Posts mit dem Label Baumtücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Baumtücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. August 2014

Halbfertig





Wenn Vorder-und Rückenteil gleichzeitig gestrickt werden, geht die Arbeit scheinbar nur langsam voran. Die lange Autofahrt nach Deutschland hat mich aber ein gutes Stück weitergebracht. Die Hälfte der ZigZag-Jacke ist geschaft, am Vorderteil wurde die Arbeit geteilt, um den Saum anstricken zu können, danach dann neue Maschen aufgeschlagen, um mit dem rechten Teil zu beginnen, jetzt wird mit dem Rückenteil zusammen wieder in Runde gestrickt.




In der kurzen Zeit, die wir hier sein werden, bis es zurück nach Schweden geht, möchte ich auf jeden Fall die im Februar begonnenen Baumtücher für meinen 120er Standard Webstuhl fertigstellen. Mit dem Gewebe bin ich fast fertig, habe jetzt nur noch die etwas langweilige Schlitzweberei für das zweite Baumtuch vor mir.



Freitag, 20. Dezember 2013

Montage der Baumtücher


 

Dies ist kein Schnittbild des italienischen Künstlers Lucio Fontana (1899-1968), sondern mein fertig gewebtes Baumtuch.



Die Schlitze am Anfang des Stoffes hatte ich mit befüllten Spulenröllchen gewebt. 
Ich wußte nicht, wieviel Garn ich brauchen würde, und wollte kein Material verschwenden, die Reste sollten dann später mit dem Schützen wieder über die ganze Breite eingeschossen werden. Leider hatte sich das Garn an den Spulenenden durch die Reibung beim Einlegen ins Fach gelöst und verheddert. Daher war das Weben damit recht langwierig und mühsam. 


Für die Schlitze am Ende habe ich mir daher einfache Schiffchen aus Karton geschnitten, damit ließ es sich wesentlich besser arbeiten.


Das wird das letzte Mal sein, dass ich Gla´hål sehe, "das Loch, das froh macht". Kerstin schreibt darüber, dass es früher in Schweden üblich war, zu diesem Zeitpunkt eine spezielle Kaffeepause zu machen und  Birgitta veröffentlicht jedesmal, wenn sie wieder ein Stück fertiggewebt hat und in dieses Loch schaut, ein neues Kuchenrezept, den Gla´hålkaka.


Ich habe den Stoff vom Webstuhl genommen und ihn roh weiterverarbeitet, also ohne ihn zu waschen. Beim Waschen würde er einlaufen, er soll aber so groß wie möglich sein. Etwas außerhalb der Mitte habe ich den Stoff zerteilt, denn die Stücke für den Kettbaum und den Warenbaum benötigen unterschiedliche Längen. An der Schlitzseite habe ich den Stoff in Schlitzmitte geknickt und mit der Nähmaschine doppelt gesäumt. In den so entstandenenTunnel wird später der Peitschenstab eingelegt.


Die andere Seite bekommt auch einen Tunnelsaum, hier haben wir einfach eine der Latten eingelegt, die am Kettbaum das Abrutschen der Fäden verhindern sollen. 
Eine zweite Latte wird auf dem Stoff befestigt werden.


Mit diesem Ende sollen die Baumtücher an die Bäume geschraubt werden. Dafür werden wir die vorhandenen Löcher nutzen, durch die die Anlängerschnüre gefädelt waren. Darum haben die Leisten an den entsprechenden Stellen schon Bohrungen bekommen. Hier versucht mein Mann, diese Löcher mithilfe der später genutzen Schrauben, auf den Stoff zu übertragen. Wir wollten den Stoff nicht einfach durchbohren, sondern jeweils durch Verdrängung der Fäden, die passenden Öffnungen schaffen.



Dies sind die Doppel-Latten für die beiden Bäume, bevor jeweils eine davon im Stoffkanal verschwindet.




Um lange Schrauben zu vermeiden, bei denen man, sowohl für den Kopf als auch für die Gegenmutter, im Holz Versenkungen hätten bohren müssen, damit sie nicht störend auftragen, hat mein Mann Aluminiumrohr auf die passenden Längen gesägt und jeweils in die Enden Gewinde geschnitten. So kann man an beiden Seiten der Bäume, Schrauben mit sehr flachen Köpfen anbringen.


Die Leiste mitsamt Baumtuch ist hier schon durch den Kettbaum geschraubt.



Ich denke man kann die ganze Anordnung etwas deutlicher an einem der Bäume meines abgebauten Ideal-Webstuhls sehen.


Die Kette für mein neues Projekt, ein Wollstoff für eine Jacke, wird aufgezogen.


Und hier werden die  Kettfäden an den Peitschenstab geknotet.


Im Tunnelsaum des Baumtuches liegt der andere Peitschenstab. Die beiden Stäbe sind mit einfachen Texsolvschlingen miteinander verbunden, festgehalten durch eine lange Schnur, die durch die einzelnen Ösen gefädelt wurde.






Donnerstag, 5. September 2013

Baumtücher


Wahrscheinlich hat jeder seine Eigenarten beim Weben, bei mir ist es so, dass ich beim Aufbäumen meine Ketten durch das Fadenkreuz auf den Webstuhl ziehe.


Schon in Vorbereitung dafür, lege ich beim Schären eine lange Schlaufe vor dem Fadenkreuz an.


In diese Schlaufe kommt dann zuerst der Anlängerstab, den ich provisorisch am Ketttbaum befestige. Dann schiebe ich die erste Fadenkreuzlatte in die gleiche Schlaufe und lege die zweite hinter der Überkreuzung ein. Nachdem die Enden der Kreuzlatten gesichert sind, kann ich die Hilfsfäden lösen und die Kette in den Reedekamm einlegen, den ich vor den Kreuzlatten in den Webstuhl hänge.


Wie man sieht, arbeite ich dabei von rechts nach links, genauso mache ich es meistens auch beim Einfädeln in die Litzen und beim Blattstich, obwohl ich es eigentlich anders gelernt habe, mag ich so lieber arbeiten.



Die Kette ist im Reedekamm verteilt und der Metallstab, der die Fäden daran hindert aus dem Kamm zu entwischen, ist in die Augen der Ringschrauben eingelegt. 
Der Reedekamm hängt im hinteren Drittel des Webstuhls Richtung Warenbaum. Während mein "Weberknecht"  die Kette stramm hält, schiebe ich die Kreuzlatten langsam in Richtung Reedekamm, das klärt noch einmal die gesamte Fadenlage und durch die leichte Reibung bekomme ich eine sehr gleichmäßige Spannungsverteilung.
Ich bäume nun diesen Abschnitt der Kette auf den Warenbaum, wenn die Kreuzlatten an den Kettbaum gewandert sind, wiederhole ich einfach den Vorgang. Ich habe diese Methode auch schon mit sehr empfindlichen Ketten erfolgreich angewandt. Wenn die gesamte Kette gebäumt ist, brauche ich nur noch den Reedekamm entfernen, die Kreuzlatten liegen schon an der richtigen Stelle und der Litzeneinzug kann beginnen.



Anders als viele Weberinnen, die ich kenne, habe ich meine Texsolvlitzen nicht aufgeschnitten. So kann ich bei den meisten Einzügen mit einer Hand die Litzen aller Schäfte in Arbeitsposition bringen und auch durch die gut sichtbaren oberen Schlaufen schnell kontrollieren, ob die richtigen Schäfte ausgewählt sind.



Meine Baumtücher webe ich in Leinwandbindung, Kette und Schuss sind aus ungebleichtem Nialin, nur in der Mitte habe ich 2 rote Fäden eingezogen, diese Markierung soll mir später beim Positionieren der Ketten helfen. 
Die Einstellung ist 100/10, 1 Faden Pro Litze, 2 Fäden im Riet.

Der Saum ist fertig, jetzt webe ich gerade die Schlitze, durch die ich später die Schnüre fädeln werde, die die Holzleiste der Baumtücher mit dem Anknüpfstab verbinden.
Genauso werde ich es noch einmal am Ende der Kette machen, dann brauche ich das fertige Gewebe nur an passender Stelle zu teilen, um zwei Baumtücher mit konfektionierten Schlitzen zu erhalten.