Bei meinem nächsten Besuch, ein paar Wochen später stieß ich auf einen großen Pappkarton, voll mit Webutensilien , zuoberst lagen diese beiden großen Holzbobinen mit 16/2 Baumwollgarn.
Als ich nach dem Preis fragte, sagte man mir, für 120 Kronen könne ich alles zusammen mitnehmen.
Ich sah zwei Garnwinden, Breithalter und Schiffchen im Karton und habe den Inhalt gar nicht weiter erforscht, sofort bezahlt und alles mitgenommen.
Zu Hause habe ich die ganze Herrrlichkeit dann ausgepackt, sieben Breithalter, der kleinste 25 - 33, der größte 70 - 110 cm lang.
Webnadeln und Teppichschiffchen
15 Pappspulen und insgesamt 17 Weberschützen in verschiedenen Größen.
Besonders gefreut habe ich mich dabei über den kleinsten Schützen, ein nur 20 cm langes Minischiffchen.
So eines hatte ich mir vor langer Zeit einmal gekauft und es hatte sich als ungemein praktisch für meinen kleinen Therapiewebstuhl erwiesen. Da ich auch in Deutschland noch so ein Webgerät habe, stand ein zweites Minischiffchen seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste.
Ja, und letzte Woche hatten wir wieder in Hultsfred zu tun und natürlich schauten wir dann auch bei Stegen rein.
Als erstes stieß ich auf einen Korb mit Webgarnen, aus dem ich mir eine ca. 2 kg schwere Kone mit einem weißen Leineneffektgarn (45 Kronen) fischte und dann einen
6 m langen Kettzopf aus Nialin (50 Kronen).
Ich bin wirklich gespannt, wie lang die Kette sein wird, wenn ich den Zopf auflöse.
Und natürlich bin ich auch neugierig darauf, zu sehen, wie die Streifenverteilung aus weißem und naturbelassenem Garn im Webstuhl aussehen wird.
Bei aller Freude, die solche Schnäppchen machen, schwingt bei mir aber auch immer ein bißchen Bedauern mit. Dieser Ausverkauf ist schließlich nur möglich, weil das Interesse am Weben ständig abnimmt. Selbst hier in Schweden, wo die heimische Handweberei eine lange, lange Tradition hat und es immer noch in vielen Orten vävstugor gibt, sind die Jüngeren offenbar nicht mehr für dieses Handwerk zu gewinnen, der hohe Altersdurchschnitt der Besucherinnen der Webtage in Glimåkra, hat das sehr deutlich gemacht.
Aber offenbar ist auch das Maschinenstricken out.
Als ich mit vollem Einkaufskorb ein paar Schritte weiterging, stolperte ich nach ein paar Schritten fast über eine auf dem Boden liegende Strickmaschine.
Der Preis konnte eigentlich nicht stimmen, also habe ich erst einmal nachgefragt, mir wurde aber bestätigt, dass ich diese Doppelbett-Lochkartenmaschine für 40 Kronen kaufen könne.
Auch dieses Mal habe ich nur kurz den Inhalt des Kartons durchgesehen, für das bißchen Geld konnte man gar nichts falsch machen. Selbst wenn die Maschine nicht funktionieren würde, waren genug Teile, wie Gewichte, Anschlagkämme, Deckernadeln usw. dabei, die ich mit meinen anderen Strickern nutzen konnte.
Allerdings funktioniert die Musternadelauswahl nicht, weder manuell, was über die blauen Tasten gesteuert würde, noch automatisch mit den beiliegenden Lochkarten mit 12er Rapport.
Aber das Internet ist ja phantastisch, eine schnelle Suchanfrage hat mich auf Kelbots Seite gebracht, die ihre Maschine schon mit Hilfe eines Service Manuals auseinandergenommen hat und aufschlussreiche Bilder dazu zeigt.
Die neue Maschine wird in Schweden bleiben, der Reparaturversuch wird also noch etwas auf sich warten lassen, dann aber sicher dokumentiert werden.
Übrigens, 10 schwedische Kronen entsprechen 1,14 Euro.











