Zufällig bin ich im Sommer in Schweden auf ein Buch gestoßen, das die Technik dieses alten samischen Kunsthandwerks beschreibt, das ich mir sofort - zusammen mit einem Materialsatz für ein kleines Anfängerarmband - bei Gällivare Textil bestellt habe.
Der Materialsatz besteht aus:
einem Streifen Rentierleder und
einem Stück Vlieseline als Einlage,
einem Knopf aus Rentierhorn und
einem dünnes Lederbändchen, mit dessen Hilfe der Knopf befestigt wird,
einer gedrehten Kordel aus Rentierleder für die Öse
und dem tenntråd, einem dünnen Draht, der mit versilbertem Zinndraht umwendelt ist und ungefähr so aussieht, wie die Baßseiten einer Gitarre,
außerdem dem nötigen Arbeitsmaterial:
einer sehr feinen Nähnadel für den ebenfalls sehr feinen Kunststofffaden, mit dem der Draht auf dem Leder befestigt wird
und einer Ledernadel mit einer scharfen dreikantigen Spitze, die man für das Nähen mit dem künstlichen sentråd, einem nicht länger mehr aus echten Sehnen bestehenden Faden, braucht.
Auch eine genaue Anleitung wurde mitgeliefert, so dass ich das Buch eigentlich nicht benötigt hätte, das schwerpunktmäßig Anleitungen und Schnittmuster für Taschen, Portemonnaies, Schlüssselringe usw. enthält.
Die Herstellung des Armbands beginnt damit, dass man den mitgelieferten Draht in drei Doppelstränge aufteilt und in diesem Fall einen einfachen flachen Zopf flechtet.
Dann wird das Leder, auf dessen Rückseite vorher die Vlieseline festgeklebt wurde, etwas unterhalb der Schmalkanten knapp eingeschnitten, so dass der Schlitz gerade groß genug ist, dass die Enden des flachen Zopfes hindurch passen.
Innen klebt man die überstehenden Enden leicht fest und dann beginnt auf der Oberseite die Näharbeit mit dem feinen Faden. Um jeden der äußeren Flechtenbogen wird genäht, dabei soll der Faden so angezogen werden, dass er innerhalb der Umwendelung des Drahtes verschwindet. Bei dieser Arbeit ist ein Fingerhut unverzichtbar.
Danach werden Knopf und die Schlaufe angenäht, hierfür braucht man die stärkere Ledernadel und den sentråd, der sich etwas klebrig anfühlt, weil er wohl stark eingewachst ist. Der mitgelieferte Faden wird viergeteilt bevor man mit ihm arbeitet.
Dieser Faden wird auch benutzt, um das Armband mit überwendlichen Stichen zu schließen.


















