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Mittwoch, 29. November 2023

BLAU - Tischläufer und Schal

 


In diesem Jahr war ich in der vävstuga in Virserum hauptsächlich mit der Neueinrichtung unseres Damastwebstuhls beschäftigt und habe außer ein paar Probestücken am Damastwebstuhl kaum etwas gewebt.

Tatsächlich habe ich nur noch ein kleines Reststück einer ehemals langen Kette in einen kurzen Tischläufer verwandelt. Die 8-schäftige Drällkette war aus Cottolin, gewebt habe ich mit dunkelblauem Leinen.

 

 

Weil ich nicht wusste, wie weit die Kette reichen würde, habe ich das ursprüngliche Muster stark vereinfacht und so den Rapport verkürzt.

 


Für meine Kommode ist der kleine Läufer gerade groß genug.

 

 
 
Ich mag die Farbe Blau
 


 
Blau mit anthrazit ist deshalb auch ein neuer Schal auf dem 30 cm kleinen  Eitorfer Webrahmen geworden.

 


Das Muster mit zwei verschiedenen Streifenbreiten, hatte ich Anfang des Jahres schon einmal in Rottönen auf dem Esslinger Webrahmen gewebt.



  
Hier fehlt nur noch der Befestigungsstich...

 


 ...und natürlich noch das Fransendrehen.



 

Es ist kalt und es schneit gerade wieder, der Schal ist zur rechten Zeit fertig geworden :-)


 






Donnerstag, 27. Juli 2023

Damast in Virserums Vävstuga - Umbau der Zampeleinrichtung

 

Im Oktober 2015 habe ich in einem Blogbeitrag beschrieben, wie wir in Virserums Vävstuga einen Webstuhl mit einer älteren Version des Glimåkra Zampelaufsatzes zum Damastweben fit gemacht haben.



Es handelte sich dabei um einen Zampelaufsatz mit bis zu 20 Musterschäften, von denen wir für unsere ersten Webversuche nur 10 montiert hatten.

 
 

 
Mittlerweile war die alte Kette abgewebt und im letzten Herbst habe ich in Schweden damit begonnen, eine neue aufzuziehen. Dieses Mal wollten wir alle 20 Musterschäfte einsetzen.
 
 

 
Die Musterschäfte der alten Zugeinrichtung (Bild oben) waren seitlich in einer Art Gitter gelagert, sie wurden mittig aufgehängt und dann über ein sog. Chorbrett auf die Löcher des Bedienrahmens verteilt. 
Da die Musterschäfte nach dem Hochzug selbständig wieder zurückfallen sollen, müssen sie beschwert werden. Bei diesem Modell geschah das durch Eisenstangen anstelle hölzerner, unterer Schaftleisten.

 

 
Diese Zeichnung aus dem Buch Damast von Gertrud Ingers und John Becker, Ica Förlaget, 1955, S. 37, zeigt den üblichen Aufbau der älteren Zugeinrichtungen.
Die langen Eisenstangen und die mittige Aufhängung der Musterschäfte waren alles andere als ideal, besonders bei schmaleren Geweben. Allzu leicht zogen die Schäfte schief oder kankelten herum.

 

 
Die von Robert Myrehed entwickelte Version der Beschwerung der Musterschäfte war eine wesentliche Verbesserung. Die Musterlitzen hängen frei und in jeden sog. Stich (stygn) wird ein 60 g schwerer, gebogener Eisenbügel eingehängt.
 
 

 
Eine weitere praktische Änderung bei der Myrehed  dragrustning (Zampelaufsatz) ist der Wegfall des Chorbretts. Das Bild oben zeigt den selbstgebauten Zampelaufsatzes meines eigenen Webstuhls. 
Auf Hölzern, die von oben mit Hilfe von Schnüren abghängt sind, lagern die Musterschäfte, diese werden an beiden Seiten an Schnüre gebunden die durch seitlich angebrachte Ringschrauben geführt werden, dort werden sie umgelenkt und rechter und linker Teil jeder Schnur werden dann gemeinsam durch das ein Loch oben im Zugrahmen geführt, wie hier wieder ein Bild von meinem Webstuhl zeigt. Jede Doppelschnur wird nun durch das Loch eines hölzernen Handgriffs gesteckt und unten mit einem dicken Knoten befestigt, der im Inneren des Griffs "verschwindet".
 


 
Angeregt durch Bilder, die ich vor längerer Zeit auf Facebook bei Komlósi Jacquard gesehen hatte,  kam mir die Idee, unsere alte Zampelausrüstung auch umzubauen, ohne dafür extra einen neuen Rahmen zu erstellen. 
 

 
 
Wir haben zwei Kanthölzer abgelängt und mit Schnüren in den Webstuhl gehängt. 
Dann wurden Ringschrauben einfach in die vorhandenen Teile des Aufsatzes geschraubt, an denen früher die Seitengitter hingen. 
Die Musterschäfte bekamen an den Enden je eine Hakenschraube, in die die einstellbaren Schnüren eingehakt werden können. 
Höhenregulierbar werden die einfachen Polyesterschnüre dadurch, dass sie unten mit einem kurzen Stück Texsolv versehen wurden.
Der hinterste Schaft (links im Bild) ist der sog. x-Schaft, er kann nicht gehoben werden, auf ihm liegen  Litzen, die kein Muster bilden sollen.
 
 

 Ansicht der Musterschäfte mit Aufhängung von hinten.


 
Glücklicherweise passte die ganze Neukonstruktion genau in den vorhandenen Platz.


 
Von meinen eigenen Damastwebstühlen hatte ich erfreulicherweise noch genügend Gewichte übrig, um den Webstuhl in der vävstuga damit versorgen zu können und schließlich konnte ich ein erstes Muster aus einer älteren Nummer der Väv, gewebt mit 20 Musterschäften, ausprobieren,
 


Der recht simple Umbau hat das Damastweben wirklich enorm vereinfacht.

 

 

 

Samstag, 16. September 2017

Umwidmung


In unserer Vävstuga werden häufig sehr lange Ketten aufgezogen, 30 m sind eigentlich der Normalfall. Aber nicht jede Kette wird schnell abgewebt und manchmal kann es passieren, dass ein Muster im Laufe der Zeit an Beliebtheit verliert.


Das war bei diesem Läufer der Fall. Seit ich 2013 Mitglied in der Vävstuga wurde, kenne ich die Frage, ob nicht noch irgendjemand einen oder mehrere Meter abweben möchte, doch nur selten war jemand dazu bereit.

Aber Geschmäcker sind verschieden, allen, die diesen Läufer in Jämtlandsdräll gern mögen, kann ich sagen, dass das Muster Petissan heißt, aus dem Blomqvist Katalog von 2010/11 stammt und im Katalog  2016/17 wieder zu finden war.


Ich bin absolut kein Freund bordürenartiger Muster und ich mochte auch die Farbzusammenstellung nicht.
Als sich aber schließlich niemand mehr bereit fand den Läufer zu weben und wir alle endlich den Webstuhl freibekommen wollten, habe ich mir überlegt, nur die Leinwandtritte zu benutzen und so ganz einfache Handtücher auf der Kette zu weben.


Nachdem ich drei Stück fertig hatte, fand sich noch eine andere Weberin aus unserer Gruppe, die den Rest der Kette mit anderen Schussfarben zu Handtüchern verarbeitet hat. Jetzt ist der Webstuhl endlich wieder frei für eine neue Kette.


Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die einfachen Querstreifen entsprechen wesentlich mehr meinem Geschmack und die feine Längsstreifung der rot in rot melierten Kette, die mir eigentlich gar nicht gefiel, finde ich jetzt im Endergebnis ganz interessant.








Dienstag, 16. Mai 2017

Virserums neue Vävstuga



Letztes Jahr hat Virserums Hembygdsförening, der Verein, der das hiesige Museumsdorf betreut, das Gelände der ehemaligen Möbelfabrik in Virserum übernommen, das eine Zeitlang unter dem Namen Dackestop bekannt war. Nun hat es seinen alten Namen Bolaget wieder und soll Kultur- und  Vereinszentrum werden.



Auf dem Gelände finden sich noch einige Gebäude, die zur Möbelfabrik gehörten. Im Vordergrund sieht man das ehemalige Holz-Trockenlager, in dem Haus im Hintergrund residiert heutzutage das Möbelindustriemuseum.


Links davon liegt ein hübscher Kräutergarten, das Gebäude dahinter beherbergt das Telekommunikationsmuseum und das gewölbte Dach ganz hinten gehört zur Kunsthalle Virserum.


Direkt gegenüber der Kunsthalle liegt das ehemalige Eichenholzlager und in die beiden unteren Stockwerke ist im letzten  Dezember Virserums Vävstuga eingezogen. Diese Räumlichkeiten wurden vor ein paar Jahren noch von der Kunsthalle genutzt und wir profitieren nun von der praktischen Einrichtung.



Direkt am Eingang gibt es eine kleine Theke und dahinter zwei helle Räume, die wir als Büro und Garnlager für die laufenden Projekte nutzen.


Gegenüber der Eingangstür ist eine große Sitzecke entstanden.


Hier finden bei Kaffe und Kuchen Montagabends unsere Besprechungen statt.


Im Raum hinter der Regalwand liegt unsere kleine Küche.


Eingerichtet mit allem, was man so braucht.


Im Untergeschoss haben neun große Webstühle einen neuen Platz gefunden.


Hinten links in der Ecke steht nun unser Damastwebstuhl.


Es ist einfach wunderbar, dass man nun einfach um jeden Webstuhl herumgehen kann, ohne laufend irgendetwas beiseite schieben zu müssen.



Die Gruppe hatte versucht, möglichst viel fertig zu weben, um so den Umzug etwas einfacher zu gestalten, aber etliche Webstühle mussten mit aufgespannter Kette umgezogen werden.



Im Obergeschoss konnten  weitere zwanzig Webstühle untergebracht werden.


Darunter auch ein paar kleinere, wie dieses niedliche Mini-Modell von Glimåkra, auf dem momentan Spültücher gewebt werden.



Auf einer Kette, die uns kürzlich jemand geschenkt hat, entsteht gerade ein Bildgewebe.


Desweiteren gibt es hier oben jetzt einen speziellen Arbeitsplatz zum Schneiden von Stoffstreifen für die beliebten Flickenteppiche.


Hier ein Beispiel in Köperbindung


und ein weiteres in Rosengangbindung.


Der Tisch am anderen Ende des Raums ist für das in Schweden übliche förskedning vorgesehen.


Auch in unserer Vävstuga wird selten mit dem Reedekamm gearbeitet, stattdessen wird die Kette in einen gröberen Kamm eingezogen, bevor sie am Webstuhl aufgebäumt wird.


Hier hinten steht auch der große Schärbaum und an der Wand hängen unsere Webblätter. Das Regal ist mit Restgarnen aus Baumwolle, Cottolin und Leinen gefüllt.


Und in der linken Ecke sind die Woll-Vorräte gelagert.

Es sind tolle Räume in einer schönen Umgebung und es macht wirklich viel Freude hier weben zu können.





Samstag, 18. Juli 2015

Webereien

Im schwedischen Sommer bleibt manchmal einfach zu wenig Zeit zum Bloggen übrig, das heißt aber nicht, dass ich auch das Weben vernachlässigt hätte.


Der W 70 von Louet stand nun lange genug leer herum, jetzt habe ich ihm endlich wieder eine Kette verpasst.


Ob aus dem entstehenden Gewebe - Cottolin in ecru und rot in der Kette, ungebleichtes handgesponnenes Leinen im Schuss -  Läufer oder Handtücher werden, will ich erst später entscheiden.


Die Streifenfolge ist an ein Muster von Ann-Kristin Hallgren angelehnt, das ich dem Ordner Handarbetsbiblioteket gesehen habe.


Der Ordner aus den 70er oder 80er Jahren enthält eine Sammlung von einzelnen Webmusterblättern, die man sich offenbar nach und nach zusammenkaufen konnte. Heute zahlt man beim loppis für den ganzen Ordner keine zwei Euro.



Das Saldrällgewebe, das ich im letzten Herbst auf dem Rita-Webstuhl begonnen hatte, ist mittlerweile auch abgewebt.


Den letzten Rest der Kette habe ich noch für ein paar Farbversuche genutzt.


Die vier Platzdeckchen warten nun darauf, gesäumt zu werden.


Die Rita ist schon wieder aufgebäumt.


Blaues Baumwollgarn 16/2 mit Streifen aus dem gleichen Material in lindgrün und blaugrün.


Das Muster hat Marie Rolander entworfen, es ist in der Väv 3, 2003 auf Seite 37 zu finden. Die Handtücher sind dort rot mit schwarzen und weißen Streifen.


Es handelt sich um einfache Leinwandbindung mit Längsstreifen in Taqueté, es werden 6 Schäfte und 4 Tritte benötigt.
Mir gefällt der Effekt, dass durch dieses Muster die beiden Seiten des Stoffes verschieden aussehen, auf der einen liegen die hellen, auf der anderen die dunklen Streifen.


In der vävstuga webe ich gerade den Läufer Koltrast aus dem Blomkvist Katalog von 1997/98. 

Es ist ein Halbdräll, Baumwollkette und Leinenschuss. Ich verwende als Musterschuss Garne, die ich vor einiger Zeit beim loppis gekauft habe. Der rote Läufer ist 1,30 m lang geworden.


Der blau-grüne Läufer soll 1,80 lang werden.
Sobald die Kette verwebt ist, wollen wir den Webstuhl mit einer Damastausrüstung versehen. 
Ich habe den Eindruck, dass ich aber vorher noch einen dritten Läufer abweben muss...