Sonntag, 13. März 2011

Frühlingserwachen

In unserem Garten ist noch kein einziger Krokus erblührt aber diese kleine Zwerg-Schwertlilie wollte nicht mehr länger warten,



also ist es auch an der Zeit für die knöchelkurzen Ringelsocken.














Da man für Größe 39 weniger als 30 g pro Farbe braucht, kann man hier ganz 
wunderbar Reste verstricken.

Samstag, 5. März 2011

Patent

In den 68ern gehörte neben  dem amerikanischen Parka der mehrere Meter lange patentgestrickte Schal, bevorzugt in dunkelrot, dunkelgrün oder schwarz, zur angesagten Kluft.
Das sogenannte echte Patentmuster galt als extrem materialschluckend und schwierig zu stricken.
Meine Mittel waren äußerst gering und ich konnte kein Patent, daher strickte ich mir meinen schwarzen Schal kurzerhand im Rippenmuster 1re-1li, damit bin ich aber nie wirklich glücklich geworden, das Teil wirkte wie die billige Kopie, die es ja auch war.

Mehr als vierzig Jahre später  habe ich dann für die Stola, die ich in meinem LYS, dem Zwirn in Katlenburg entdeckte, das Patentstricken gelernt.
Dabei habe ich festgestellt, dass es mehrere Methoden gibt, die alle dasselbe Ergebnis erzielen und habe die, meines Erachtens einfachste Art gewählt, das Tiefstricken der Rechtsmaschen.



Wer die Methode nicht kennt, findet hier die Anleitung.

re-tiefgestrickt -  anstatt die rechten Maschen normal abzustricken, sticht man jeweils eine Reihe tiefer in das entsprechende Loch ein, und holt den Faden von dort wie beim Rechtsstricken durch. Wenn die Masche dann von der Nadel gleitet, löst sich die obere Masche auf und es entsteht die typische große, voluminöse Patentmasche

Nach dem Anschlag mit einer ungeraden Maschenzahl strickt man eine Grundreihe:

1 Randmasche, * 1M re, 1M li * 1M re, 1 Randmasche und danach werden immer nur die zwei folgenden Reihen wiederholt:

Hinreihe:        RM * 1M li, 1 M re-tiefgestrickt * ‚ 1M li.  RM
Rückreihe:     RM * 1M re-tiefgestrickt, 1 Mli, *, 1 M re, RM

Die abgebildete Stola ist aus Mohana von Schachemayr mit Nadelstärke 7 gestrickt.
Lauflänge 125 m pro 50 g, Verbrauch 150 bis 200g
Das Garn hat mit 67 % Polyacryl und 33 % Mohair leider einen hohen Synthetikanteil, ist dafür aber absolut unkratzig.

Es werden 25 Maschen angeschlagen und etwa 30 cm glatt rechts, also 1 Reihe rechts, 1 Reihe links gestrickt. Das übliche Einrollen der Arbeit  ist hier einmal von Vorteil. Dann wird die Anzahl der Maschen durch Umschlag verdoppelt und danach im Patentmuster weitergearbeitet, hier richtet sich die Länge nach der Schulterbreite, die Maschenanzahl wird durch Zusammenstricken von jeweils 2 Maschen wieder halbiert und es folgen wieder ca. 30 cm glatt rechts.

Ich habe die gleiche Stola noch einmal in einem warmen Orangeton für meine hennahaarige Schwester gestrickt.

Dienstag, 1. März 2011

Zweiter Versuch

Mittlerweile habe ich die ersteigerte Strickmaschine wieder zurückgeschickt. Ich hatte Probleme mit dem Musterstricken, die sich durch einfache Wartung nicht beseitigen ließen, schließlich zeigte sich, dass eine kleine Feder am Strickschlitten gebrochen war.
Die Verkäuferin, die den Fehler vorher nicht bemerkt hatte und die mir die ganze Zeit telefonische Hilfestellung gab, war sofort bereit, den Kauf rückgängig zu machen.
Ich bin jetzt zwar vorübergehend wieder ohne Strickmaschine, habe aber bei dieser Aktion eine neue Strickfreundin gewonnen.
Und – gestern hatte ich  wieder Glück, diesmal ist es eine Brother KH 890 und zum Angebot gehörte auch noch ein  Elektrikschlitten.
Mit so etwas habe ich noch nie gearbeitet und bin entsprechend neugierig.
Eigentlich habe ich vor, die Maschine hauptsächlich zum Fair Isle-Stricken einzusetzen.
Durch die Spannfäden sind solche Kleidungsstücke ja besonders warm und um genau das zu minimieren, möchte ich gern mit möglichst dünnem Garn stricken, bin aber zu faul und zu ungeduldig, mir Pullover und Jacken mit feinen Nadeln Masche für Masche zu erarbeiten.

Ich weiß, wovon ich rede, denn die Blues Weste stricke ich mit Nadelstärke 2, bin aber inzwischen ganz ordentlich weitergekommen und langsam kann man gut erkennen, wie sich der Schnitt zusammensetzt.



Vier Pullover trage ich noch immer, die zwischen 1989 und 1991 auf der Toyota KS 858 entstanden sind. Mustermäßig war ich da etwas eingeschränkt, weil das Modell nur einen 12er Lochkartenrapport zuließ, der Grund, warum ich mich um einen neuen Stricker bemühe.



Für diesen einfachen Streifenpullover brauchte ich natürlich gar keine Lochkarten, aber es ist schon toll, wie schnell man so etwas fertig hat, besonders, da ich hier einfach nur eckige Teile gestrickt habe und außer dem Schlitz und den Verdoppelungen keinerlei Konfektionierung von Schulter oder Halsausschnitt nötig war.



Der blau-schwarze Pullover  ist aus einem relativ dicken Garn gestrickt, einem 50/50 Wolle-Viskose-Gemisch mit einer Lauflänge von 270 m pro 100 g.
Die Vorlage dafür hatte ich in einem der Handarbeitsbücher gefunden, die  seinerzeit  von einem bekannten Kaffeeröster vertrieben wurden.

Zum nächsten Modell wurde ich durch  Gudrun Sjödén inspiriert. Seit  mehr als 20 Jahren bin ich Kundin bei dem schwedischen Versand, u.a. weil ich Ringelshirts mag und weil man bei Gudrun Sjödén immer welche in immer neuen Farbkombinationen bekommen kann, völlig egal, ob sowas gerade modern ist oder nicht.



Natürlich habe ich auch schon Strickwaren aus ihrer Kollektion gekauft aber manchmal gefällt mir dann eine Kleinigkeit nicht so gut oder eine Stickerei ist mir zu viel und dann dient mir solch ein Modell als Ideenquelle
In diesem Fall gefiel mir beim Original die Gestaltung der Ärmel nicht außerdem habe ich alle Bündchen verändert und eine eigene Farbauswahl getroffen.

Der Pullover ist, wie auch der folgende, der bei mir den Namen Stubenfliege trägt, aus ganz normaler 4-fädiger Strumpfwolle gestrickt. 
Früher gab es Strumpfwolle noch in vielen verschiedenen Farben, heute hat man den Eindruck, dass alle Hersteller auf die bunten, selbstmusternden Garne setzten, das ist sicher sehr einträglich, da sie laufend neue Kollektionen herausbringen können und damit immer wieder Kaufanreize schaffen – leider geht das Ganze aber auf Kosten der Unifarben, hier gibt es nur noch ein ziemlich mickriges Angebot.




Heute ist Frühlingsanfang und draußen scheint die Sonne, wenn ich jetzt noch länger warte mit der Präsentation meiner Fäustlinge, aus der Zeitschrift Landlust wird es immer peinlicher.


Der Entwurf ist von Barbara Klur, bei der man auch das Garn kaufen kann, für mich war das eine wunderbare Möglichkeit der Resteverwertung, eine Mischung aus Sockenwolle, schwarzem und weißem Webgarn und lilafarbenem Tweedgarn von Rowan, das bei einem Pullover übrig geblieben war, den mein Mann sich vor Jahren gewünscht hatte. Leider gibt es diesen Pullober nicht mehr, das Tweedgarn muss bei der Wäsche sehr vorsichtig behandelt werden und das haben wir wohl nicht immer so genau beachtet, er wurde immer kleiner und kleiner, bis er völlig verfilzt war.


Dienstag, 22. Februar 2011

Höchstgebot

Sonntagabend hat es geklappt, ich war Höchstbietende bei 1-2-3 ...
Eine Brother KH 860 ist nun  auf dem Weg zu mir, ich bin sehr gespannt auf den Zustand der Maschine, mit der Verkäuferin hatte ich zwar schon sehr netten E-Mail-Kontakt aber die Strickautomaten haben mittlerweile halt etliche Jahre auf dem Buckel - mal sehen, was die Post mir bringen wird.

Ansonsten stricke ich fleißig an der Weste Blues, designed von Hanne Falkenberg, weiter.
Zum Kauf dieser Strickpackung nebst Anleitung hatte mich die raffinierte Schnittführung veranlasst,
Eben habe ich das zweite Vorderteil beendet, bisher war das Stricken sehr einfach, nun geht es um das nahtlose Einfügen des Rückenteils, da wird es sicher spannend - wird schon schiefgehen.

Mit dem Garn zu arbeiten macht Freude und da eigentlich nur rechte Maschen gestrickt werden, geht es auch ganz flott, obwohl sich bei der Maschenprobe zeigte, dass ich mit Nadelstärke 2 arbeiten muss, um die Schnittproportionen einzuhalten.

Zu Anfang war ich nur etwas enttäuscht, über die Farbe, auf dem Bild im Netz und auch auf dem beigelegten Foto erscheinen die Garne viel heller. Mittlerweile gefällt mir der gedecktere Ton aber sehr gut.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Sockenrad

Dass bei mir nach ein paar strickfaulen Jahren die Nadeln wieder klappern, hat viel mit der Deutschen Post zu tun.
Hier auf dem Land wurden nach und nach sämtliche eigenständige Postniederlassungen geschlossen, in Postagenturen umgewandelt und in die verschiedensten Ladengeschäfte integriert.
Unsere nächstgelegene Postagentur landete schließlich im Nachbarort in einem Handarbeitsladen, den ich bis dahin noch nie betreten hatte aber schon bei meinem ersten Briefmarkenkauf kam ich mit Wolle wieder nach Hause.
Ich habe früher alle Strümpfe selbstgetrickt, dann haben wir gebaut und auf der wohlig-warmen Fußbodenheizung brauchte ich keine Wollsocken mehr.
Als ich aber zum ersten Mal die selbstmusternden Sockengarne sah, war das für mich kein Argument mehr. Mittlerweile hatten wir ja auch einen zweiten Wohnsitz in Schweden und das alte Holzhaus dort kann recht fußkalt sein. Also gab es kein Halten mehr.


Dies ist die Auswahl, die ich hier in Deutschland im Schrank habe, mit meinen schwedischen Socken könnte ich sicher noch mal so einen Kreis legen.

Mittlerweile bin ich aber nicht mehr so begeistert von den bunten Garnen, irgenwie ist es auf die Dauer etwas geisttötend, sich das Muster vom Garn diktieren zu lassen außerdem finde ich, dass die Farbzusammenstellung im Knäuel meist schöner aussieht als am fertigen Teil - allerdings mit einer Ausnahme, die Kaffe Fassett- Sockenwolle hat mich nie enttäuscht, das liegt neben der typischen Farbzusammenstellung wohl an dem langen Rapport und den Unregelmäßigkeiten in der Musterung.

Auf dem Bild sind drei Socken aus diesem Garn zu sehen, erkennbar am saumgetrickten Rand.
Normale 1-1 und 2-2 Bündchen gefallen mir nicht bei diesen gemusterten Socken, es wirkt mir zu unruhig, daher habe ich glatte Ränder gearbeitet.
Da ich aber gern aus drei Knäueln, also 150 g Garn, zwei Paar Socken stricke, wurden mir die Schäfte zu kurz. Ich bin dann dazu übergegangen ein 3-1 Bündchen zu stricken, das gefällt mir optisch besser und erfüllt durchaus seinen Zweck.

Immerhin ist ein Strickstrumpf aus dem selbstmusternden Material das ideale Mitnahmegestrick, damit kann ich dann entschuldigen, dass ich schon wieder zugegriffen habe:

Lana Grossa, Magico Meilenweit

Montag, 14. Februar 2011

Blaue Hände

Das Rowan Book No 9, enthielt zwei Aran-Pullover, entworfen von Kim Hargreaves, die aus dem damals recht neuen indigogefärbten Baumwollgarn DEN-M-NIT gearbeitet waren.




Für meinen Mann habe ich das Modell Branco nachgestrickt.

 


Im Laufe der Zeit sollte das Gestrick durch das Waschen ausfärben und immer heller werden,
etwa so, wie man es von seinen Jeans kennt.
Auf dem Foto sieht man, dass der fast 20 Jahre alte Pullover noch immer recht dunkel ist, ein Indiz dafür, dass er kaum in der Wäsche war, da mein Mann ihn nie getragen hat, das Teil wog nach Fertigstellung 1,25 kg, so richtig schön fühlte sich das nicht an.

Einen Teil seiner Farbe hat der Pullover dennoch verloren, beim Stricken hatte ich laufend tiefblaue Hände.

Samstag, 12. Februar 2011

Hemslöjden

Von 1980 bis 2002 hatte ich ein Abo der Zeitschrift  Hemslöjden  herausgegeben von der schwedischen Kunsthandwerkervereinigung 

Im Heft 2/1984 war der Pullover  Alfons  abgebildet, den Anna Ferrari für Kalmar Hemslöjd entworfen hatte.
Eine Anleitung gab es nicht, aber es war einfach, ihn nachzustricken.
Ich habe ein Wolle-Seide-Gemisch verarbeitet.







In der Nummer 3/1986 wurden Anna Fjällbäck und Ann Carlqvist vorgestellt. 
Sie färbten merzerisiertes Baumwollgarn im Abbindeverfahren mit Batikfarbe und erreichten damit einen Ikateffekt. 
Einer der daraus gestrickten Pullover gefiel mir so gut, dass ich nicht warten konnte, bis ich irgendwann an das Garn kam, ich habe ihn darum mit normalem einfarbigen Baumwollgarn  und einem entsprechenden Einstrickmuster nachgearbeitet.



Im Jahr darauf habe ich mir in Schweden etwas von dem Garn gekauft, einen Strang habe ich noch wiedergefunden:




Den nächsten Pullover habe ich aus dem Heft 5/1988.
Dieses Mal  war es möglich die Wolle, Bergå Filtgarn, mit Anleitung in Schweden zu bestellen.




Das Muster des Pullovers geht auf Märta Stina Abrahamsdotter zurück, die 1825 bis 1903 in Ångermanland , Nordschweden zu Hause war und dort ihr Leben lang gestrickt hat. Einige ihrer Arbeiten sind bewahrt, sie befinden sich im Länsmuséet Murberget in Härnösand.

Die Taschen auf dem Pullover habe ich weggelassen, da mir die Musterunterbrechung nicht gefiel.





Und jetzt noch etwas Aktuelles, heute schon TAZ gelesen ? 
Wenn die Laterne lila Strümpfe trägt