Donnerstag, 31. März 2022

Zehn neue Handtücher

 Zum dritten Mal habe ich nun Handtücher in Atwater Shadow Weave Bindung gewebt.

 
Dieses Mal habe ich 8 m Kette auf den kleinen klappbaren Lasse Maja Webstuhl aus Frederiksfors Snickerifabrik aufgebracht. Der Webstuhl ist im Prinzip wie der bekanntere Göta-Webstuhl gebaut, er hat auch eine Webbreite von 60 cm, ist aber mit Doppelrollen ausgerüstet und hat 6 Tritte wie der 90 breite Göta.

Ich war mir nicht sicher, ob der Abstand zwischen Streichriegel und Warenbaum groß genug sein würde, das gesamte fertige Gewebe aufnehmen zu können. Ich hatte durchaus damit gerechnet, die Kette nach einigen Handtüchern abschneiden zu müssen, um sie dann für   die letzten zwei, drei Handtücher erneut anzuknoten.
 

 

Das war aber erfreulicherweise nicht nötig. Ganz genau 10 Handtücher sind es schließlich geworden, jedes 76 cm lang. Zum Ende hin wurde das Fach aber so knapp, dass ich für die letzten Schüsse eine flache Webnadel nutzen musste.



Nun weiß ich, dass der kleine Webstuhl mit 8 m Cottolinkette noch keine Probleme bekommt, das ganze Gewebe hat gut auf den Warenbaum gepasst und es gab auch bei dieser Kettlänge keinerlei Probleme damit, dass dieser Webstuhltyp hinten keinen Streichriegel besitzt.

 

 

Mir gefällt an dieser Bindung immer wieder, dass sich so viele überraschende Farbvarianten auf einer Kette weben lassen. 

 

 Handtuch # 1

 

Meine Kette bestand aus Cottolin 22/2, die Webkanten waren rein schwarz gehalten, im Hauptteil wechselten sich ein schwarzer Faden und ein türkisfarbener Faden ab.

Beim ersten Handtuch habe ich dieselben Farben in der Kette verwendet, begonnen mit schwarz, dann türkis, die Trittreihenfolge entsprach dem Einzug. Die Abbildungen der Handtücher zeigen immer Vorder- und Rückseite, die sich aber je nach Trittfolge nicht immer voneinander unterscheiden.


Die folgenden Bildern, zeigen rechts die verwendeten Schussgarne, links sind  immer noch einmal die Kettfarben zu sehen. Das mit Z bezeichnete Garn habe ich als erstes geschossen, das X steht für die "Schattenfarbe".

Beim ersten Handtuch war die Trittreihenfolge 1-3-2-4-3-1-4-1-3-4-2-3, die schwarzen Zahlen entsprechen dem Z, die roten dem X.

In meinem Post Eine Kette - viele Muster gibt es weitere Informationen zur Bindung  und einen Link auf die verwendete Webpatrone.

 

 Handtuch # 2

 

Im Schuss hatte ich als erstes Garn eine etwas dickere Baumwolle, das senffarbene Garn ist wieder Cottolin.

 


 

Beim dritten Handtuch ist das zweitgeschossene Garn dicker, es handelt sich hier um Baumwolle 8/4, das orangefarbene Garn ist, wie alle folgenden dünnen Schussgarne wieder Cottolin.

Handtuch # 3

 
 
Ich finde es spannend, wie hier auf einer türkis-schwarzen Kette ein eher rotes Handtuch entsteht.
 
 


Beim vierten Handtuch sind die Farben von Kette und Schuss annähernd gleich, das Türkis ist mit dem Kettgarn identisch, das Schwarz durch ein dunkles Türkis ersetzt.

 

 Handtuch # 4

 

 
 
Aber weil hier mit dem hellen Farbton angefangen wurde, ergibt sich eine völlig andere Wirkung als bei Handtuch 1. Weiter unten habe ich diese beiden Handtücher noch einmal zusammen fotografiert, um das genauer zeigen zu können.

 


Handtuch # 5

 

 
Das 5. Handtuch ist mit einer einfacheren Trittfolge gewebt, die Reihenfolge ist hier 
* 1-3-2-4-3-1-4-2 * Begonnen wurde, wie auf dem Foto ersichtlich, mit dem Senfton.
 
 


                                                                Handtuch # 6

 

 

Beim sechsten Handtuch habe ich wieder einen dickeren Baumwollfaden eingesetzt und auch hier die einfachere Trittfolge benutzt.
 


 

Handtuch # 7



Hier dasselbe Spiel mit einer anderen Farbkombination.

 



Handtuch # 8


 

Bei diesem Handtuch sind nur die dünneren Cottolinfäden verwendet worden.



 

Handtuch # 9



 
Das neunte Handtuch drängt durch seine Schussfarben das Grüntürkis und das Schwarz wieder in den Hintergrund und vermittelt eher einen Eindruck von Rot.




Handtuch # 10
 
 
 
 
Ich finde, das letzte Handtuch passt mit seinen Frühlingsfarben ganz wunderbar zur Jahreszeit. 
 
 
 
 
Hier sind noch einmal die beiden Handtücher, die fast identische Farben aufweisen, links wurde aber mit dem hellen Faden begonnen, rechts mit dem dunklen. 
 

 
Auf den folgenden Bildern habe ich weitere Handtuchpaare zusammengestellt.
 
 
 
 

 
 

 
 

Und auf dem letzten Foto kann man noch einmal die ganze Ausbeute sehen :-)




Samstag, 26. Februar 2022

Ein interessantes Webgerät

Vor einigen Jahren besuchte ich die Webstuhlmanufaktur Rudi Künzl in Gilten, um meine Garnvorräte aufzustocken, dort stand in einem der Räume ein ungewöhnlicher Webstuhl,  der sofort meine Aufmerksamkeit erregte.

 

Der Webstuhl hatte weder Schäfte noch Litzen, die Kettfadenaushebung und damit die Mustermöglichkeiten wurden offenbar durch das Drehen einer gefächerten Kunststoffwalze in der Mitte dieses eigenartigen Webgeräts erzeugt.


 
Als ich ein paar Jahre später bei Ebay-Kleinanzeigen auf das Angebot eines kleinen Webrahmens mit einer geschlitzten Kunststoffwalze in der Mitte stieß, ahnte ich, dass es sich um ein ähnliches Prinzip handeln müsse und aus reiner Neugier kaufte ich den Rahmen.


Schnell war eine kleine Probekette aufgezogen und ich konnte sehen, dass die Scheiben der Walze so eingerichtet waren, dass es möglich war mit diesem Gerät durch Drehen der Walze gleichseitigen Köper und Panama zu weben, denn durch jede Vierteldrehung wird die Lage der Kettfäden entsprechend verändert. Durch Variation der Reihenfolge und der Richtung der Drehung kann man auch noch weitere Muster erzielen.


 

Natürlich interessierte es mich, wo dieser Webrahmen herkam und ich nahm Kontakt zu Rudi Künzl auf, der mir freundlicherweise eine Kopie der Bedienungsanleitung seines Webstuhls schickte.

 


Kurz danach fand ich im Internet eine Anzeige, die die Firma noch 1985 im Weaver´s Journal geschaltet hatte.
 


Und ich stieß im Netz auf der Seite FPO, freepatents online, schließlich auf ein amerikanisches Patent von 1938, in dem ein Rahmen beschrieben war, der meinem Modell sehr ähnlich war.

 

Quelle: www.freepatentsonline.com

Allerdings fehlt meinem Rahmen eine Art Kamm, wie er für den oben abgebildeten "Webapparat" vorgesehen war.

 


Natürlich war meine Überraschung groß, als ich vor nicht langer Zeit wieder auf ein Angebot dieses ungewöhnlichen Webrahmens stieß. Er wurde im Originalkarton mit Bedienungsanleitung angeboten und das war für mich Grund genug, ihn zu kaufen, da ich hoffte, über die Bedienungsanleitung mehr über den Hersteller des Rahmens erfahren zu können.

 


Leider besteht die Bedienungsanleitung nur aus zwei Seiten getipptem Text, in dem die Arbeitsweise des "Holzwebrahmens" mit "beigefügter Plastikscheibenarbeitswalze"  erläutert wird und zwei Seiten mit Zeichnungen, die den Vorgang allerdings sehr gut bebildern. Einen Herstellernachweis gibt es leider nirgendwo, nur auf dem Rand des Kartons ist zu sehen, dass das Gerät von Quelle verkauft wurde

 

 

Der Inhalt des Kartons zeigte, dass der Rahmen kaum benutzt war. Er war mit dem beigefügten Garn bespannt und dann angewebt worden. Wie so oft bei einfachen Webrahmen, war der Schuss viel zu eng angedrückt worden, so dass eine Art Schussrips  entstand. Das Ergebnis hatte offenbar nicht dazu eingeladen, sich weiter mit dem Webrahmen zu beschäftigen.


 

Ich habe erst einmal die Schussfäden wieder rausgefriemelt und dann mit einer Kontrastfarbe angefangen zu weben.


 

 

Die Musterwalze hat eine Webbreite von 22 cm und eine Kettfadendichte von 24 Fäden pro Zentimeter, das ist eine recht weite Einstellung. Will man ein ausgeglichenes Gewebe herstellen, braucht man auch im Schuss ein dickeres Garn und man darf den Faden nur leicht andrücken. Am besten ging das mit einer leeren Webnadel.

 


Die Achse der Walze habe ich seitlich mit den Zahlen 1 bis 4 beschriftet, um die vier möglichen Fächer genauer einstellen zu können. Dann habe ich angefangen, ein paar Dreh-Kombinationen mit der Walze auszuprobieren. 

Um Panama wie in den roten Streifen zu weben, muss ich nur in Stellung 1 und 3 weben, alternativ in Stellung 2 und 4. 

Das obere Muster ist durch die Drehreihenfolge  *1-2-3, 2-3-4, 3-4* entstanden. 

Und im obersten Muster auf dem nächsten Bild habe ich  *1-3-2-4* eingestellt und einen Kreuzköper gewebt.

 


Das kleine Probestück von meinem ersten Rahmen habe ich abgeschnitten, es hatte 4-fädiges Sockengarn in der Kette und 6-fädiges im Schuss, den hellgrauen Teil am Ende habe ich mit Lopigarn geschossen. Das Ergebnis ist ein weiches, stabiles Gewebe, man könnte auf diese Art gut einen warmen Schal weben. Allerdings wäre er für einen Erwachsenen zu kurz, denn die umlaufende  Kettlänge beträgt gerade einmal 143 cm.



 

 

 

Montag, 31. Januar 2022

Gewebtes

 

Nachdem ich mich die letzten Wochen - und leider bisher erfolglos - fast nur mit meiner Strickmaschine beschäftigt habe, wollte ich endlich mal wieder weben.

Bevor ich Sommer 2021 nach Virserum fuhr, hatte ich noch einen Webstuhl mit einer Kette für Spültücher eingerichtet, die habe ich nun erst einmal schnell abgewebt, weil ich genau auf diesem kleinen Webstuhl Handtücher weben wollte.

 


Außer den üblichen einfarbigen Spültüchern, habe ich dieses Mal auch ein paar gestreifte  hergestellt. Dabei konnte ich gut altes, handgesponnenes, naturfarbenes Leinen nutzen, das ich aus Schweden mitgebracht hatte.

 

In Schweden hatte ich bereits auf dem Lotta - Webstuhl noch einmal Handtücher im Shadow Weave Muster gewebt, die ich bisher noch nicht hier im Blog gezeigt habe.

 

 

Über die ersten Handtücher in diesem Muster hatte ich im Januar vor einem Jahr berichtet. Damals hatte ich eine schwarz - blaue Kette aufgezogen, dieses Mal waren meine Kettfarben schwarz und lindgrün.
Auf den folgenden Bildern sieht man immer beide Seiten der Handtücher.

 


Beim ersten Handtuch ist in Kette und Schuss das gleiche Material, Cottolin, in gleichen Farben verwendet worden. Gewebt habe ich Tromp as Writ, d.h. die Einzugsfolge entsprach der Trittfolge.

 


Das zweite Handtuch hat das gleiche Muster aber anderes Material im Schuss. Das grüne Cottolin ist etwas heller als das in der Kette und der zweite Schussfaden ist dicker, nämlich Baumwolle 8/4 in einem blassen Lilaton, 
 


 
Bei diesem Handtuch ist die Trittreihenfolge geändert und neben dem rosafarbenen Cottolin ist wieder ein dickerer Faden verwebt worden, nämlich ein olivgrünes Baumwoll - Frotteegarn.

 

 

Beim vierten Handtuch habe ich wiederum eine andere Trittfolge gewählt, die ein neues Muster ergibt, im Schuss habe ich nun dunkelgrünes Cottolin als ersten Faden  und hellolivfarbene Baumwolle 8/4 als zweiten Faden eingesetzt.


 

Dieses Handtuch hat die gleiche Trittfolge wie das vorige aber eine andere Reihenfolge beim Einschießen der Fäden. Zuerst kam der dickere Faden, türkis in Baumwolle 8/4, dann dunkeltürkis in Cottolin.

 


Leider reichte meine Kette dann nur noch für ein kleines Gästehandtuch, im Schuss jeweils Cottolin in lila und türkisgrün. Das etwas auffälligere Muster wurde durch Verdopplungen in der Trittfolge erzeugt.

 


Weil das Weben in dieser Technik durch die überraschenden Farbeffekte so viel Spaß macht, hatte ich mich entschlossen noch eine dritte Kette für Shadow Weave Handtücher aufzuziehen. Da man nur 4 Schäfte braucht, erschien mir der kleine Webstuhl von Frederikfors Snickerifabrik als geeignet. Es ist ein Klappwebstuhl vom Typ Göta mit 60 cm Webbreite, 4 Schäften aber 6 Tritten auf dem ich sehr gerne webe.




Die Kette ist wiederum aus Cottolin aber dieses Mal in den Farben schwarz und grüntürkis

 

 

und die ersten beiden Handtücher aus dieser Serie sind mittlerweile fertig gewebt.



 Dieser Stapel zeigt noch einmal alle Handtücher der beiden ersten Serien.