Donnerstag, 26. Februar 2026

Einzugshilfe beim Dobbywebstuhl

 

Unter der Nummer  37815 ist das Muster, das ich für einen warmen Wollschal ausgewählt  habe, bei Handweaving.net zu finden. Es stammt aus dem Atlas de 4000 Armures, Louis Serrure, France, 1920.

In Kette und Schuss habe ich Drops Flora verwendet, eine Mischung aus 65 % Wolle und 35 % Alpaca, mit einer Lauflänge von 420 m.  Das Garn ist nicht superwash ausgerüstet und das Gewebe kann bei der Wäsche filzen. Das war mir wichtig, weil die Webpatrone beiderseitig Flottierungen über 4 Fäden aufweist und ich den locker gewebten Schal gern durch leichtes Anfilzen stabilisieren wollte.

 

 

Die Patrone zeigt, dass 20 Schäfte und 40 Musterleisten für einen Rapport benötigt werden. Beim Schafteinzug handelt es sich im Wesentlichen um gerade Einzüge, die aber immer wieder unterbrochen werden, um mit einem zurückliegenden Schaft neu zu beginnen. 

 
 


 

Das bei insgesamt 20 Schäften fehlerfrei zu bewältigen, erfordert ein recht hohes Maß an Konzentration.


 

Um mir den Schafteinzug zu erleichtern, habe ich mir eine spezielle "Einzugskette" gesteckt.

 

 

Ich habe in die 40 Musterleisten, die dem Musterrapport entsprechen jeweils nur einen Stecker gesteckt, und zwar an die Stelle, die die den Schaft hebt, der mit einem Kettfaden versehen werden soll. Das obere Bild zeigt, dass hier nacheinander, im ersten geraden Einzug, die Schäfte 6-7-8-9-10-11-12-13-14 gehoben werden sollen. 

Wenn ich den Tritt des Webstuhls bediene, kann ich genau bestimmen, wie hoch der Schaft zu heben ist, damit ich bequem den Kettfaden in die Litze einfädeln kann. 


 

Hier ist auf dem oberen Bild zu erkennen, dass der Schaft 6 ausgewählt wurde, die Musterleiste mit dem Stecker für Schaft Nr. 7 berührt den Heber noch nicht. 

Auf dem unteren Bild sieht man, dass ich den Schaft Nr. 6 mit Hilfe des Tritts soweit ausgehoben habe, dass ich das Litzenauge unter den oberen Schaftlatten bequem errreichen kann, um den Kettfaden einzuziehen.



 

Mit dem Handhebel funktioniert diese Methode leider nicht so gut, weil man den in seiner Tiefstellung arretieren muss und in der daraus resultierenden Schafthöhe ist das Litzenauge nicht frei zugänglich.

 


 Tatsächlich habe ich auf diese Art Einzugsfehler vermeiden können.


 

 

Der Schuss wird durchgehend mit dem hellen Garn eingetragen.
 

 


Am Anfang und Ende des Schals habe ich aber je einen blauen Schussfaden eingelegt, über den ich dann den überwendlichen Befestigungsstich gemacht habe. 

 


 Dadurch ist eine feine blaue Begrenzungslinie entstanden.

 

 

Meine Kette hatte insgesamt 104 Fäden und die Einstellung 40/10. 

 



Das ergibt eine rechnerische Webbreite von 26 cm.

 
 


Die Länge des Gewebes, auf dem Webstuhl gemessen, betrug 175 cm.



 

Nach dem leichten Anfilzen während der Wäsche und dem Dämpfen des Schals, verblieben  eine Breite von 21 cm und eine Länge von 152 cm, mit Fransen sind es 170 cm.

 


Warm, weich, leicht, ein paar kleine Webfehler und nicht die schönste Webkante aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis.