Freitag, 14. September 2018

Wiederverwendung

Vor 6 Jahren habe ich ein kleines Dreiecktuch gestrickt, das ich aber so gut wie nie getragen habe.


Also habe ich beschlossen, es einfach aufzuribbeln und das Garn als Kette für einen neuen Webschal wiederzuverwenden.


Weil ich faul bin, habe ich mit das Garn, ohne es vorher zu waschen, gleich vom Knäuel aus weiterverarbeitet und den 30 cm breiten Schulwebrahmen Karin damit bespannt.
Bei einem 40/10er Kamm, ergaben 80 Fäden eine Webbreite von 20 cm.


Beim nächsten Mal würde ich anders verfahren und das aufgeribbelte Garn vorher waschen, um es zu glätten.


So war es etwas schwierig, beim Nachlassen der Kette immer wieder die richtige Spannung einzustellen.


Als Schuss habe ich das schöne weiche Ficolana Arwetta classic ausgewählt, die eine Hälfte in rot, die andere in pink.


Als ich das Gewebe vom Webstuhl nahm zeigte der Schal eine ausgesprochen interessante Struktur, die aber nach einer leichten Handwäsche verschwand.





Kommentare:

  1. ich habe grade überlegt, ob das wohl gut geht mit dem kräuseligen Garn... Ich stricke selber grade einen Schal, bei dem ich eine der beiden Farben vom Strickstück wegribbele. Aber beim Stricken geht es.
    Die Struktur nach dem Abnehmen ist schon toll. Schade, dass sie verschwindet.
    Falls Du das mal absichtlich haben möchtest: in unserer Gegend gibt es etwas, das heißt Zudeldatschen. Datschen sind Hausschuhe und sie werden aus Schafwolle gestrickt. Hinterher werden sie gefüttert, indem man aufgezudelete (aufgeribbelte) Wolle, von alten Kleidungsstücken als Schlaufen innen reinnäht. Das Wellige von dem Aufgeribbelten schafft ein Luftpolster, dass die Füße warm hält. Ich dachte am Anfang, dass die Wellen wieder verschwinden, aber eine alte Frau hat mir gesagt, dass die Sachen oft so lange getragen wurden, bis sie nicht mehr repariert werden konnten und erst dann wurden sie gezudelt. Und da kriegt man die Wellen eben nicht mehr raus. Weil es heute kaum noch wollgestrickte Sachen gibt, die man aufribbeln kann, behilft man sich, indem man die Wolle verstrickt und in kochendes Wasser legt, abkühlen lässt und das Ganze nochmal. Nicht schocken zwischen kalt und warm, weil sie sonst filzt und nicht mehr geribbelt werden kann.

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    1. Interessante Geschichte, hatte noch nie von Zudeldatschen gehört. Ungewöhnliche Struktureffekte kann man ja auch mit überdreht gesponnenem Garn erzielen, habe es aber noch nie ausprobiert.

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  2. hej Marlies,
    der Schal ist wunderschön geworden, die Farben passen auch schön zusammen.
    lg Heike

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