Freitag, 7. Oktober 2022

Caras Fächerkamm

Während unserer Arbeit am Weberknecht Projekt, dem Bau eines 4-schäftigen Webrahmens, bei dem 3D Druck eine wichtige Rolle spielte, stellte ich an meine beiden Mitstreiter Cara und Gerd die Frage, ob man nicht auch einen Fächerkamm in dieser Technik herstellen könne.
 
Ich hatte vor vielen Jahren einen der ersten Tischwebstühle  der Firma Louet gekauft. 
Der W70 wurde damals mit Kunststofflitzen und 2 Kämmen ausgeliefert, die aus einzelnen Kunststoff-Segmenten bestanden. Schnell habe ich sie durch Metallkämme ersetzt und als später ein Umbauset verfügbar war, auch die Litzen gegen Texsolvlitzen getauscht. Tatsächlich hatte es aber bei den beiden Kämmen mit der Einteilung 30/10 und 40/10 keine Probleme beim Weben gegeben. Also vermutete ich, dass ein entsprechender Kunststoff-Fächerkamm auch seinen Dienst tun müsste.
 
 

Ich glaube, Cara hat sich noch am gleichen Tag an die Arbeit gemacht, denn kurz darauf hatte sie schon die ersten beiden Segmente gedruckt, die einen vielversprechenden Eindruck machten.
Die Entwicklungsarbeit dazu hat sie in einem Blogbeitrag mit dem Titel Fächerkamm beschrieben.
 
 
 
Ich habe bereits mit einem 70/10er Fächerkamm gewebt und wollte nun gern die Einteilung 40/10 probieren.  Insgesamt 9 Segmente und 2 passende Randstücke ergaben die erwünschte Breite von 60 cm.

 

 
Cara hat die Teile dann mit einen Holzrahmen eingefasst und die Vorderseite markiert, weil die Lamellen dieses ersten Kammes vorne angespitzt sind.
 
 
In Schweden habe ich schließlich diesen Fächerkamm erstmalig ausprobiert und einen Schal   damit gewebt.
 
 

Witzigerweise nutze ich nun wieder meinen alten Louet W70, der mittlerweile zu einem kleinen Trittwebstuhl umgebaut ist, mit einem Kunststoffkamm.
 

Ich habe dafür die Hängelade ausgebaut und den Kamm mit Texsolvschnur in den Webrahmen gehängt.
 
 
 
 
Als Aufhängung eigneten sich sehr gut die Metallhülsen für die Kammaufnahme. Die Höhenverstellung des Kamm ließ sich leicht durch Verlängerung bzw. Verkürzung der Schnur mit Hilfe eines Texsolvsteckers erreichen. Während des ganzen Webvorgangs hat diese Vorrichtung problemlos funktioniert.
 

 
Alle 5 Schuss habe ich in diesem Fall die Steckerstellung verändert, indem ich immer 2 Löcher übersprungen habe, bis ich die maximale Hochstellung erreicht hatte, um dann wieder in gleicher Weise in die maximal mögliche Tiefstellung zu gelangen.
 

Mein Material für diesen ersten Webversuch war wieder einmal 4-fädige Sockenwolle. 
 

 
 
Ich war mit der ersten Version dieses Kammes schon sehr zufrieden aber Bengt hier in Schweden und Cara in Deutschland haben sich mittlerweile noch weitere Verbesserungen für den Druck des Fächerkamms ausgedacht.
 

Ich bin sehr gespannt darauf , welche Auswirkungen das für das Weben haben wird.


10.10.22 - Nachtrag

Cara hat die Druckdateien für eine geänderte Version des Fächerkamms heute bei Thingiverse eingestellt.
 

 

 

4 Kommentare:

  1. aber man muss ziemlich oft die Kette weiter drehen, richtig? Lange Webflotten würden ja wieder die Höhe des Webblattes beeinflussen. Wie oft hast Du weiter gedreht? bei jeder Höhenänderung?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. So oft war das gar nicht nötig, ich habe nicht mitgezählt, man merkt einfach, wann es nötig ist.

      Löschen
  2. Bin ganz von den Socken , habe keine Ahnung vom 3 D drucken, aber was so möglich ist, beeindruckt mich schwer. Habe die letzte Zeit viel hier im Blog durchgeforstet,
    Wieviel fundiertes Wissen und wie unaufgeregt, verständlich , ausführlich beschrieben.
    Noch mal, bin ganz von den Socken !
    Wunderbar.
    Herzliche Grüße, Angela

    AntwortenLöschen
  3. Sehr interessant, zufällig auf deinen Blog geraten. Werde jetzt noch weiter schauen. Super schön ist der blaue Web-Schal.
    Lg aus Wien

    AntwortenLöschen