Ich beginne damit, Texsolvschnüre abzulängen und rate dringend dazu, die angegebenen Längen nur als ungefähre Werte zu sehen und beim eigenen Webstuhl lieber vorher nachzumessen, ob die Maße wirklich passen. Durch kleine bauliche Veränderungen kann sich da einiges geändert haben. Wer andere Maße braucht, sollte immer ein bisschen Länge zugeben, damit Material zum Justieren übrig ist.
Zuerst werden die Kontermarschwippen festgestellt, indem man die passenden Metallstangen in die Löcher im Kontermarschkasten steckt, dann bekommen die Wippen ihre Schnüre.
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| Texsolv: Schnur, 2 Anker, 1 Pfeilstecker |
Mit diesen kurzen Schnurstücken verbinde ich nun die Wippen in der Mitte und stecke sie mit den sog Ankern oder Klammerbolzen der Firma Texsolv fest.
In die äußeren Löcher der Wippen kommen die Schnüre, an denen die Schäfte hängen.
Meine 12 Schnüre waren jeweils 23 cm lang, als ich sie durch das Loch in der oberen Schaftlatte gezogen hatte.
Bevor ich die Schäfte aufhänge, habe ich sie natürlich mit der benötigten Anzahl Litzen bestückt. Mein Webstuhl ist mit Texsolvlitzen 280/12 ausgerüstet, Das sind die sog. Standardlitzen, auch einfach 28er genannt.
An den oberen Schaftleisten können die Litzen nicht abrutschen, weil die kleinen Haken für die Aufhängung, die außerhalb der Webbreite angeschraubt sind, sie daran hindern. Den unteren Schaftleisten verpasse ich eine Gummischnur mit Metallsplinten, um das Abrutschen der Litzen zu verhindern. Meine Gummischnur hat einen Durchmesser von 1,5 mm.
Hinten am Webstuhl ziehe ich durch jedes der 5 Löcher am Warenbaum je ein Stück Texsolvschnur, das so lang ist, dass es fast an die Litzen reicht. Ich befestige die Schnüre am Anlängerstab, indem ich sie einmal um den Stab lege und jeweils das Ende der Schnur durch eines der Löcher ziehe. Dann ziehe ich eine Polyesterkordel durch das Loch in den überstehenden Endstückchen und befestige die Kordel rechts und links mit einem Knoten am Anlängerstab.
Wenn ich die Kette aufziehe, nehme ich alle Schnüre ab, bis auf die äußere, rechts oder links, lege dann den Stab in die Schlinge meines Fadenkreuzes und mache das gegenüberliegende Ende provisorisch mit einem Pfeilstecker wieder fest.
Die Verbindung zum vorderen Anlängerstab mache ich mit einer langen Polyesterkordel. Hier werden später die offenen Kettenden angebunden, darum muss ich hier keine lösbare Verbindung haben. Damit die Kette nicht schief aufgewickelt wird, muss man beim Anbringen dieser Schnur darauf achten, dass sie immer in gleicher Richtung durch die Löcher gezogen wird und entsprechend um den Anlängerstab geführt wird. Die Enden der Schnur habe ich mit einem Knoten in den Bohrungen des Stabes befestigt.
Ich hatte in meinem Vorrat noch Konen mit Merinowolle in zwei verschiedenen Stärken.
Einzeln wäre mir das Garn zu dünn gewesen, so habe ich beschlossen, die beiden Konen zu mischen. Es handelt sich einmal um schwarze Wolle Nm 27/2, die verzwirnt ist und um gefachte Wolle mit 3 Fäden à Nm 40/2.
Meine neu gebildetes Garn hat je einen Faden von den beiden Konen und ich habe die Kette mit sechs dieser zusammengesetzten Fäden pro Zentimeter geschärt. Ich mache beim Schären nur ein Fadenkreuz und kein Gangkreuz, sondern gehe stattdessen mit dem Garn nur um den Wendezapfen an meinem Schärbaum herum. Außerdem lege bei jedem neuen Umgang den oder die Fäden immer wieder über die bereits geschärten. Gelernt habe ich das einmal anders, für mich hat sich dieses Vorgehen aber als praktischer erwiesen.
Die Schlinge des abgebundenen Fadenkreuzes lege ich um den Anlängerstab, dann stecke ich die Fadenkreuzlatten ins Kreuz und befestige die Latten am Webstuhl.
In Jane Staffords Online Guild habe ich eine praktische Art gelernt, die Kreuzlatten so zu befestigen dass sie bei Bedarf horizontal und vertikal verschiebbar sind.
Ein Stück Schnur wird doppelt genommen und als Schlinge z.B. um den Mittelbalken des Webstuhls gelegt.
Die beiden Enden werden nun nacheinander so durch die Löcher der Kreuzlatten gezogen, dass dabei eine Verkreuzung entsteht.
Das passiert, wenn man das erste Schnurstück von oben durch die 1. Latte fädelt und auch von oben durch die 2. Latte. Dann nimmt man das 2. Schnurstück und fädelt es von unten durch Latte 1 und auch von unten durch Latte 2. Die beiden Enden kann man dann mit einem aufziehbaren Knoten am Streichbaum befestigen. Die Kreuzlatten haben jetzt einen guten Abstand voneinander und lassen sich durch die Reibung auf der Schnur in jede gewünschte Stellung schieben.
Meine Kette ist 80 cm breit und 5 m lang. Ich habe jetzt schon zum 2. Mal erfolgreich Jane Staffords sehr einfache Methode angewandt, die Kette allein aufzuziehen, nur mit Hilfe von einn paar schweren Büchern.
Wenn man sich mit einem Stuhl vor den Webstuhl setzt, kann man recht bequem den Litzeneinzug machen.
Beim Blattstechen sitze ich lieber etwas höher auf meiner Webbank, so hat man einen guten Überblick.
Die Kontermarschwippen sind noch festgestellt.
Als erstes werden die Schäfte mit den Querschemeln verbunden.
Ich sitze dabei vorne vorm Webstuhl auf einer Fußbank.
Seit einiger Zeit kann man in Schweden Texsolvlschnur in den Farben schwarz, rot, blau und gelb kaufen. Ich habe mir letztes Jahr eine Rolle in blau direkt bei Texsolv bestellt. Das Porto nach Deutschland dürfte aber so hoch sein, dass man vielleicht erst einmal hier bei den einschlägigen Händlern anfragt, ob sie farbige Texsolvschnur verkaufen oder mitbestellen können.
Eine andere Möglichkeit wäre es, sich die abgelängten Schnüre selbst einzufärben. Das soll ganz gut mit Jacquard iDye Poly funktionieren. Normale Stofffarbe haftet auf der Kunststoffschnur nicht gut.
Natürlich kann man die Schnüre auch alle weiß lassen, aber es erleichtert die Sache, wenn man in die unteren Schaftlatten Schnüre in einer abweichenden Farbe einzieht, sie mit jedem 2. Querschemel verbindet und dadurch, wie hier, z.B. die Senker markiert.
Auf den beiden Bildern kann man die Reihenfolge gut sehen: Die lange Schnur, die von der Mtte der Wippen kommt, wird vor den Litzen nach unten geleitet und unter dem Mittelloch des ersten Querschemels mit einem Anker befestigt. Der zweite Schemel wird mit der unteren Schaftlatte durch eine farbige Schnur verbunden, der 3. mit einer langen weißen usw. Die Schemel 1,3,5,7 sind also weiß verschnürt, die mit geraden Zahlen blau. Die langen Schnüre gehen jeweils vor ihrem Schaft lang und mitten durch die Kette, dabei sollen sie die Kettfäden nicht beiseite drücken.
Jetzt sollen die Querschemel mit den Tritten verbunden werden.
Ich habe 12 weiße und 12 blaue Schnüre auf 40 cm Länge geschnitten und in jede Schnur provisorisch schon einmal einen Anker gesteckt.
Ich sitze weiterhin vorne vorm Webstuhl und stecke, hinten beginnend, die Ankerschnüre entsprechend meiner Patrone in die Löcher der Querschemel, dabei gehe ich Schaft für Schaft vor.
Diese Schnüre werden durch die Löcher gesteckt, die in der Webpatrone den leer gebliebenen Kästchen entsprechen und oben mit einem Anker festgeklemmt.
Wenn alle Schnüre eingesetzt sind, kann ich sie mit den Tritten verbinden.
Ich gehe Tritt für Tritt vor und befestige die Schnüre unter den Tritten dann mit Kabelbindern.
Dabei beginne ich wieder von hinten und schiebe den Kabelbinder, als Sicherheitsmaßnahme gegen das Ausreißen, jeweils durch das 2. Loch der Schnüre.
Durch das Knübbelchen am hinteren Ende und die Schrägstellung der Tritte kann der Kabelbinder nicht rausrutschen.
Zum Schluss muss ich dann nur noch die Anker oben auf den Querschemeln so feststecken, dass alle Tritte in die gleiche Höhe kommen. Meine Tritte schweben hinten 15 cm über dem Boden.
Für den Schuss habe ich das Kettmaterial verwendet und in regelmäßigen Abständen Streifen aus Sockenwolle in pink/lila Tönen eingewebt.
Die Köperbindung hatte ich nur angeschnürt, um den Webstuhl mit mehreren Schäften auszuprobieren. Oben auf dem Probestück sieht man einen Spitzköperstreifen. Meine weiteren Köperversuche waren alle schwarz auf schwarz und im Foto nicht gut zu erkennen.
Zum Schluss noch ein Tipp fürs Weben, der auch wieder von Jane Stafford stammt.
Ein gleichmäßiger Anschlag, besonders bei lockeren Geweben und eine schöne Webkante gehören zu den großen Schwierigkeiten für den Webanfänger und obwohl ich schon seit 1980 webe, kann ich wirklich nicht behaupten, dass ich immer tolle Ränder und gleichmäßige Stoffe zustande bringe.
Seit ich mir aber Janes Art zu weben angewöhnt habe, sehen alle meine Gewebe wesentlich besser aus.
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| Jane Stafford Textiles |
Ich öffne mein Fach, schieße das Schiffchen durch, schlage mit der Kammlade an und lasse die Lade in dieser Stellung direkt am Gewebe, während ich umtrete. Dann erst geht die Lade im neuen Fach zurück und der nächste Schuss wird eingegeben.
Jane sagt dazu:















































