Der erste Ärmel der Zuckerjacke
ist mittlerweile auf 35 cm angewachsen, ich bleibe also dran, dieses
Strickstück soll nicht zum UFO werden.
Und beim Uppifrånochnerkofta, dem Raglan von oben, geht es an den zweiten Farbmusterrapport.
Die Ringelstreifen und vor
allem der eckige Ausschnitt haben mich an mein erstes Strickstück erinnert,
besser gesagt, mein erstes freiwillig gestricktes Stück.
Mein allererstes
Gestrick ist eher unfreiwillig entstanden, dabei handelte es sich um Socken,
die wir im Handarbeitsunterricht machen mussten. Es war wohl noch in der Grundschule,
wahrscheinlich in der 4. Klasse, vor den Zeugnissen sollten sie fertig sein.
Ich hatte auf Wolle aus einem
sehr hellen Gelb bestanden und bekam ganz schön Stress mit meiner Mutter, weil
die Socken, die im Laufe der Strickzeit durch meine verschwitzten Kinderhände
einen undefinierbaren Grauton angenommen hatten, nicht rechtzeitig genug fertig
wurden, um vor der Abgabe noch gewaschen zu werden.
An die Zensur, die ich dafür bekam, kann ich mich leider nicht mehr erinnern.
Ca. drei Jahre später sah
die Sache ganz anders aus.
Die Zeitschrift Brigitte veröffentlichte früher
regelmäßig in jeder Ausgabe Anleitungen zum Nacharbeiten. Es war ein Kleid, mit
gestricktem Oberteil, das ich unbedingt haben wollte, also musste ich wieder an
die Nadeln.
So ungefähr sah es aus, das
Oberteil wurde mit 4-fädigem Sockengarn gestrickt und ich hatte zwei Lilatöne
ausgewählt.
Für eine Anfängerin war das
Modell ideal, es hatte schmale Querstreifen, man sah also, dass man mit der Arbeit vorankam und nicht
nur die Ärmel waren kurz sondern auch das Oberteil, da damals die Empirelinie
modern war. Für die Fertigstellung wurde unterhalb der Brust dann das Rockteil
angenäht, in meinem Fall aus einem einfarbigen dünnen Wollstoff.