Ich habe im letzten Herbst einen wirklich platzsparenden Glimåkra Trittwebstuhl geschenkt bekommen.
In einem Glimåkra Katalog von 1960, ist neben dem großen Standard Webstuhl und dem kleineren Ideal ein weiteres Modell zu sehen, das den Namen Hobby trägt. Es entspricht im Aussehen zwar nicht genau meinem Neuen, hat aber den gleichen Fußabdruck von 77 x 80 cm und besitzt auch keinen Kniebaum. Es könnte sich also durchaus um ein Vorläufermodell meines Webstuhls handeln.
Die geringe Webbreite meines Webstuhl, von 60 cm, ist nicht ungewöhnlich, denn früher gab es auch den Ideal mit diesem Innenmaß. Interessant ist vielmehr, dass der neue Webstuhl nicht nur kürzer als der kleine Ideal ist, sondern mit einer Höhe von nur 140 cm inclusive eingehängter Kammlade, auch niedriger.
Mit seinen Maßen entspricht dieser ältere Mini - Webstuhl bei den modernen Trittwebstühlen am ehesten dem Glimåkra Julia Webstuhl, den es sowohl als Rollenzug- als auch als Kontermarschwebstuhl aktuell zu kaufen gibt. Auf dem Bild ist gut zu sehen, dass auch dieser Webstuhl keinen Kniebaum braucht.
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| Foto: www.gavglimakra.se/en/julia/ |
Mein Neuzugang war mit Wippen für 4 Schäfte und mit 4 Tritten ausgerüstet. Da der kleine Julia Webstuhl aber offenbar mit Kontermarsch und 8 Schäften funktioniert, haben wir den Glimåkra Mini auch entsprechend aufgerüstet.
Zuerst hat mein Mann die einfache Aufnahme für die 4 vorhandenen Querschemel durch einen breiteren und längeren Rahmen ersetzt, der jetzt in zwei Ebenen die insgesamt 16 Querschemel aufnehmen kann.
Dann wurde der obere Balken, an dem die Wippen befestigt waren, gegen einen Rahmen mit Kontermarsch -Wippen ausgetauscht.
Einen Kontermarsch-Bauplan habe ich im Dezember 2013 auf diesem Blog veröffentlicht.
Der Webstuhl ist so niedrig, dass ich im Sitzen auf die Seitenteile gucken kann. Das brachte mich im Verlauf des Webens auf die Idee, ihn noch mit einer Ablage, mit untergebauter LED-Lichtleiste zu versehen. Mittig auf die Lichtblende haben wir ein kleines Metallblech aufgeklebt, so dass dort mit Hilfe kleiner Magnete, Webnotizen befestigt werden können.
Schließlich wurde es Zeit für einen Testlauf.
Als erstes habe ich
Handtücher gewebt, nach einem Muster aus Jane Stafford´s School of Weaving, Season 2.
Es ging in der Lektion um Helligkeitsabstufungen und ich habe mich bei der Kette
farblich in etwa nach Janes Vorgaben gerichtet, weil ich die entsprechenden Farbtöne, dunkelblau und hellblau sowie hellgrau und schwarz in meinen Cottolin-Vorräten hatte.
Mit 4 Schäften und 6 Tritten funktionierte die Kontermarscheinrichtung auf Anhieb und ich konnte sowohl Köper als auch Leinwandbindung weben. Die ersten beiden Handtücher habe ich in der gleichen Farbreihenfolge wie die Kette gewebt, einmal in Leinwandbindung und einmal in Köperbindung.
Darauf folgte ein hell- und dunkelblau gestreiftes Köperhandtuch.
Danach habe ich die Kette in Leinwandbindung mit allen möglichen, mir farblich passend erscheinenden Cottolin - Restspulen abgewebt.
Entstanden sind insgesamt 5 Handtücher und ein kleiner Läufer.




















































