Montag, 13. Februar 2012

Das Badezimmer

Da steht unser Haus bei strahlendem Winterwetter im Schnee, das Foto hat uns gestern eine schwedische Freundin gemailt.


Nachdem mein Mann im Herbst 2006 begonnen hatte, den überbordenden Wildwuchs auf dem Grundstück mit Säge und Baumschere einzudämmen und ich mit Besen und Putzeimer auf den jahrealten Dreck im Haus losgegangen bin, starteten wir im Mai 2007 mit den eigentlichen Renovierungsarbeiten. Im Herbst hatten wir ohne Strom und Wasser gelebt, beides war schon vor Jahren abgestellt worden, das war sicher auch gut so, dieser museumsreife Zählerkasten machte nun wirklich keinen vertrauenserweckenden Eindruck mehr


Noch von Deutschland aus hatten wir einen schwedischen Elektriker beauftragt, sich um unsere Stromversorgung zu kümmern.  Pünktlich am Tag unserer Ankunft in Virserum war er zur Stelle, um uns einen neuen Verteilerkasten mit drei provisorischen Steckdosen zu installieren, die Kerzenromantik und das Kochen auf dem kleinen Gaskocher hatten jetzt ein Ende und wir konnten bei der bevorstehenden Renovierung elektrobetriebene Werkzeuge einsetzen.


Als erstes wollten wir den Ausbau der wichtigen Funktionsräume Bad und Küche angehen.
Das zukünftige Bad sollte ausgerechnet in dem Raum entstehen, der am übelsten aussah.
Das Haus steht auf einem nach hinten ansteiggenden Hanggrundstück und hat einen Natursteinsockel, es ist wohl irgendwann zwischen 1860 und 1890 gebaut worden.
Etwa um die Jahrhundertwende bekam es hinten an der Nordseite einen Anbau, es existiert ein Foto
von 1905, auf dem man diesen Anbau schon erkennen kann.
Der neue Hausteil konnte wegen des felsigen, ansteigenden Bodens nicht mit einem Grundsockel versehen werden und leider wurde auch keinerlei Drainage angelegt. 


Auch dadurch, dass sich das Haus seit Jahrzehnten selbst überlassen blieb, sind in diesem Bereich große Schäden an der Konstruktion entstanden, u.a. durch drückendes Wasser.


Kaputte Dachrinnen wurden nie repariert und auch die beiden Schornsteine waren schon lange undicht, so daß die zwei Räume und der sie verbindende Gang im hinteren Hausteil erhebliche Feuchteschäden aufwiesen. Durch verfaulte Grundbalken hatte sich die ganze Hausecke gesenkt.


Hier an der Nord-Ostecke, in einem eigentlich schönen großen Raum mit zwei Fenstern sollte also unser Bad entstehen




Das Zimmer stand voll mit Gerümpel und wenn man genau hinsieht, kann man sehen, dass sogar die Fußbodendielen schon weggefault waren.

 

Baumwurzeln waren bis in den Innenraum vorgedrungen.


Hier ist der Boden schon ausgekoffert, die verfaulten Grundbalken sind entfernt, mit  hydraulischen Wagenhebern hat mein Mann die ganze abgesunkene Anbauecke wieder angehoben und mit Hilfe eines  Baulasers wieder in die Waage gebracht.


Die verfaulten Balken haben wir nicht wieder mit Holz ersetzt sondern die problematischen Stellen mit den Ziegeln  untermauert, die beim Abbau der beiden kaputten Schornsteine des Anbaus angefallen waren.


Der felsige Untergrund machte es zum Teil nötig, die neuen Fußbodenbalken in mühseliger Handarbeit  passend auszukerben.


Langsam wurde es sinnvoll, sich darum zu kümmern, dass wir wieder an die Wasserversorgung angeschlossen wurden.




Nachdem Angestellte der Gemeinde Hultsfred die Außenarbeiten und ein Installateur die neue Wasseruhr in der späteren Küche installiert hatten, konnten wir endlich eigenes Trinkwasser zapfen.


Monatelang hatte uns eine gute Freundin kanisterweise mit Trinkwasser versorgt, alles Brauchwasser hatten wir einfach dem Fluss entnommen und was hier vielleicht primitiv erscheint war für uns zu dem Zeitpunkt der pure Luxus, fließendes Wasser aus dem eigenen Eckventil, dort zu zapfen. wo später die Küchenspüle stehen würde.


Von jetzt an geht es im Bad Zug um Zug weiter.


Die Toilette und der Warmwasserboiler werden installiert. 




Als nächstes versehen wir den Fußboden mit Korkparkett, dass wasserfest versiegelt wird und bringen Wandpanele aus Fibo -Trespo an, da wir fürchten, dass keramische Kacheln in diesem alten Holzhaus reißen könnten. Waschbecken und Waschmaschine werden angeschlossen,


es folgt die Dusche


und dann ein erstes Utensilienregal.



Kommentare:

  1. Super, wenn frau einen Mann hat, der so fähig ist! Grüße, Petra

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  2. Ich bin beeindruckt. Wir waren auf dem Weg nach Norwegen zum Zelten mal durch Schweden durchgefahren. Wir sind zu Wikingerzeichnungen im Küstenfelsen gefahren. Es war schön. Ich "beneide" Dich um so ein schön gewordenes Sommerhaus in der Natur. Mein Spruch lautet: Heirate einen Handwerker oder einen Mann, der den Handwerker bezahlen kann. Ich habe den Handwerker genommen. Liebe Grüße von Ate

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    1. Ich habe zwar nicht den Handwerker genommen aber zum Glück bauen und basteln wir beide sehr gern, denn ohne Eigenarbeit hätten wir das Ganze sicher nicht bezahlen können.
      LG
      maliz

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