Schlitze pro 10 cm. Alle sind erstaunlich gut erhalten und kaum angerostet.

Bei meinem nächsten Besuch, ein paar Wochen später stieß ich auf einen großen Pappkarton, voll mit Webutensilien , zuoberst lagen diese beiden großen Holzbobinen mit 16/2 Baumwollgarn.


Als ich nach dem Preis fragte, sagte man mir, für 120 Kronen könne ich alles zusammen mitnehmen.


Ich sah zwei Garnwinden, Breithalter und Schiffchen im Karton und habe den Inhalt gar nicht weiter erforscht, sofort  bezahlt und alles mitgenommen.


Zu Hause habe ich die ganze Herrrlichkeit dann ausgepackt,  sieben Breithalter, der kleinste 25 - 33, der größte 70 - 110 cm lang.


Webnadeln und Teppichschiffchen



15 Pappspulen und insgesamt 17 Weberschützen in verschiedenen Größen. 
Besonders gefreut habe ich mich dabei über den kleinsten Schützen, ein nur 20 cm langes Minischiffchen.
So eines hatte ich mir vor langer Zeit einmal gekauft und es hatte sich als ungemein praktisch für meinen kleinen Therapiewebstuhl erwiesen. Da ich auch in Deutschland noch so ein Webgerät habe, stand ein zweites Minischiffchen seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste.




Ja, und letzte Woche hatten wir wieder in Hultsfred zu tun und natürlich schauten wir dann auch bei Stegen rein.
Als erstes stieß ich auf einen Korb mit Webgarnen, aus dem ich mir eine ca. 2 kg schwere Kone mit einem weißen Leineneffektgarn (45 Kronen) fischte und dann einen 
6 m langen Kettzopf aus Nialin (50 Kronen).




Ich bin wirklich gespannt, wie lang die Kette sein wird, wenn ich den Zopf auflöse. 
Und natürlich bin ich auch neugierig darauf, zu sehen, wie die Streifenverteilung aus weißem und naturbelassenem Garn im Webstuhl aussehen wird. 



Bei aller Freude, die solche Schnäppchen machen, schwingt bei mir aber auch immer ein bißchen Bedauern mit. Dieser Ausverkauf ist schließlich nur möglich, weil das Interesse am Weben ständig abnimmt. Selbst hier in Schweden, wo die heimische Handweberei eine lange, lange Tradition hat und es immer noch in vielen Orten vävstugor gibt, sind die Jüngeren offenbar nicht mehr für dieses Handwerk zu gewinnen, der hohe Altersdurchschnitt der Besucherinnen der Webtage in Glimåkra, hat das sehr deutlich gemacht.

Aber offenbar ist auch das Maschinenstricken out.
Als ich mit vollem Einkaufskorb ein paar Schritte weiterging, stolperte ich nach ein paar Schritten fast über eine auf dem Boden liegende Strickmaschine.
Auf dem Kofferdeckel einer Toyota K474 stand das passende Zusatzgerät K450 und in einer Pappkiste daneben lag alles, was dazugehörte.


Der Preis konnte eigentlich nicht stimmen, also habe ich erst einmal nachgefragt, mir wurde aber bestätigt, dass ich diese Doppelbett-Lochkartenmaschine für 40 Kronen kaufen könne.
Auch dieses Mal habe ich nur kurz den Inhalt des Kartons durchgesehen, für das bißchen Geld konnte man gar nichts falsch machen. Selbst wenn die Maschine nicht funktionieren würde, waren genug Teile, wie Gewichte, Anschlagkämme, Deckernadeln usw. dabei, die ich mit meinen anderen Strickern nutzen konnte.


Aber zu Hause angekommen, zeigte sich, dass alle nötigen Teile dabei waren und als ich neugierig nach kurzer, oberflächlicher Reinigung ein kleines Probegestrick am Einfachbett versuchte, tat die alte Toyota trotz völlig platter Nadelsperrschiene fast geräuschlos ihren Dienst. Ich kann im Moment das Zusatzbett nicht montieren, weil ich keinen Tisch in passender Breite habe, vermute aber, dass das Doppelbettstricken auch klappen würde, denn beide Nadelbetten sind in hervorragendem Zustand und die Schlitten und Abstreifer sehen so aus, als sei nicht oft mit der Maschine gestrickt worden.


Allerdings funktioniert die Musternadelauswahl nicht, weder manuell, was über die blauen Tasten gesteuert würde, noch automatisch mit den beiliegenden Lochkarten mit 12er Rapport.
Aber das Internet ist ja phantastisch, eine schnelle Suchanfrage hat mich auf Kelbots Seite gebracht, die ihre Maschine schon mit Hilfe eines Service Manuals auseinandergenommen hat und aufschlussreiche Bilder dazu zeigt.
Die neue Maschine wird in Schweden bleiben, der Reparaturversuch wird also noch etwas auf sich warten lassen, dann aber sicher dokumentiert werden.

Übrigens, 10 schwedische Kronen entsprechen 1,14 Euro.



Montag, 29. Oktober 2012

Shoppingtour in Växjö



Meinem letzten Post konnte man ja schon entnehmen, dass wir kürzlich in Växjö waren, wir mussten ein paar Besorgungen in größeren Baumärkten machen aber erfreulicherweise blieb genug Zeit übrig, um auch die Innenstadt und ein paar Second Hand Läden aufzusuchen.

Zuerst war ich wieder einmal auf der Suche nach Wolle für den „Mittelalterpullover“ aber leider bin ich auch in Växjö nicht fündig geworden, dafür habe ich bei Umbra Stickspår ein paar hübsche muddar  von edursdotter gefunden.
 



Der Handarbeitsladen ist vor einiger Zeit in die Blända Passage umgezogen, dort aber leicht zu finden durch diese nett umstrickte Schubkarre. 






Auch einige Stufen der Feuerleiter an der Wand neben dem Geschäft bekamen einen wärmenden Überzug.



Am anderen Ende von Bländapassagen liegt Änglabacken, ein kleiner Laden mit lauter schönen Dingen, die man eigentlich nicht braucht. Schon im letzten Sommer habe ich mir da eine kleine Zinklaterne gekauft, und dieses Mal bin ich mit diesem Teil der dänischen Firma  Ib Laursen nach Hause gekommen.



Das selbstgemachte Lavendelsträußchen hat mir vor ein paar Tagen eine Bekannte als Gastgeschenk mitgebracht.





In der dunklen Jahreszeit kann man ja gar nicht genug Lichtquellen haben und darum habe ich mich über dieses große, alte Einmachglas gefreut, dass ich bei unserem Loppisrundgang billig bekommen konnte.




Aber es gab noch mehr gute Loppisfunde, diese gusseiserne, emaillierte Schale mußte ich unbedingt haben.




In den Boden ist "Klafreström" eingestempelt, wahrscheinlich wurde die flache Schüssel von Klafreströms Stålgjuteri hergestellt, eine alte Firma, die immer noch existiert und gar nicht so weit von uns weg in Klavreström liegt.




Zu unseren Loppisfunden gehört auch noch ein kleiner Beistelltisch, mit einer praktischen Schublade an der Schmalseite, der genau zu meiner Leseecke passte und jetzt nur noch weiß gestrichen werden muss.






Und diese völlig unbenutzen Handkarden von Glimakra die nur 20 Kronen gekostet haben konnte ich einfach nicht liegen lassen, obwohl ich nicht glaube, dass ich sie jemals benutzen werde. Meine Karden in Deutschland und auch meine Kardiermaschine dort, habe ich jedenfalls seit Jahren nicht mehr in Betrieb gehabt.



Dass diese teuren Webutensilien für so wenig Geld angeboten werden, ist für mich unfassbar. Gestern hat Heike noch über den günstigen Loppiskauf einer Garnwinde berichtet.  Manchmal hat es wohl auch etwas damit zu tun, dass viele gar nicht mehr wissen, was sie da eigentlich verkaufen, wir wurden jedenfalls an der Kasse gefragt, um was es sich bei den Dingern eigentlich handelt und was man damit macht.


Wir sind bei diesen Loppisläden fündig geworden:

Emmaus, Storgatan 14
Erikshjälpen, Smedjegatan 5
Mötesplats Dackekupan, Arabygatan 31


Dienstag, 14. August 2012

Fette Beute

Während der Sommermonate findet in unserem Nachbarort Målilla jeden Samstagmorgen ein bakluckeloppis statt, ein Flohmarkt, bei dem quasi aus dem Kofferraum verkauft wird. Jeder, der mag kann teilnehmen und gegen 50 Kronen Gebühr all das verscherbeln, was er selber nicht mehr haben will.





Hier habe ich u.a.dieses niedliche alte Nähkästchen mit Nadelkissen im Deckel für einen Zehner  (10 Kronen) erstanden.

Auf dem Rückweg gucken wir meist noch in Hultarp vorbei, hier gibt es einen großen Loppis in einer alten Möbelfabrik. Auf zwei Etagen stehen Möbel zum Verkauf und das Erdgeschoss beherbergt den gesammelten Kleinkram.





Offensichtlich hat das ältere Ehepaar, dem der Laden gehört, vor einiger Zeit  eine größere Partie Webarne aufgekauft. Ich hatte schon in den vergangenen Wochen immer mal wieder ein paar Konen Marks Cottolin gekauft und diesmal fragte mich die Inhaberin, ob ich nach bestimmten Farben suchte, sie hätte noch mehr von diesem Garn im Lager, das ich mir gern ansehen könnte.




Das ist die Farbauswahl, die ich schließlich getroffen habe, knapp 5 kg Garn zu weniger als einem Drittel des normalen Preises für diese Qualität.


Und dann haben wir noch ein echtes Design-Schnäppchen gemacht, an der Kasse standen zwei nagelneue Exemplare des Tykho Radios, das der Designer Marc Berthier 1999 für die französische Designfirma Lexon entworfen hat.
Anscheinend kamen den Loppishändlern diese knallbunten Gummiradios eher wertlos vor, das blaue, das noch originalverpackt war sollte 20 Kronen kosten, für das grüne wollten sie 45 Kronen haben, da sie in dieses Batterien eingesetzt hatten, damit Klang und Funktion überprüft werden konnten.




 

Dienstag, 7. August 2012

Västervik und Händelöp


 Västervik, direkt an der Ostküste gelegen und etwa 120 km von uns entfernt gehört zu den "Nahzielen", wenn wir mal wieder die erweiterten Shoppingmöglichkeiten einer größeren Stadt nutzen möchten.

St Petri kyrka


Hafen am Fiskaretorget

Neben einer Filiale der Kaufhauskette Åhléns, einer größeren Buchhandlung und zahlreichen Boutiquen gibt es dort auch  Hos Magnus och Eva,  ein Spezialgeschäft, das byggnadsvårdsdetaljer verkauft, Materialien und Ersatzeile, die benötigt werden, wenn man ein altes Haus stilgerecht renovieren möchte.

Und natürlich gibt es Handarbeitsläden, u.a. Hemslöjden Västervik, wo außer kunsthandwerklichen Arbeiten  auch Garne von Drops Design verkauft werden.
Hier durfte ich diese kleine kurzärmelige Baumwolljacke fotografieren, die ich irgendwann nacharbeiten möchte.



Leider war die Garnfarbe, die ich mir ausgesucht hatte nicht in ausreichender Menge vorhanden. Ich konnte aber u.a. das alte Heft  (Nr 51) kaufen, in dem das Muster beschrieben ist. Mir war bis dahin gar nicht klar gewesen, dass die Anleitungen auch in gedruckter Form vorliegen und das zum Preis von nur 10 Kronen, ca. 1 €.

Im Netz findet man die Anleitung für das Jäckchen sogar auf Deutsch, in der abgebildeten Form wurde übrigens nur mit der Drops Safran gestrickt, nicht wie angegeben zusätzlich mit Baumwoll Viskose.





Sehenswert ist Gamla Öster, die nette kleine Altstadt oberhalb des Hafens.



Alle Häuser sind mit üppigblühenden Rosen geschmückt.





Hier stehen im Båtsmansgränd 8 kleine Holzhäuser, die Mitte des 18. Jahrhunderts für Seeleute mit ihren Familien gebaut wurden, seit 1970 denkmalgeschützt, werden diese Häuschen heute im Sommer an Touristen vermietet.





Das war für mich ein bisher unbekanntes Verkehrsschild, wer sein Auto unbefleckt wieder antreffen möchte, sollte hier wohl lieber nicht parken.




Natürlich gibt es in Västervik auch "Loppisläden", Antik und Kuriosa und natürlich bin ich wieder fündig geworden.



Für diesen großen metallenen Breithalter fürs Weben, der von 70 bis 100 cm einstellbar ist, habe ich nur 20 Kronen bezahlt.




Und 70 Kronen hat diese herrliche alte Spulmaschine mit Doppelradantrieb und zusätzlichem Spuldorn für ein Spinnrad gekostet.






Auf dem Rückweg haben wir uns den kleinen Ort Händelöp und den dazugehörigen Hafen angesehen.






Kaum waren wir angekommen, fing es an zu regnen, wie so oft in diesem Sommer.



Kurze Zeit spätert war der Himmel aber wieder strahlend blau, wie so oft in Schweden.




Also konnten wir doch noch bei schönem Wetter die Schärenlandschaft genießen.