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Sonntag, 20. Oktober 2013

Gänseaugenköper



Unser Nachbar hat mir vor ein paar Tagen ein tolles Geschenk gemacht, Webgarne aus dem Nachlass seiner Schwiegermutter. Insgesamt sind es fast 5 kg Leinengarn auf Kreuzspulen, im Strang und auf einer großen Kone.


Außerdem waren größere Mengen schon gespulten Schussgarns dabei. Da traf es sich gut, dass ich noch etwas Kette von meinem Gänseaugengewebe übrig hatte. Einfädig war das ungebleichte Leinengarn, das ich verweben wollte, zu dünn, so habe ich es umgespult und mit doppeltem Faden verarbeitet.


Insgesamt hat die Nialinkette für sechs kleine Tücher gereicht, mit einem gedrehten Aufhänger versehen kann man sie gut als Gästehandtücher nutzen.


 Für die farbigen Tücher habe ich einige meiner Nialinreste vom Loppis verschossen.


Nach der Wäsche konnte ich dann das erste Mal meine neue Kaltmangel ausprobieren. Auch die stammt vom Loppis, ein Gerät von Siemens, der Farbe nach wahrscheinlich in den 70ern hergestellt, ausgerüstet mit einem praktischen Untergestell. Die Mangel habe ich Anfang September für ganze 100 Kronen bei Stegen erstanden, einem kommunalen Secondhand Shop in Hultsfred.


Das Gerät funktioniert wunderbar. Noch nie habe ich so knitterfreie Leinen- bzw. Halbleinenstoffe gehabt und das alles in kürzester Zeit, ein paar Umdrehungen und die leicht feuchten, krumpeligen Tücher waren superglatt.


Eine Kaltmangel kann ich wirklich allen empfehlen, die gerne mit Leinen weben. Ich freue mich schon jetzt darauf, die Leinenkissen, die ich im Frühjahr gewebt habe, "durch die Mangel zu drehen".