Das Jahr 2025 stand für mich im Zeichen des Dobbywebens. Meinen ersten Dobby-Webstuhl habe ich im Januar 2025 einweihen können.
Mein Mann hatte mir den kleinen 3D Webstuhl nach Plänen von Fraens Engineering gedruckt, das habe ich hier dokumentiert und in meinem Februarbeitrag kann man mein erstes Gewebe sehen.
Schon der erste Webversuch auf diesem kleinen Teil, hat mir gezeigt, dass mich diese Technik fasziniert und ich habe sofort Erkundungen über käufliche Dobby-Webstühle angestellt.
Nur zwei Monate später hatte ich die Gelegenheit, einen gebrauchten Louet Magic Dobby mit 70 cm Webbreite und 24 Schäften zu kaufen.

Da wir das Sommerhalbjahr in Schweden verbringen und ich mir mittlerweile nicht mehr gut vorstellen konnte, ohne einen Dobbywebstuhl zu sein, beschlossen wir, für mein schwedisches Webstudio einen etwas kleineren, 16-schäftigen Dobby selber zu bauen.
Den Bau dieses Webstuhls möchte ich in diesem und den nächsten Blogbeiträgen beschreiben.
Der 3D gedruckte Webstuhl war wie eine Einführung in die Technik des Webens mit Schaftmaschine gewesen und offenbar bautechnisch an die Funktion des Louet-Webstuhls angelehnt.
Die Bauweise des Louet Magic Dobby, an den auch wir uns bei unserem Modell anlehnen, ist eigentlich sehr einfach gestaltet.
Ich werde die Baubeschreibung in 3 Kapitel teilen, die nacheinander in diesem und den nächsten Blogbeiträgen, das Grundgestell, den Aufbau für die Schäfte und den Dobbyturm behandeln werden.
1. Das Grundgestell umfasst den eigentlichen Webrahmen mit Kett- und Warenbaum, Spannvorrichtung, Anschlaglade und Standfuß.
2. Der Schaftaufbau wird die Schäfte und ihre Aufhängung behandeln.
3. Der Dobbyturm sitzt in etwa mittig auf dem Schaftaufbau, enthält den mechanischen Schaftaushebemechanismus sowie die Halterung für die Kette der Programmierleisten.
Das Grundgestell
Der Rahmen des Louet Magic Dobby Webstuhls sah für mich so aus, als wäre der alte Louet W70 Tischwebstuhl aus den 80er Jahren in der Mitte einfach geteilt worden, um Platz zu schaffen für die größere Anzahl Schäfte.
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| W70 Tischwebstuhl mit Trittzusatz |
Tatsächlich stammt der Magic Dobby auch aus den 80er Jahren, ich habe in alten Heften der amerikanischen Zeitschrift Handwoven ab 1985, Annoncen der Firma Louet gefunden, in der dieser Webstuhl als Neuheit angekündigt wurde.
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| Louet Magic Dobby |
Das hat mich auf die Idee gebracht, auch bei diesem Webstuhlbau wieder für den Grundrahmen einen vorhandenen Webstuhl zu nutzen. Genau das hatten wir ja schon beim Bau den Lotta-Kontermarschwebstühlen in 60 und 100 cm Webbreite gemacht.
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| Bohus Webstuhl, 35 cm Webbreite |
In diesem Fall haben wir einen Bohus Therapiewebstuhl benutzt. Dabei handelt es sich um schwedische 2-schäftige Tischwebstühle, die in Krankenhäusern und Altenheimen zur Rehabilitation eingesetzt wurden. Das obere Bild zeigt einen älteres Modell mit 35 cm Webbreite.
Ich hatte aber auch noch einen 60 cm breiten, etwas moderneren Bohus-Webstuhl, bei dem wir den einfachen Schafthebemechanismus ausgebaut haben, um den Rahmen dann in der Mitte auseinander zu sägen.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, liegt der hintere Streichbaum bei den Bohus Webstühlen höher als der vordere. Da mir das nicht gefiel, haben wir später noch das hintere Endstück mit den Querstangen abgeschraubt und niedriger wieder angesetzt.
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| Bohus Webstuhl, 60 cm Webbreite |
Streichbäume, Kett- und Warenbäume sowie Sperrklinken und sogar eine Standlade waren damit also schon vorhanden.
Es musste nun noch eine Aufnahme für die 16 Schäfte zwischen dem vorderen und dem hinteren Teil des alten Webstuhls montiert werden. An diese neuen Seitenteile haben wir das Fußgestell geschraubt, so dass man es für einen einfacheren Transport schnell entfernen kann.
Weil ich den Webstuhl gern so niedrig halten wollte, dass ich mit einem normal hohen Stuhl daran arbeiten kann, haben wir später am vorderen Endstück noch die untere Querstange entfernt.
Die neuen Teile aus stabverleimter Buche habe ich mit Hartwachs versiegelt.
Der nächste Blogbeitrag wird sich mit den Schäften und ihrer Aufhängung beschäftigen.









