Donnerstag, 26. Juli 2018

Handwerkstag in Virserums Kunsthalle

Seit einigen Jahren veranstaltet die Kunsthalle in Virserum im Sommer einen Kunsthandwerkertag.
Da auch die Kunsthalle auf dem sog. Bolaget-Gelände situiert ist und unsere vävstuga sogar genau gegenüber liegt, hatten wir beschlossen, auch unsere Türen für interessierte Besucher zu öffnen.


Im Frühjahr hatte der Trägerverein von Bolaget, Virserums hembygdsgård, vor der vävstuga ein großes Blumenbeet angelegt und eine große Holzterasse gebaut.


Diese Terasse, direkt an unserem Eingang, eignete sich natürlich wunderbar dazu, einen Teil der Weberei nach draußen zu verlegen.


Ich hatte zwei kleine Tische mitgebracht für je einen Drehstabwebrahmen 


und meinen 30 cm kleinen Webrahmen mit Gatterkamm.


Dazu kam noch mein 60er Webrahmen, für den ich ein Untergestell habe. 



Alle drei Rahmen waren mit Resten meiner Sockenstrickerei bespannt.


Einige Schals, die ich auf diesen einfachen Geräten bereits gewebt hatte, dekorierten unseren Stand.


Margarete hatte bisher immer nur auf großen Webstühlen gewebt, kam aber schnell mit dem kleinen Gatterwebrahmen zurecht und half mir beim Vorführen dieser Technik.


Am Tag darauf, fanden wir dann in den Nyheterna Östra Småland einen ganzseitigen
Bericht über den Kunsthandwerkertag der Kunsthalle in Virserum. 
Abgebildet waren darin auch unser einfachstes und unser kompliziertestes Webgerät, 
ein netter Gegensatz: der Drehstabrahmen und der Damastwebstuhl.


Vom Handwerkermarkt habe ich nicht so viel mitbekommen, direkt am Anfang hatte ich mal schnell die Runde gemacht, bin aber später nicht mehr dazu gekommen, ein paar Fotos zu machen, weil ich die ganze Zeit in der vävstuga aktiv war. Ich kann daher nur ein Bild meines Einkaufs machen, ein Reißverschluss-Täschchen aus einem wiederverwerteten kleinen Bildgewebe von syNanny.


 

Freitag, 29. Juni 2018

Schulwebrahmen Karin




Als ich im Frühjahr bei Ebay und Ebay Kleinanzeigen nach Drehstabwebrahmen suchte, gab es auch immer wieder Angebote älterer Webrahmen mit Gatterkamm.


Interessant fand ich dabei die kleinen Rahmen und schließlich habe ich zwei Stück mit einer Webbreite von 30 cm gekauft, jeweils für unter 20 € inkl. Porto.


Der Schulwebrahmen Karin stammt wahrscheinlich aus den 60er Jahren und ist ein sog. Eitorfer Webrahmen, hergestellt von K. Born in Eitorf/Sieg. Entsprechende Rahmen und Zubehör kann man heute immer noch bei der Firma Kircher bekommen. Auch Ashford bietet einen Rigid Heddle Loom mit 30 cm Webbreite an, den man u.a. in Deutschland bei Flinkhand verkauft wird.


Ich denke, von der Funktion her macht es keinen Unterschied, ob man mit einem preiswerten alten oder einem wesentlich teureren, neuen Webrahmen arbeitet. 
Eine Kleinigkeit ist bei den neueren Rahmen aber geändert worden, die Löcher sind heutzutage eher Langlöcher und damit ist das Einfädeln etwas komfortabler geworden. Mit dem richtigen Hilfsmittel, z.B. einem Fadenlasso geht es aber auch bei kleinen Löchern gut und schnell.


Die Kämme meiner kleinen Rahmen haben die Einteilung 40/10, also 4 Fäden pro cm und sind somit gut für Sockenwolle geeignet.



Für meinen ersten Versuch habe ich Hjerte Sock 4 in Kette und Schuss verwendet


und zusätzlich das Effektgarn Smilla der schwedischen Firma Järbo.


Dabei habe ich darauf geachtet, das Effektgarn mit seinen Verdickungen nur in die Schlitze des Kamms einzuziehen, um Probleme beim Anschlagen zu vermeiden.


Beim Weben gab es dann auch keinerlei Schwierigkeiten.


Der Rahmen ist so klein und handlich, dass er wirklich kein Untergestell braucht. 
Bei größeren Rahmen finde ich es nicht so toll, wenn man sie nur gegen eine Tischkante lehnt, bei diesem kleinen Teil ließ es sich aber wirklich gut und gemütlich so arbeiten.


Mit dem Resultat bin ich auch sehr zufrieden.





Auch auf dem noch kleineren Drehstabrahmen ist wieder ein Schal fertig geworden.


Ein Rest gemusterte  Sockenwolle und ein paar unifarbene Randfäden reichten für die Kette.


Als Schussmaterial hatte ich noch etwas Drops Alpaca in zwei Grüntönen von einem älteren Schalprojekt übrig.









Dienstag, 29. Mai 2018

Weitere Schals auf dem Schulwebrahmen


Seit meinem letzten Post ist viel Zeit vergangen aber relativ wenig davon habe ich dem Weben gewidmet.
Ende April sind wir eine Woche lang auf Bornholm gewesen, und haben dort in einem sehr kleinen aber nett und praktisch eingerichteten, sowie nah am Meer gelegenen Häuschen in Hasle gewohnt.


Natürlich hatte ich den kleinen Schulwebrahmen mit und in der Urlaubswoche dann den angefangenen Schal aus Restegarn zuende gewebt.


Die hellblaue Schussfarbe hätte nicht für den ganzen Schal gereicht und daher habe ich mit einem dunkleren Ton die zweite Hälfte abgewebt.


Und so sieht der fertige Schal nun aus:


Von Bornholm aus sind wir dann direkt mit der Fähre  Rönne / Ystad in unser Sommerdomizil nach Schweden gefahren.


Während schon vor der Bornholmreise in Deutschland unsere Magnolie in voller Blüte stand und auch auf Bornholm schon überall der Frühling spürbar war, sah es bei unserer Ankunft  in Virserum noch recht karg aus und die erste Woche war so kalt, dass wir noch heizen mussten.


Dann aber wurde es so warm, dass in kürzester Zeit der Flieder erblüte und bald danach schon wieder verblüht war und mittlerweile alle Pflanzen unter Trockenheit leiden.


Gut war dieses Wetter aber natürlich für die noch anstehenden Anstricharbeiten am Haus und so habe ich die meiste Zeit damit verbracht mal wieder alte Farbe abzukratzen, um danach den neuen Leinölanstrich anbringen zu können.


Dabei kam das Weben leider zu kurz, aber der kleine Schulwebrahmen ist ja schnell bestückt und so habe ich ihn mit Sockenwolle, die ich auf Bornholm gekauft hatte, neu bespannt.


Draußen auf dem förstukvist hatte ich einen idealen Webplatz.


Die sechs äußeren Kettfäden an den Rändern und die Schüsse zu Beginn und  Ende des Schals sind aus einfarbigen Restgarnen, Kette und Schuss ansonsten aus der gemusterten Sockenwolle.











Mittwoch, 11. April 2018

Schulwebrahmen

Ich weiß nicht, warum ich plötzlich angefangen habe bei Ebay nach kleinen, einfachen Webrahmen zu suchen. 
Nostalgie kann es eigentlich nicht gewesen sein, als Kind hatte ich nie einen dieser Drehstabrahmen.



Vielleicht habe ich mich daran erinnert, dass Heike, in der Facebookgruppe Handweben ab und an darüber berichtet hat, dass sie unterwegs immer einen solchen kleinen Rahmen dabei hat, um darauf zu weben.
Jedenfalls bin ich schnell fündig geworden und ich habe mittlerweile für wenig Geld zwei alte Webrahmen mit einer Webbreite von ca. 25 cm ersteigert.


Will man mit einem solchen Rahmen nicht nur Schussrips weben, sollte man darauf achten, dass der Drehstab genügend Einschnitte aufweist. Meine beiden Rahmen haben auf 24 cm Webbreite 68 Schlitze, das entspricht rechnerisch einer Einteilung von 28/10, also immerhin fast 3 Fäden pro cm. 


Mit dieser Einteilung kann man ganz gut seine Reste aus herkömmlicher 4-fädiger Sockenwolle verweben und so z.B. Schals herstellen, die recht locker gewebt und daher schön griffig sind.


Das Aufziehen eines solchen Webrahmens ist denkbar einfach, da sich die Bäume aus dem Rahmen nehmen lassen. Wenn man den Warenbaum also in passendem Abstand irgendwo mit Schraubzwingen befestigt ist die Kette schnell aufgebracht.


Ich habe 56 Fäden à  2,10 m geschärt, das entsprach einer Gewebebreite von 19,5 cm im Kamm. Beim Aufwickeln der Kette habe ich einfach Scheibmaschinenpapier eingelegt, um allzu große Spannungsunterschiede und ein Abrutschen der Randfäden zu vermeiden.


Während des Aufwickeln habe ich einen Streifen Tesafilm über die Schlitze des Drehstabs geklebt, damit mir nicht einzelne Fäden heraussprangen.


Dann konnte auch schon angewebt werden. Wichtig ist es -wie bei jedem Gewebe - genügend Schussfaden einzulegen. Am besten geht das, indem man den Faden nicht waagerecht einlegt sondern etwas schräg nach oben verlaufend.  Drückt man ihn dann ans Gewebe, ist genügend Material vorhanden, um die Kettfäden nicht zusammenzuziehen.


Die ersten 60 cm des Schussfaden habe ich nicht eingewebt sondern dieses Fadenende nach ein paar Schusseinträgen mit einem überwendlichen Stich über die ganze Breite des Schals vernäht. Das gibt  einen festen und sauberen Abschluss.
Oft liegt den kleinen Kinder- oder Schul-Webrahmen ein kleiner Kamm bei und ich habe den Eindruck, dass die Benutzung dieses Kamms dazu beiträgt, dass der Schuss zu eng angeschlagen wird und die Gewebe in der Folge immer schmaler werden, verstärkt dadurch, dass auch noch zu wenig Schussfaden eingelegt wird.


Wenn man den Drehstab für den Anschlag nutzt, lässt es sich viel besser weben. Man schiebt den Stab einfach in der neutralen Stellung an den Geweberand, kippt ihn so, dass das nächste Fach gebildet wird und schiebt ihn in dieser Stellung wieder zurück, um den nächsten Schussfaden einzubringen. Auch für den Schuss habe ich Restgarn eingesetzt. Das helle Grün reichte nicht für den ganzen Schal also habe ich etwa in der Hälfte des Gewebes einen anderen Rest in dunklerem Grün verwebt.


Mein Rahmen hat Gummifüße, dadurch kann man ihn nicht so ohne weiteres mit Zwingen am Tisch befestigen. Mit einem Stück einer Antirutschfolie für Küchenschubladen stand er aber gut fest, so dass es sich prima weben ließ.


Am Ende angekommen bleibt gerade noch genug Kette übrig, um später Fransen drehen zu können.


Ich war mir anfangs nicht sicher, ob der Platz vom Warenbaum zum Streichbaum ausreichen würde, um das Gewebe für einen fast zwei Meter langen Schal aufzunehmen. 
Das war aber kein Problem, man könnte sogar ein etwas dickeres Garn verweben.


Zum Schluss noch einmal der überwendliche Stich an der Abschlusskante


und dann konnte das Gewebe vom Rahmen gelöst werden.


Nach dem Fransendrehen und der vorsichtigen Handwäsche hatte der Schal eine Breite von 17 cm und eine Länge von 170 cm, gemessen ohne Fransen.

Es hat soviel Spaß gemacht, mit diesem kleinen Rahmen zu weben, dass ich sofort mit dem nächsten Schal angefangen habe.