Samstag, 6. Juni 2015

Vävrally

Um zwei Wochen verspätet kommt hier endlich ein kurzer Bericht von der Vävrally, die einen ganzen Bus voll Weberinnen aus dem südöstlichen Småland nach Västergötland, ins sogenannte garnriket, das Garnreich, gebracht hat.
Organisiert war die Tour wieder von den Sydostvävarna, unserer Regionalgruppe der Riksförening för Handvävning.



Erste Station war das Garnhuset i Kinna, das heutzutage in Fritsla zu finden ist.


Reichlich mit Garnen eingedeckt ging es sofort weiter zu Kasthall in Kinna, einer großen Teppichfabrik mit einem Fabrikverkauf, in dem man neben ausgehenden Kollektionen zu Sonderpreisen Restgarne kaufen kann.
Letzteres war für uns Weber natürlich besonders interessant.


 Mit Wollgarnen in allen möglichen Farben


und Leinenkettgarnen füllten sich die großen Einkaufstüten, alles zu überaus günstigen Kilopreisen.



Dritte und letzte Station war Berits Vävstuga in Hajom.


schon von außen konnte man sehen, was sich mit Webstühlen so alles anstellen lässt.


Innen gab es neben verschiedenen Webmaterialien und neuem und gebrauchtem Webzubehör auch einen Loppis vom Roten Kreuz, bei dem ich günstig ein altes Webbuch von Gertud Ingers, über die Leinenweberei, kaufen konnte.



Im oberen Stockwerk liegt ein recht großer Websaal, leider waren zum Zeitpunkt unseres Besuches nur wenige Webstühle in Betrieb.


Und hier meine Beute: 
Im Hintergrund links, Leinengarne von Kasthall, die großen Spulen in rosa und rot sind gewachstes Leinengarn aus Berits Vävstuga, auf den Kreuzspulen sind Leinengarne 16/1 und Lintow 6, Baumwolle 30/2, Baumwolleffektgarn und rechts im Bild Sammetgarn vom Garnhuset i Kinna.
Der große Strang Leinengarn im Vordergrund ist etwas ganz Besonderes. 
Die ganze lange Busfahrt war sehr unterhaltsam von den Organisatorinnen der Reise, u.a. Anna-Clara, Monika und Eva-Lena gestaltet worden. Dazu gehörte natürlich auch, wie typisch in Schweden, eine Lotterie mit vielen tollen Preisen und ich habe gleich zwei Gewinne gezogen: den großen Strang Hemodlat Lin und eine Kerze mit Leinenduft.








Samstag, 23. Mai 2015

Neue Spültücher




Kurz vor meiner Abreise nach Schweden hatte ich noch eine neue Kette für ein paar Spültücher aufgezogen.


Zehn Stück sollten es werden, die Einstellung war wieder 5 Fäden pro cm, diese Mal habe ich aber ungebleichtes Leinen 16/2 genommen. Beim letzten Mal war es Leinen 16/1 aber ich fand, die Tücher hätten etwas dichter sein können.


Viele weben ihre Spültücher in Waffelbindung, ich arbeite aber lieber mit etwas dünneren Wischlappen, auch weil sie so schnell wieder trocknen.


Also habe ich wieder die gleiche Bindung wie im November benutzt. Die verschiedenen Leinenschussgarne habe ich jeweils doppelt genommen.


Insgesamt sind es dann sogar elf Tücher geworden.


Die ganze Rolle habe ich schließlich mit nach Schweden genommen und vor ein paar Tagen habe ich mich auch endlich aufgerafft, die Tücher zu besäumen. Zusätzlich haben sie alle einen einfachen aber praktischen Aufhänger aus verzwirbeltem Schussgarn bekommen.


Jetzt müssen sie nur noch gewaschen, gemangelt und verschenkt werden.



Montag, 11. Mai 2015

Noch ein Webstuhl

Vor etwa vier Wochen hatte ich bei blocket.se, einem schwedischen Kleinanzeigenportal eine Anzeige gesehen, in der ein Glimåkra Victoria Webstuhl mit 8 Schäften und Untergestell für umgerechnet ganze 75 Euro angeboten wurde. Das war selbst für schwedische Verhältnisse sehr günstig denn während große Webstühle sehr preiswert angeboten, teils sogar verschenkt werden, gibt es für die kleineren, platzsparenden Modelle durchaus mehr Nachfrage.



Schon seit längerem wollte ich meinen nachgebauten Varpapuu-Kothe Nordia auf 8 Schäfte erweitern, war aber bisher noch nicht dazu gekommen.


Da wir Anfang Mai sowieso wieder in unser schwedisches Domizil fahren wollten und die Stadt Höör, in der der Webstuhl stand, auf dem Weg lag, habe ich mich mit der Verkäuferin in Verbindung gesetzt und sie gefragt, ob sie mir den Webstuhl trotz verzögerter Abholung verkaufen würde.. Tatsächlich funktionierte dann alles wunderbar, das Haus war leicht zu finden, alle Teile lagen bereit und nach einer Viertelstunde Aufenthalt waren wir wieder auf dem Weg nach Virserum, um zwei  Webgeräte reicher, denn tatsächlich gab es auch noch einen gar nicht so kleinen Gobelinrahmen dazu.


80 x 60 cm misst der Rahmen und alles nötige Zubehör fand sich in einer großen Kiste, die sowieso noch voller Überraschungen steckte.


Der Rahmen ist sehr solide aus Hartholz gebaut, keine Ahnung, ob es sich um einen Eigenbau handelt, die Griffe der Spannvorrichtung lassen das irgendwie vermuten.


Der Webstuhl hatte der Schwiegermutter der Verkäuferin gehört, sie selbst konnte mir leider nichts dazu erzählen. Der Anleitung und einigen Preislisten, die dabei waren, entnehme ich, dass er 1994 oder 95 gekauft wurde. Er ist sicher nie mit allen 8 Schäften benutzt worden, es waren nur 4 Schäfte eingerichtet und  Material für die restlichen Schäfte, ein weiterer Verschnürungssatz und weitere Litzenbündel, alles schon aus Texsolv, lagen unbenutzt im Karton. Insgesamt sind wohl 800 Litzen vorhanden.


Der ganze Webstuhl macht den Eindruck, als sei er nicht oft benutzt worden. Die drei Kämme, die mit dabei waren sind noch in ihrer Original-Plastikfolie eingeschweißt. Die Victoria hat genau wie mein 4-schäftiger Louet Tischwebstuhl eine Webbreite von 70 cm. In beiden Fällen ist die Kammlade so gearbeitet, dass man nicht wie beim Kothe Nordia mit längeren Kämmen arbeiten kann. Will man die ganze Webbreite ausnutzen, muss man also schon die passenden Kämme haben, darum habe ich mich sehr über die Neuzugänge gefreut. Für den Louet Webstuhl hatte ich bisher nur 55-10, 80-10 und vom Loppis im letzten Jahr 90-10. Nun kommen 35-10, 50-10 und 70-10 dazu.


Weiter fanden sich in der Kiste noch ein Breithalter und einige Schiffchen. Die oben abgebildeten Schiffchen habe ich schon einmal bei einem Webstuhlkauf mitbekommen, damals hielt ich sie für eine spezielle Art Poppana-Schiffchen. Jetzt habe ich durch die Aufschrift - Plastskyttel Snabb - gelernt, dass es Schiffchen für die Plastikbänder sind, die man als Teppichschuss benutzte. In Finnland gibt es das Material auch noch zu kaufen.Hier werden die Plastikläufer gerade wieder sehr modern, Auf der Seite von Pappelina kann man das Material und die Teppiche sehen.


Und auch Garn gab es noch dazu, in der oberen Reihe liegt links mercerisiertes Baumwollgarn, daneben Teppichkettgarn. Die Spulen, die wunderbarerweise auf mein altes Spinnrad passen sind mit handgesponnenem Leinen befüllt, eine dritte Leerspule ist auch noch vorhanden. Die untere Reihe zeigt Leinengarn in 16 und 16/2.


Nun habe ich also insgesamt 3 Tischwebstühle, zwei Vierschäfter und einen Achtschäfter. Der Varpapuu steht in Deutschland, der Louet ist hier in Schweden, wo die Victoria schließlich landen wird ist noch nicht ganz klar. Für die 4-schäftige Victoria kann man einen Trittzusatz kaufen, ich könnte mir vorstellen, zu versuchen auch die 8-schäftige Victoria mit Tritten auszurüsten, aber das ist erst einmal Zukunftsmusik.


Ich freue sehr mich über den kleinen neuen Webstuhl, er ist sehr solide gearbeitet, das zeigt schon ein Vergleich der Zahnräder, oben beim Glimåkra und unten beim Louet W70.


Für den Sommer habe ich auf jeden Fall genug zu tun, zwei Webstühle sind zu beschicken und auf der Rita wartet ein Saldräll-Gewebe darauf, fertiggestellt zu werden


Aber vorher will ich auf jeden Fall die Spültücher säumen, die ich noch in Deutschland gewebt habe.





Sonntag, 19. April 2015

Petten - Noord Holland




Im Frühjahr zieht es uns regelmäßig an die Nordsee, in diesem Jahr waren wir einmal nicht in Dänemark sondern in Petten, einem kleinen Ort in Noord Holland, direkt an der Küste gelegen, ungefähr auf halber Strecke zwischen Alkmaar und Den Helder.


Mitten im Ortskern lag unser Feriendomizil.


Ein Hollandhaus im Miniformat, mit 25 m², verteilt auf Wohnraum, Küche und Schlafzimmer unterm Dach, gerade groß genug für zwei Personen.


Dazu gab es noch einen kleinen, windgeschützten Sitzplatz, den wir wegen des wunderbar sonnigen Frühlingswetters täglich nutzen konnten.


Petten zeichnet sich durch einen breiten Sandstrand aus und ist erfreulicherweise etwas weniger touristisch ausgerichtet als die südlich und nördlich gelegenen Orte Bergen aan Zee und Callantsoog.


Mit dem Fahrrad oder zu Fuß kann man über schöne Dünenwege aber auch diese Ferienorte schnell erreichen.


Dies war mein Lieblings-Strandpavillon, De Strandtent in Callantsoog.


Mir gefiel er deshalb so gut, weil er sehr nah am Wasser liegt, zur Zeit unseres Besuchs regelrecht im Wasser stand.


Landeinwärts gelangt man sofort nach der Überquerung interessanter Brückenbauwerke in Hollands Blumenzwiebelparadies.


Für die Tulpenpracht war es noch zu früh,


dafür blühten aber auf vielen, vielen Feldern Hyazinthen in allen möglichen Farbschattierungen.


Ganz nah liegt auch die hübsche Grachtenstadt Alkmaar, bekannt für ihren freitags stattfindenden Käsemarkt.


Wir waren aber an einem Mittwoch da und hatten die Stadt daher fast für uns allein.


Käse konnte man natürlich auch in einem der vielen hübschen Läden kaufen,


die in den Seitenstrassen zu finden waren.


Leider habe ich in Alkmaar kein interessantes Handarbeitsgeschäft gefunden, dafür aber auf der Rückfahrt in Bergen.


In der Kleinen Dorpstraat 26 liegt ein wirklich gut sortiertes Garngeschäft, Finlandia Import.


Obwohl ich eigentlich erst mal meinen stash verbrauchen sollte, konnte ich nicht widerstehen etwas zu kaufen, einmal Garn für einen Schal von Drops 


und für einen weiteren von Scheepjes.


Diann noch Wolle von Opal, die ich in dieser Farbgebung bisher aber noch nicht gesehen hatte.


Und auch diesen kleinen Reihenzähler, den wie einen Ring am Finger tragen kann, kannte ich noch nicht.


Eine Woche ist manchmal viel zu schnell zu Ende!





Donnerstag, 9. April 2015

Handspindeln


Vor kurzem habe ich hier im Blog meine Spinnräder gezeigt, mein Louet S10 habe ich 1980 gekauft und kurz danach meine erste Handspindel, ich glaube, sie ist auch von Louet, kann mich aber nicht mehr genau erinnern.


In den 80ern wurde meist ziemlich dickes Garn gesponnen, daher waren große schwere Spindeln üblich. Tatsächlich habe ich die Spindel damals nie benutzt, ich hatte das Spinnen am Spinnrad gelernt und keine Geduld, mich mit der Handspindel abzugeben. Erst im letzten Jahr habe ich sie wieder hervorgeholt, ein bißchen damit rumprobiert und festgestellt, dass mir das Handspindeln richtig gut gefällt. Ich habe daraufhin einen befreundeten Hobbydrechsler gebeten, mir einen etwas leichteren Spinnwirtel zu drehen.


Mein Mann hat den Schaft dann so eingesetzt dass eine Tiefwirtelspindel entstanden ist, mit der sich sehr schön spinnen läßt. Für ganz feines Garn habe ich mir aber eine noch leichtere Spindel gewünscht.


Und die kam gestern mit der Post, eine Minikreuzspindel von Horst Hummel auf die ich über Ravelry aufmerksam wurde.


Sie funktioniert wunderbar und ist wegen ihrer geringen Größe genau richtig, um immer und überall dabei zu sein.