Sonntag, 10. März 2013

Stickutmaning März

Die Strickherausforderung für den Monat März hat mit Farbe zu tun, wir sollen etwas in einer Farbe stricken, die wir normalerweise nicht mögen

Ich musste da gar nicht lange überlegen, knallrot, orange und gelb sind Farben, mit denen ich wenig anfangen kann. Ich erinnere mich zwar, dass gelb meine Lieblingsfarbe war, als ich noch klein war, aber spätestens mit Einsetzen der Pubertät wurde blau mein absoluter Favorit. Dabei ist es auch geblieben, blau in allen Schattierungen, als türkis ins grünliche gehend und als lila ins rötliche. Grundsätzlich kann man sagen, dass ich die kalten Farben lieber mag als die warmen. Bei den roten Farbtönen ist es deshalb meist die Pinkskala, die ich benutze.


Diese beiden Knäuel in apfelsine (Regia 4-fädig) und orange (Opal Sockewolle) sind übriggeblieben, als ich die Inka-Jacke nach Marianne Isager auf der Strickmaschine gestrickt habe. Wie man sehen kann, ist sie mittlerweile und endlich fast fertig. Ich muss noch den Reißverschluss einsetzen und dann das Halsbündchen annähen. 




Die Strickherausforderung kam mir also wieder einmal gerade recht. Ich werde ein Paar Pulswärmer im Estonian Fishtail Pattern aus dem Garn stricken. Dieses einfache Farbmuster hat keine Spannfäden und durch die diagonale Rippe, die beim Stricken entsteht, zieht sich das Strickstück gut zusammen. Daher wurde es in Estland auch häufig als Bündchenmuster für Handschuhe und Socken verwendet.



Wer mehr über Strickmuster aus Estland wissen möchte, dem kann ich das Buch Folk Knitting in Estonia von Nancy Bush empfehlen.  Es ist 120 Seiten stark und 1999 bei Interweave Press erschienen.



Nancy Bush beginnt mit einer kleinen Einführung in die Geschichte Estlands und der estnischen Volkskultur.



Es folgen Erklärungen einiger spezieller Stricktechniken und dann genaue Anleitungen für 6 Paar Fingerhandschuhe, 10 Paar Fausthandschuhe und 9 Paar Socken.
Wer sich für das Stricken von Spitzentüchern interessiert, wird hier nicht fündig,  diese Anleitungen gibt es in dem Buch Knitted Lace of Estonia, geschrieben von der gleichen Autorin.


Bei den oben abgebildeten Handschuhen kann man das Bündchen im Fischschwanzmuster ganz gut erkennen.



Für meine Pulswärmer habe ich 54 Maschen mit Nadelstärke 3 angeschlagen und alle 4 Reihen die Farbe gewechselt.
Es gibt zwei verschiedene Varianten des Musters, die sich aber kaum unterscheiden.
In beiden Fällen muss sich die Maschenzahl durch 6 teilen lassen, dann strickt man entweder

*2 M re, Umschlag, 2 M re, 2 M rechts zusammen*  
                            oder 
*2 M re, Umschlag, 2 M re, 2 M links zusammen*

Diese Abfolge wird jeweils einfach immer wiederholt, dabei können Farben natürlich beliebig eingesetzt werden.



Freitag, 8. März 2013

Tübingen

Manchmal hat man einfach Glück!
Seit Anfang Dezember läuft in der Kunsthalle Tübingen die Ausstellung
Fotorealismus, Malen mit der Kamera.

Neckar

Bei Schnee und Eis oder düsterem Regenwetter wollten wir aber nicht fahren, also schoben wir die Tour immer wieder hinaus. Da die Ausstellung aber am 10. März endet, haben wir schließlich am letzten Wochenende kurzentschlossen ein Zimmer gebucht und sind Montag erfreulicherweise bei allerschönstem Frühlingswetter in den Kurzurlaub gestartet.


Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir am frühen Nachmittag in der historischen Altstadt bummeln gehen.


In der Ammergasse, deren Häuser auf der einen Straßenseite direkt am Ammerkanal liegen, gibt es ein Wollgeschäft, Der Webstuhl genannt, das aber leider geschlossen war.





Überall findet man interesante kleine Läden, Galerien und Fachgeschäfte in den engen Gassen der schwäbischen Universitätsstadt.







Neben vielen liebevoll renovierten Häusern gab es auch einige Gebäude, die ihr Alter deutlich zeigten.


Tübingen ist eine Stadt mit vielen Treppen, die hilfreich sind, um die ausgeprägten Höhenunterschiede zu überwinden.




 Durch zahlreiche enge Gassen erreicht man den großen, offenen Marktplatz.







Zu Abend gegessen haben wir zwar in Wurstküche, aber in dieser 200 Jahre alten Gastwirtschaft wird schwäbisch gekocht  und wir waren nicht auf Currywurst angewiesen




Dienstagmorgen stand dann der Ausstellungsbesuch in der Kunsthalle an.



 Das Plakat vor der Kunsthalle zeigt ein Bild von David Parrish, Honda, 1972




Gus Heinze, 1990


Ralph Goings, 1989


Ron Kleeman, 1980




Der Ausstellungskatalog, Fotorealismus, 50 Jahre hyperrealistische Malerei, herausgegeben von Otto Letze, 200 Seiten, 91 Abbildngen, ist bei Hatje Cantz erschienen.



Für die Rückfahrt haben wir uns Zeit gelassen, sind über Landstraßen am Neckar entlang in den Odenwald gefahren und haben dort noch eine Nacht im Hotel verbracht und zuhause angekommen wurden wir von unseren ersten Krokussen begrüßt.







Samstag, 2. März 2013

Sofakissen

Nicht nur beim Stricken, auch beim Weben macht mir das endgültige Fertigstellen am wenigsten Spaß, also schiebe ich diese Arbeit immer gern auf.


Jetzt sind die Kissen aber endlich fertig genäht.


Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis, es gibt viele Variationsmöglichkeiten, alle uni, alle gestreift oder jedwede Kombination von beidem.


1990 habe ich schon einmal gestreifte Kissen für das Sofa gewebt. Es waren die drei Rosengang-Kissen hier auf dem Titelbild von Vävmagasinet. Das unterste schwarz-rote ist auf dem Bild etwas schlecht zu erkennen.
Ein paar Jahre haben wir sie gehabt, dann habe ich neue Kissen aus verschiedenen gekauften, schwarz-weißen Stoffen genäht.



Von meinen allerersten gewebten Sofakissen, habe ich auch noch ein Bild gefunden. sie sind Anfang der 80er Jahre entstanden.


Damals hat mein Mann die Sofas gebaut und ich habe den Bezugsstoff gewebt, in meinem alten Webbuch habe ich die entsprechenden Aufzeichnungen und Stoffproben gefunden.






Die Kissen hatten ein beigefarbenenes Alpaca-Wollgemisch in der Kette, geschossen habe ich mit Alpaca und Wolle in  Naturfarben, sowie handgesponnener Wolle, die ich zum Teil mit Cochenille gefärbt hatte.



 Alles ganz so, wie es sich in den 80ern gehörte.



Ich glaube, jetzt wird es tatsächlich Frühling, seit zwei Tagen haben wir Besuch von einem Entenpärchen.


Ganz in der Nähe liegt zwar der Dorfteich, den beiden scheint unser kleiner Gartenteich momentan aber besser zu gefallen.






Sonntag, 24. Februar 2013

Das Frühstücks- und Kaminzimmer


Nachdem unser Schlafzimmer seinen endgütligen Platz im Anbau gefunden hatte, konnten wir daran gehen die beiden kleinen Zimmer auf der Ostseite des Hauses zu renovieren.




Im vorderen Raum, durch dessen Fenster man einen schönen Blick auf die alte Mühle hat, stand ja lange unser Bett. 



Hier steht in einer Ecke ein alter offener rörspis, der im Zuge der Kaminrenovierung auch wieder in Stand gesetzt wurde.



Der hintere Raum auf dieser Seite des Hauses, hat sein Fenster zum Nachbargrundstück hin und ist bei Morgensonne wegen der Ausrichtung nach Osten wunderbar von Licht durchflutet.


Aus diesem Grund haben wir ihn anfangs als Frühstückszimmer genutzt. Im Laufe der Zeit sammelte sich aber so viel Material und Werkzeug an, dass wir den Platz dringend brauchten, um den ganzen Renovierungskram unterbringen zu können.




Um ein großes helles Zimmer zu bekommen, haben wir die hölzerne Trennwand zwischen den beiden Räumen entfernt.




Die glattverkleidete Tür, die man links im Bild sieht, führte übrigens in einen kleinen Raum unter der Treppe, in dem früher das WC untergebracht war.



Ein Teil dieses Zimmerchens haben wir der Küche zugeschlagen, der Rest ist mit der ursprünglichen Tür zu einem Wandschrank geworden.
Die andere Tür, die in die Küche führt, ist mittlerweile ausgehängt, so profitiert die Küche auch noch vom Lichteinfall durch das Fenster.

Natürlich gab es auch hier wieder Löcher im Fußboden, die durch eindringende Feuchtigkeit entstanden waren und repariert werden mussten.




Das Zimmer hat jetzt wie die anderen renovierten Räume einen neuen Fußboden, frisch tapezierte Wände und eine neue Decke. Nach und nach wollen wir noch die Fenster und Türen streichen und es ist auch noch nicht vollständig eingerichtet, daher wirkt alles noch ein bißchen kahl.




Im vorderen Teil steht gegenüber dem offenen Feuer ein kleines Sofa mit zwei Sesseln und passendem Tisch der finnischen Firma Asko, hergestellt in den 70er Jahren. Diese Möbel stammen aus dem Institut, in dem mein Mann gearbeitet hat. Als dort die Kantine erneuert wurde, konnten die Mitarbeiter die alten Einrichtungsgegenstände für ein paar Euro kaufen.



Nachdem ich sie angestrichen und mit neuen Polsterbezügen versehen habe, finde ich sie wieder sehr chic. Der coole finnische Stil hat mich schon immer begeistert.



Der Schrank, der links zu sehen ist, hat dort nur vorübergehend seinen Platz gefunden, er ist für die Gästehütte gedacht, doch davon erst später.



Und dies ist nun unsere sonnige Frühstücksecke, die unmittelbar an die Küche anschließt.


Den kleinen runden Tisch hatten wir im Dreck der Gerümpelkammer gefunden, der heute unser Badezimmer ist. Eines seiner drei Beine verrottete draußen auf einem Müllhaufen hinterm Haus. Nachdem mein Mann die wurmzerfressenen Teile ersetzt hatte, und ich den ortstypischen,  pelarbord genannten Tisch angestrichen habe, ist er wieder ins Haus eingezogen.