Nachdem mein erster Versuch, ein Halstuch in der Sashiko-ori Technik zu weben, wegen eines zu spät erkannten Webfehlers zum Mustertuch mutierte, habe ich nun tatsächlich einen Schal fertigstellen können.
Das Muster habe ich mit Hilfe des Hitomezashi Sashiko Pattern Generators erstellt, den ich im vorangegangenen Post vorgestellt habe.
Für meinen Schal habe ich mir ein etwas komplexeres Design ausgesucht als bei den vorausgegangenen Musterproben. Es ist zwar genauso einfach zu weben wie diese, hat aber einen größeren Rapport.
Der Pattern Generator hat für die Vertikale, also die Kettfäden, die Zahlen 10100 = Schaft 65655 ausgegeben und für die Horizontale, den Schuss, die Zahlenfolge 010000111 = Tritt 565555666.
Die ungerade Ziffernfolge bedingt, dass sie sowohl im Einzugs- als auch im Schussrapport zwei mal hintereinander gewebt werden muss, weil die Leinwandschäfte alternieren
Man kann das hier am Beispiel eines Einzugsrapports sehen:
1212-6-3434-5-1212-6-3434-5-1212-5
3434-6-1212-6-3434-6-1212-5-1212-5
Dadurch umfasst der Einzugsrapport 50 Fäden und der Schussrapport sogar 90 Fäden.
Gewebt habe ich dieses Mal mit Baumwolle 8/2, das Grundgewebe in einem gedämpften Orangeton, das Muster in schwarz.
Auf dem Bild oben sieht man, dass ich Grundkette und Musterkette getrennt geschärt habe, um nicht alle 4 Fäden einen Musterfaden anknoten zu müssen.
Beim Einzug ist klar zu erkennen, dass jede Kette ihr eigenes Fadenkreuz hat und die Fäden hier entsprechend der Patrone eingezogen werden: 4 x rote Kettfäden auf Schaft 1 und 2 oder 3 und 4, dann 1 schwarzer Musterfaden auf Schaft 5 oder 6.
Der Blattstich ist fast fertig.
Und beim Anweben musste ich links wieder einen Einzugsfehler finden... In diesem Fall konnte ich den falsch gelitzten Faden aber schnell aus dem Gewebe ziehen, mit Hilfe einer Reparaturlitze auf dem richtigen Schaft unterbringen und ihn wieder einstopfen.
Das hätte wohl auch geklappt aber ich hatte beide Anlängerstäbe einfach zusammengeknotet und diese Verbindung hatte sich im Laufe der Zeit gelockert. Die abenteuerliche Gewichtung der Kette, die oben im Bild zu sehen ist, half aber dann ganz gut, den letzten Rapport noch vernünftig abzuweben.
Jetzt werden noch per Hand die Fransen gedreht und nach der Wäsche wird der Schal dann mit einem wesentlich moderneren Bügeleisen geglättet.
So sieht der fertige Schal aus.
Ich habe ihn mit 8 Fäden/cm gewebt und würde beim nächsten Mal eine weniger dichte Einteilung ausprobieren, um einen besseren Fall zu erreichen. Allerdings wird es spannend zu sehen, wie sich dann die flottierenden Musterfäden verhalten. Vielleicht muss man für diese in einem solchen Fall dann doch ein stärkeres Garn als für das Grundgewebe wählen.











